Bericht zum 5. Web-to-Print Forum

0

(23. September 2008 – ds) Am 9. April fand das 5. Web-to-Print Forum in Mainz statt. Es wurden die aktuellen Trends im Bereich Web-to-Print (w2p) vorgestellt, das Streitthema „ Web-to-Print-Patente“ angegangen und natürlich gab es eine „drupa 2008 Vorschau“. Nun ein Bericht von uns der auch Lust auf das nächste W2P Forum vom 28. bis 29. Oktober machen soll.

Die Top-Themen des fünften Web-to-Print-Forums waren:
– Web-to-Print-Portale – Was bringen gemischte Web-to-Print-Umgebungen?
– Patente: Marktblockade durch US-Patente?
– Web-to-Print im Dialog-Marketing
– Einsatz von Geodaten
– Online-Layouten live – via Web-to-Print
– Technikdiskurs: PDF- oder Layoutengine – Vor- und Nachteile?

– drupa 2008: Was kommt im Bereich Web-to-Print?

Auf der drupa 2008 wird Web-to-Print ein zentrales Thema sein. Das Web-to-Print-Forum ist daher, so begrüßte Bernd Zipper, ZIPCON Consulting, eine ideale Vorbereitung auf dieses Großereignis. Denn im nüchtern-sachlichen Ambiente des ZDF-Konferenzzentrums wurden zahlreiche Lösungen für Drucker und Online-Shops vorgestellt und auch vertiefende Fragen, wie etwa die Patentstreitigkeiten und -Probleme, intensiv besprochen.

Web-to-Print in Perfektion
Ganzheitliche Portallösung der Grafischen Betriebe Eberl
Harald Wolfbauer, Verkaufsleiter der Graphischen Betriebe Eberl, stellt die ganzheitliche w2p-Portallösung von Eberl vor. w2p ist in den Workflow eingebunden und komplett integriert. Seine Meinung: „Die Kunden entscheiden, Druckereien und Druckdienstleister sollten sich an den Kunden orientieren, auf ihre Probleme eingehen und Lösungen finden, die zu den Problemen passen.“
Das Medienhaus Eberl setzt dabei nicht auf „knallharte“ w2p-Lösungen sondern auch eSolutions – Lösungen für ganz spezielle Probleme. Dabei spielen vor allem folgende Programme zusammen:

Die OPIX Datenbanklösung wurde für Eberl zum internen Einsatz gekauft, wird mittlerweile aber auch für Kunden eingesetzt und genutzt. Bilder können verknüpft und kategorisiert, verschickt, heruntergeladen und freigegeben werden. All das unter einer intuitiven Benutzeroberfläche. In drei Jahren konnte man 120.000,- € Umsatz generieren, obwohl die Datenbank bisher nur zu 30 Prozent von Kunden genutzt wird. Die anderen 70 Prozent nutzt Eberl selber. Die Kosten liegen bei aktuell 200.000,- €. Die Vorteile für Kunden sind die Datensicherheit durch vierstündliche Backups und die einfache Struktur und Nutzung. Nachteil ist unter anderem die Abhängigkeit der Kunden an den/die Server der Firma Eberl sowie eine Angst um ihre Daten auf Kundenseite.
Das Printportal ist mit der OPIX Datenbanklösung verbunden, und arbeitet auf Basis von PDF. „Es ist perfekt da es einfach ist und funktioniert“, so Harald Wolfbauer. Die Anwendungsgebiete sind: Hotel Speisekarten, Visitenkarten. Eine wichtige Funktion ist die Möglichkeit der Anpassung für Partner (eigene Logos etc.). Das Portal ist flexibel, und ohne vorherige Schulung nutzbar. Aus dem Warenkorb des Shops können Produkte gleich bei der Firma Eberl in den Druck gehen. Der Umsatz den man durch das Printportal generieren konnte, spricht für sich und lag bei 460.000,- € Euro. Dieser Umsatz wurde durch Drucksachen generiert, da das Printportal selber kostenlos ist.
one2edit – one2edit wird seit kurzem bei Eberl eingesetzt und stammt aus dem Hause Kuhnert. Dabei handelt es sich um eine hocheffektive InDesign Server Management-Lösung. Sie erlaubt schnelle Korrekturen an den Druckdaten. Harald Wolfbauer stellt one2edit live im Einsatzgebiet Dokumentenübersetzung vor. Alle Änderungen laufen über einen Webserver, während die Dokumente im Hintergrund mit InDesign bearbeitet werden. „Die Kosten hängen von Adobe ab. Der InDesign-Server ist gut, aber nicht ganz kostengünstig“, so Eberl. Weiter sagt er, dass one2edit hundertprozentiges WYSIWYG bietet und es durch die genutzten Stilvorlagen zu höchstens zehn Prozent Mehraufwand für die Kunden gibt.

