Anti-Facebook-Gruppe auf Facebook

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Die Aufregungen gegen die neuen Datenschutzänderungen auf Facebook spitzen sich zu. Nun gründeten Politiker eine Protestgruppe gegen die geplanten Bestimmungen auf Facebook selbst. Ihre wichtigste Forderung: Keine ungefragte Weitergabe privater Daten an Dritte.

(Quelle: Facebook-Gruppe)

„Opt-In statt Opt-Out“ heißt die Forderung auf der Protestgruppe „Facebook Privacy Control – NOW“. Was damit gemeint ist: Die Weitergabe von privaten Informationen an „ausgewählte Partner“ – so die Beschreibung von Facebook selbst – soll nicht automatisch und ungefragt erfolgen, sondern durch eine bewusste Auswahl der Mitglieder. „Wir wollen vorher gefragt werden, wer unsere persönlichen Daten einsehen kann!“, heißt es in der Gruppenbeschreibung.

Gegründet wurde die Gruppe laut heise.de von den GRÜNEN. Damit soll Druck auf Facebook ausgeübt werden – anstelle des Boykotts der Social Community. Mittlerweile gehören ihr  Abgeordneten aus allen Bundestagsfraktionen an, darunter die Vizevorsitzende der Linken Halina Wawzyniak, Lars Klingbeil von der SPD, Manuel Höferlin (FDP) und Thomas Jarzombek (CDU). Verwunderlich ist, dass Verbraucherministerin Ilse Aigner von der CSU der Gruppe bisher nicht beigetreten ist – hatte sie schließlich in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg ihren Unmut verlauten lassen. Als Konkurrenz sollte ihre Facebook-Protest-Gruppe „Appell für mehr Datenschutz“ mit zur Zeit 5.800 Mitgliedern zumindest nicht gesehen werden.

Neben der bewussten Entscheidungsmöglichkeit der Datenweitergabe fordern die nahezu 23.000 Mitglieder außerdem, dass Facebook zusammen mit Daten- und Verbraucherschützern gemeinsame Standards zum Datenschutz entwickelt und Änderungen zukünftig offen und transparent diskutiert werden. Die Rechte für eigene Fotos und Texte sollen beim Nutzer bleiben.

In der Facebook-Gruppe werden das Thema und Möglichkeiten, gegen die neuen Bestimmungen anzugehen, stark diskutiert. Ob eine Kopie des sozialen Netzwerkes, Thunderstorm-Networx, mit einem sicheren Datenschutz an die Größe der kalifornischen Social Community kommen kann, bleibt zu bezweifelt.

Facebook hat in der Vergangenheit immer wieder für Unruhen wegen seiner unsicheren Datenschutzbestimmungen gesorgt. So wurde vor einiger Zeit bekannt, dass das Social Network die Adressbücher von synchronisierten Handys verwendet und die Kontaktdaten vom E-Mailprovider ungefragt speichert (Beyond-Print berichtete). Aktuell steht Facebook in der Kritik, da die bestehenden Datenschutzbestimmungen dahingehend geändert werden sollen, dass allgemeine Daten wie Name, Profilfoto und Freundesliste automatisch an Dritte weitergegeben werden. (Arne Unger | Quelle: diepresse.com, facebook.com, heise.de)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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