Harald Wolfbauer sieht in w2p-Lösungen eindeutig eine „Speerspitze für das Geschäft und im Verkauf“. Kunden suchen innovative Lösungen, die Eberl ihnen auch bietet. Er rechnet mit einer Marktsättigung in den nächsten fünf Jahren, doch im Moment gibt es nur Vorteile für die Firma Eberl durch die eingesetzten Web-to-Print-Lösungen. Und das, obwohl alle Anwendungen Standalone-Anwendungen sind. „Dennoch kann man sich bis zu einem gewissen Punkt vernetzen“. Die Ziele sind, die Bedürfnisse der Kunden abzudecken sowie schnell und einfach perfekt zum Ergebnis zu führen.
 
Im Dialog mit Bernd Zipper erklärt Harald Wolfbauer, dass die Kunden mittlerweile auf die Druckfirmen zukommen um einen möglichst perfekten Partner für ihre Projekte suchen und dank der w2p-Lösung ist Eberl ganz vorne mit dabei. Ein Problem sieht er dennoch in den Lösungen: „Kleinere Druckereien werden wegrationalisiert und Menschen verlieren ihren Job“.

Thema: Patente
Stirbt der Web-to-Print-Markt?

Patentanwalt Klaus Bungartz aus der Kölner Kanzlei BUNGARTZ & TERSTEEGEN, ist Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft zur Förderung des freien Wettbewerbs Web-to-Print und berichtet auf dem fünften Web-to-Print Kongress über die aktuelle Entwicklung in Bezug auf die Patente der Firma Vista Print – allen voran das Patent EP 1040428. „Der Patentkrieg ist noch nicht erledigt. Ein Meilenstein ist geschafft, doch das Urteil über das Vista Print Patent ist noch nicht rechtskräftig und das kann auch noch dauern.“

Zu Beginn seines Vortrags erklärt Klaus Bungartz die Grundlagen der Patentierbarkeit. So dürfen  „keine Programme für Datenverarbeitung (als solche)“ geschützt werden. Die EU wollte diesen Teil aus dem Gesetz streichen, doch die Open-Source Gemeinde ging dagegen an – mit Erfolg. Programme sind also nicht patentierbar aber dennoch urheberrechtlich schutzfähig.

Er wusch Bernd Zipper & Co die Köpfe, als sie zum ihm kamen und teilweise unvertretbare Vorstellungen hatten, wie man gegen das Vista Print Patent vorgehen sollte. Dennoch meinte er: „Wenn ihr nichts macht, habt ihr ein Problem.“ Denn: 

1)    Ausschluss der „Programme für die Datenverarbeitung“ heißt nicht, dass Software nicht patentfähig ist!
2)    Ausschluss erfasst nur Programme als solche, nicht aber Anwendung und Verwendung

Doch dank einer Qualitätsoffensive des Patentamts (die Anforderungen an Patente sind erhöht worden) gab es immer weniger Trivialpatente. Wenn aber 3-4 Dinge die bisher einzeln Möglich sind, kombiniert und automatisiert werden, könnte man so ein neues Patent bekommen, da laut dem Patentamt in diesem Rahme eine „Erfindung“ vorliegt.

Software wäre Schutz und patentfähig, nur ist ein Programm als solches nicht patentfähig „wenn es keine technische Wechselwirkung zwischen Hardware und dem Programm gibt“. Denn wenn dies der Fall ist hat man ein „Programm als solches“.

Als Beispiel nennt Bungartz: Ein Programm zur Messwertaufnahme und -Ausgabe auf dem Bildschirm ist ein Datenverarbeitungsprogramm als solches. Die Programmanwendungen der Firma Eberl wären patenttechnisch gesehen „nicht technische Programmfunktion“, verändert den Rechner an sich nicht und sind somit keine Neuheit.

Das Vista Print Patent wurde am 2. April vom europäischen Patentamt widerrufen, da es bereit 1996 ähnlich funktionierende Programme gab: Unter anderem Corel Office als Java-Anwendung; APLIX (die Software lag auf einem Server, Teile davon werden zum Client übertragen) – doch gab es keine Patente die all diese Ansprüche beinhalteten. Trotzdem wurde die Erfindungshöhe aberkannt, da für den Fachmann die Zwischenschritte erkenntlich sind und es sich somit um ein Trivialpatent handelt. Der Tipp von Klaus Bungartz: Je mehr man über solche Funktionen spricht und sie im Vorfeld ausbreitet, umso besser ist der Schutz vor großen „Schutzpatenten“ an denen man nicht mehr vorbeikommt.

Thema: Patente
Die Branche schließt sich zusammen
Wilhelm A. Soll ist stellvertretender Vorsitzender der IGW („Interessensgemeinschaft zur Förderung des freien Wettbewerbs Web-to-Print e.V.“, Webseite: ig-web-to-print.de). Er stellt die am 8. Dezember 2007 in Düsseldorf gegründete Interessensgemeinschaft vor und gibt Auskunft über Ziele und derzeitige Maßnahmen. So macht sich die Vereinigung stark für eine offene patentfreie Nutzung von w2p für alle. Trotz dem Kampf um Kundschaft, sitzen viele Firmen in einem Boot, denn „so trocken die Materie auch ist, so ernst ist sie für uns. Patente gehen uns alle an.“

Bisher sind schon über 4000 Unternehmen der IGW beigetreten, denn man will auch alleine etwas erreichen und bewegen und sich nicht nur auf den Bundesverband Druck und Medien (bvdm) verlassen.

Fragerunde: Was bedeuten die Web-to-Print Patente für Anwender und Anbieter?
Fragen aus dem Publikum

Bernd Zipper, Klaus Bungartz und Wilhelm A. Soll eröffnen die Fragerunde für die Anwesenden. Zuerst erläutert Bernd Zipper die Funktionen des Vereins, bevor erste Fragen aus dem Publikum kommen.

Da es aktuell 87 Vista Print Patente gibt, fragt eine Teilnehmerin, wo man diese nachlesen kann? Dies ist, laut Klaus Bungartz im Internet der Fall, auf der Webseite des Patentamts. Eine weitere Frage, die deutlich macht, dass der Markt etwas verunsichert ist, lautet: „Wer wird durch die Patente blockiert? Wer ist betroffen?“ Printshop24.de, ein Shop der betroffen ist, zeigt, dass man trotz Klage weitermachen kann.

Dr. Heiner Flocke von patentverein.de meldet sich dann zu Wort und weist auf die Interessenskonflikte des Patentamts hin, die durch Patente ihre Einnahmen beziehen und zu wenig Prüfer für die Menge an Patenten haben. Daher ist es schwer auf Qualität zu achten, trotz der zuvor bereits angesprochenen Qualitätsoffensive. Sein Verein habe bereits den Justiz- und Wirtschaftsminister aufgefordert die Gesetze zu überarbeiten. Er macht nochmal deutlich, dass Druck ausgeübt werden muss, da sonst der Mittelstand durch Patentklagen zu Grunde geht. Weiterhin ist seine Meinung, dass die Branche nicht warten soll, w2p zu nutzen, nur weil eine mögliche Rest-Gefahr durch das Vista Print Patent vorhanden ist: Es wird ständig irgendwelche anderen Patente geben, die den Markt einschränken könnten.

Bernd Zipper schließt die Fragerunde mit einem Statement ab: „Überlegen sie es sich, ob sie der Interessensgemeinschaft beitreten wollen. Machen sie mit, nutzen sie Web-to-Print und nutzen sie die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Sonst freuen sich Holländer und Engländer und ziehen an uns vorbei. Machen sie mit!“

FIAT/Alfa Romeo
Dialog Marketing mit Contact!
„Contact!“ heißt die Lösung, die Dr. Matthias Petzold (Marketing bei Alfa Romeo) nach einem kurzen Video-Einspieler vorstellt. Dabei handelt es sich um ein Dialog-Marketing-System der Firma meiller direct. Die Gewinnung von Interessenten, Informationsanforderungen über das Internet (zum Beispiel die Anfrage nach einer Probefahrt)  sowie die Kundenbetreuung (durch ein Service/Call Center) laufen alle über das Programm. Vorteile bestehen darin, dass es sich um ein System handelt, mit dem alles abgedeckt werden kann und auf das aufgebaut wird. Anfragen werden schneller beantwortet als mit alten Systemen. Durch die einfache Handhabung des Systems und einen weitreichenden Funktionsumfang ist es ebenfalls ein „Programm zur Verkaufsunterstützung“, so Dr. Matthias Pertzold.

Folgende Funktionen bietet „Contact!“: Analyse & Reporting, Mailing Produktion + Fullfillment (z.B.: Prospektwünsche, die meiller für Fiat erfüllt), E-Mail & Newsletter, Response Management, Call Center.

Web-to-Print im Franchising
Beispiel: Motoo
Jürgen Walleneit ist Geschäftsführer der MSH AND MORE Werbeagentur. Es handelt sich dabei um eine Full-Service Werbeagentur, die von Grund auf Firmen hilft – auch bei der Namens- und Logofindung bzw. Entwicklung. w2p wird als aktives Vertriebstool und zur Kundenbindung benutzt. Bei dem Autoteillieferant Motoo war zuerst auch nichts da und so entwickelte MSH AND MORE ein Franchise Konzept mit Namen, Logo und setzt Pageflex in Verbindung mit Storefront für die Erstellung von Druckvorlagen für Werbemittel ein.  Über das w2p-Interface werden alle zu Motoo gehörenden Werkstätten eingebunden. Sie haben Zugriff auf einen über Templates leicht personalisierbaren Printshop, den Pageflex Storefront.

Storefront dient als Regelwerkzeug für InDesign, da hier Regeln definiert und Funktionen angereichert werden, die die Kunden online nutzen können.

Prozess für Motoo: Printshop-Portal -> Editierbare Werbemittel -> Warenkorb -> Bestellwesen -> Proof -> Qualitätssicherung (Datenoptimierung) -> Produktion und Auslieferung

Der Motoo Printshop wird daraufhin kurz live vorgestellt:
Pageflex wird über Java in den Browser geladen, Formulare ermöglichen es dem Werkstattmeister alles nötige auf seinen Werbemitteln zu ändern. Es ginge auch über einen Editor, mit dem Texte direkt im Werbemittel geändert werden können (nach den Regeln von WYSIWYS), jedoch ist dies für viele Werkstattmeister zu kompliziert. Wenn die Meister ihre Werbemittel erstellt haben, kümmert sich MSH AND MORE auch um Ausdruck und auch die Zustellung der Werbemittel. Dies ist laut Bernd Zipper, der Jürgen Walleneit im Anschluss an seinen Vortrag befragt, ein wichtiger Trend für den w2p-Bereich: „Der Transport ist genauso wichtig wie ein guter Druck.“ Auf die Frage, wie das neue System angekommen ist, antwortet Jürgen Walleneit: „Super positiv! Die Kunden sind begeistert.“

Mit Web-to-Print und Geomarketing in die dritte Dimension
Sven Hagemann von der Firma msp druck und medien spricht über die Vorteile von Geomarketing im Druck und Medienbereich und erläutert, welchen Einfluss es auf den w2p-Sektor hat. Geomarketing wird bereits seit Jahrzehnten eingesetzt, unter anderem in der Straßen- und Energieplanung. Anwender kommen auch schon lange damit in Kontakt, zum Beispiel wenn sie Kartenplanungen im Internet vornehmen. Jetzt entdeckt auch die Wirtschaft das Geomarketing, welches hilft den Markt und die Kunden besser zu bewerten und einzuteilen. Nach Sven Hagemann hilft dies gemäß dem Motto: „Think global, act local“ – lokal handeln, aber in großen Maßstäben denken und planen.

Die Datensammelwut von Unternehmen hat in letzten Jahren eine Menge Tabellen und Datenbanken gefüllt, doch visuelle Karten die mit Geomarketing aufbereitet werden, helfen beim Verständnis, denn sie zeigen auf einer Karte, wo welche Art von Kunde wohnt. Ganz nach dem Sprichwort „Gleich und Gleich gesellt sich gern“, leben nämlich Personen mit bestimmten Vorzügen und Wünschen in Nähe von Personen mit ähnlichen Zielen und Vorstellungen. Somit kann man dank Geomarketing ganze Personen- und Wohngruppen schneller auswerten. Es reicht in einem Hochhaus ein paar Mieterprofile zu kennen und baut auf diesen Daten ein Profil für die gesamten Personen auf, die dort wohnen.
Immer mehr Firmen nutzen Geomarketing in Zusammenarbeit mit w2p. Beide Bereiche sind laut Sven Hagemann sogar so fest verbunden, dass es Geomarketing ohne w2p gar nicht erst geben würde. So wurde zum Beispiel ein Flyer neu in eine Stadt gezogenen Personen geschickt, welcher eine Karte enthält. Diese Karte im Flyer zeigt in der Nähe befindliche Geschäfte und Einrichtungen, die auf die Person speziell bezogen sind (Eine Frau mit neugeborenem Kind bekommt zum Beispiel die Kindergärten in der Nähe aufgezeigt). Ein mit Geokodierung ausgestatteter Flyer sorgte für 18 Prozent mehr Umsatz als ein Flyer in dem sich ohne Karte, nur eine Liste an Unternehmen und Einrichtungen in einer Tabelle befanden. Gleichzeitig konnte die Stadt Köln, in der dieses Projekt durchgeführt wurde, Werbeinnahmen genieren. Denn Firmen bezahlen für ihren Platz in dem Flyer.
Natürlich ist das spezielle Drucken nach Geomarketing teuer, da für die meisten Kunden ein neues Produkt hergestellt (sprich gedruckt) werden muss. Ein weiterer wichtiger Punkt, der in Zukunft eine größere Rolle spielen wird, ist der Datenschutz. Immer härtere Gesetze machen es immer schwerer Lösungen zu finden. Doch genau diese Lösungen suchen die Anwender. Sie wollen einfache Lösungen zu ihren Problemen.

Nach dem Vortrag bittet Bernd Zipper Sven Hagemann auf dem nächsten Web-to-Print Forum eine Live-Präsentation durchzuführen, was dieser gerne machen möchte. Bei Geomarketing handelt es sich um ein „hochinteressantes Thema“, so Bernd Zipper und es wird sicherlich immer mehr Einfluss in den nächsten Jahren bekommen.

Maßgeschneidert und effizient
Automatisierte Produktion von Druckerzeugnissen mit iBrams und Adobe InDesign Server

Rainer Rings, Geschäftsführender Gesellschafter der M.P. Media-Print Informationstechnologie stellt die Verwendung von iBrams in Verbindung mit einem  InDesign Server als maßgeschneiderte und effiziente automatisierte Produktion von Druckerzeugnissen vor. Anfangs wurde bei M.P.  ohne w2p gearbeitet, nun setzt man, zur Kostensenkung und um bessere Kommunikation mit den Kunden zu ermöglichen, auf w2p. iBrams wird eingesetzt weil es eine flexible Oberfläche bietet, Mehrsprachigkeit unterstützt, Investitionssicher ist und sich in der Praxis weltweit durchgesetzt hat. „Es verkürzt Arbeitsabläufe im PrePress-Bereich, strafft die Prozesse und optimiert den Produktions-Workflow“, so Rainer Rings Somit ist Media-Print heute in der Lage mit den Kunden schnell und effizient Korrektur-Workflows durchzuführen.

Zielsetzung für die Kundenkommunikation mit iBrams:
1. Import von strukturierten XML Daten
2. Standardisierung von 400 individuellen Vorlagen
3. Reduzierung des Verwaltungsaufwandes bei Kunden

4. Steuerbare Korrekturabläufe zwischen Kunde und Vertrieb

Diese Ziele setzt man durch einen InDesign CS3 Server  mit einem Templatesystem für die Druckdateien um und über iBrams erzeugt man eine persönliche Startseite für jede Firma. Dabei müssen einige Kriterien eingehalten werden:

– Benutzerverwaltung mit Rechten und Rollenkonzept
– Dreistufiger Freigabeworkflow
– Corporate Identity (CI) muss eingehalten werden, auch auf der Startseite (Internetauftritt)
– PDF-Datensätze werden aus einem Standard-Template erstellt
– Statusverwaltung  der Aufträge

Ein Printshop wird kurz danach live vorgestellt. Eine Individualisierung des Druckmusters, welches bei der Präsentation im Beispielshop eingesetzt wird, ist möglich und während man früher Drag & Drop benutzte, geht heute fast alles über einen automatisierten Prozess. Mit dem System von iBrams und dem InDesign CS3 Server bietet Media-Print seinen Kunden heute eine individuelle Druckproduktions und w2p-Lösung an.

Web-to-Print im Webshop
Realisation und Chancen
Rouven Andre Barmbold von der Firma AMDRE stellt seinen Webshop printshop24.de vor. printshop24.de ist heute einer der erfolgreichsten deutschen Online-Print-Shops. Früher jedoch war AMDRE eine klassische Werbeagentur, wurde im Verlauf der Zeit zu einer Internetagentur und dann zu einem Druckdienstleister bzw. Druckmakler (Makler, da man Druckaufträge nur sammelt und weiterleitet, aber keine Druckerei ist). Im Jahr 2000 wandelte sich die Firma zu einem Onlinedruckdienstleister und nutzte das PDF Format. Im Jahr 2002 veröffentlichte man printshop24.de und ist heute eine Full-Service (Druck) Agentur und beschäftigt 24 Mitarbeiter. Zurzeit werden, so Rouven Barmbold, 5 Millionen Visitenkarten im Monat gedruckt.

Die Referenzenarbeiten von AMDRE sind Stempel, Etiketten und Bierdeckelmarketing (für Fußball Bundesliga und den Bundestag). Die Bundespost lässt ihre Visitenkarten bei printshop24.de drucken und gibt sie per Upload auf der Webseite ins System. Als weitere Referenzen gibt Rouven Barmbold Ferrero, Deutsches Rotes Kreuz, und die Junge Union an, die allesamt die selbst programmierte w2p-Shop-Lösung von printshop24.de nutzen.

Zu AMDRE gehören starke Netzwerkpartner wie Offset- und Digitaldruckerei, Agenturen (die das über CSS anpassbare Shopsystem als eigenes Portal zur Kundenbindung nutzen) und Werbemittelhersteller.

Im weiteren Verlauf seiner Präsentation geht Rouven Barmbold auf die Realisation von Printshop24.de ein:

1996 begann man mit einer hundert Mann starken Vertriebsmannschaft. Man setze auf externen, hochwertigen Offsetdruck (den man auch heute noch einsetzt) und ist stolz, FM Raster zu benutzen (welches nur sehr wenige Druckereien anbieten).
2000 wurde die erste Web-to-Print Lösung entwickelt mit einem Visitenkarteneditor auf Basis von Java, HTML, JavaScript, ASP und PDFlib. Da das Internet immer mehr an Bedeutung gewann, wandelte AMDRE das Vertriebskonzept und wechselte auf eine internetbasierende Auftragsakquise.
2002 ging printshop24.de online mit Produkterweiterungen für Etiketten, Postkarten und weiteren Produkten. Der Upload von Druckbildern war im jpg-, gif- und pdf-Format möglich. Ein Partnerprogramm ermöglichte es Resellern (wie den oben genannten Agenturen) Partnershops die auf printshop24.de aufbauen, zu eröffnen.
2003 kam die OCI-Schnittstelle (Open Catalog Interface) von SAP hinzu und die Produktpalette wurde erneut erweitert um Flyer, Stempel und weitere Angebote.

Im Jahr 2004 erfolgte ein Re-Launch der Webseite printshop24.de mit erneut überarbeiteten Produktangeboten wie Speise- und Getränkekarten. Um die Kommunikation mit den Großkunden zu ermöglichen, wurde ein genaues Benutzerprotokoll eingeführt, und zusätzlich eine Paketverfolgung und ein Freigabesystem in den Shop integriert
Bei einer Live-Demonstration der printshop24.de Webseite zeigt Rouven Barmbold wie schnell und direkt ein Stempel erstellt und in die Bestellung gegeben werden kann. Das System ist, wie Rouven Barmbold erklärt, „bewusst einfach gehalten“, um eine intuitive Benutzerführung zu ermöglichen und „Kunden zu leiten“. Ebenfalls wurde großer Wert auf ein schnelles System gelegt, da „die Kunden nicht lange warten sollten, bis sich etwas auf der Webseite tut“. Hervorzuheben ist laut Rouven Barmbold ebenfalls, dass das komplette System eigenständig geschrieben ist und ohne externe Lösung (wie iBrams oder Adobe) auskommt.

Zum Abschluss seines Vortrags, geht Rouven Barmbold auf die Probleme durch Patentstreitigkeiten ein. Seine Firma hat sich bereits frühzeitig (auch mit Konkurrenten) zusammengeschlossen, um gegen Trivial- oder Schutzpatente vorzugehen. All das geschah mit dem Ziel einen offenen w2p-Markt zu ermöglichen. Außerdem ist AMDRE der IGW beigetreten.

ad on – Das Marketing-Management-System für PEUGEOT-Vertragspartner
Thomas Söder (Koordination Verkaufsförderung und regionales Marketing) von Peugeot Deutschland stellt das Marketing-Management-System „ad on“ vor. „ad on“ ist ein System welches von der Agentur Mehrkanal unter dem Namen „Bison“ entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um ein modular aufgebautes System mit dem Peugeot Vertragshändler unter anderem schnell und mit wenig Schritten eigenständige, CI-konforme Tageszeitungsanzeigen individualisiert online erzeugen können und direkt an die Anzeigen-Abteilung der Zeitungen weiterreichen können. Außerdem unterstützt das System bereits Geokodierung, ein Stichwort welches bereits großen Zuspruch im Verlauf des Web-to-Print-Forums fand.

Thomas Söder, der seit dem 1.1.2007 bei Peugeot arbeitet, hat die komplette Umstrukturierung  des Management-Bereichs bei Peugeot mitgemacht. Am 1.9.2007 gab man das System Bison, was bis dahin nur in Gedanken existierte in Auftrag und konnte es bereits zum 1.12008 konstruktiv einsetzen. Seit diesem Termin basiert das Online-Marketing-Management-System von Peugeot auf diesem System.
Zeitungsanzeigen werden, wie in einer Live-Demo gezeigt, schnell und unkompliziert erstellt, sind CI-konform und abmahnsicher, da alle wichtigen Informationen in einer Anzeige automatisch gegeben sind, bzw. per Formular abgefragt werden.
Das Feedback ist, wie Bernd Zipper im Gespräch mit Thomas Söder nach dessen Vortrag erfährt, durchweg positiv ausgefallen. Die Geldeinsparung liegt durch das neue System bei 50 Prozent und es gab „keine großen Umgewöhnungsprobleme“ bei den Vertriebspartnern. „‘Ad on‘ ist ein lebendes, aktives System, das funktioniert“ so Thomas Söder der, wie Bernd Zipper feststellt „stolz aus allen Poren“ ist.

PDF-Bibliothek oder InDesign Server als Satz-Engine?
Was leisten die Technologien und wann ist ihr Einsatz im Web2Print Umfeld sinnvoll?
Klaus Kurz, verantwortlich für Business Development der Firma Adobe Systems prophezeit, dass w2p-Systeme in den nächsten Jahren einen festen Platz in der Medienproduktion einnehmen. Dabei werden die Grenzen zwischen w2p, Database Publishing, CMS (Content Management Systemen) und Redaktionssystem immer weiter verschwimmen. Wird auf w2p gesetzt, spart eine Firma Zeit und dadurch auch Geld.

Klaus Kurz stellt als w2p-Lösung die PDF-Bibliothek in Zusammenarbeit mit einem InDesign CS3-Server als Satz-Engine vor.
Die Firma Adobe ist in den letzten 25 Jahren von einer zwei Mitarbeiter starken Firma zu einem großen Unternehmen mit über 7000 Mitarbeitern angewachsen. 1982 war das Zugpferd von Adobe das PostScript-Format, heute ist eines der wichtigsten Projekte Adobe AIR („Adobe Integrated Runtime“).

Klaus Kurz definiert Web-to-Print Einsatzgebiete wie folgt:

– Statische Online Shops (Beispiel: printshop24.de)
– Dateien per Mail /FTP an Druckdienstleister senden (Bernd Zippers Einwand: „Das stimmt nicht!“)
– Web Portale für Brandmanagement
– Web Portale für Personalisierung
– Web Portal für Online Formulare (Beispiel: Steuererklärung)
– Anzeigen (klassisches Einsatzgebiet)
– Web Portale für Übersetzungsmanagement

Durch w2p ist es möglich Druckunterlagen zu bestellen, verwalten und anzupassen. Die Vorteile (hier vor allem für den Adobe InDesign CS3-Server) liegen auf der Hand:
– Keine Installation und Wartung auf Anwenderseite
– Beschleunigte Erstellungsprozesse
– Rechte und Design-Vorgaben
– Einheitliches Dateiformat
– Einbindung von Agentur, Kunde und Druckerei
– Flexibel und leicht skalierbar
– Automatisierung
– Personalisierung

Web-to-Print und Industriekataloge? Geht nicht, gibt´s nicht
w2p ist mehr als Werbemittelerstellung. Eine zukunftsorientierte w2p-Lösung geht weit darüber hinaus: Die Prozesse von der Speicherung komplexer Produkt- und Feindaten bis hin zum Bilddatenmanagement werden webbasiert unterstützt. Die Ausgabe via Database-Publishing und der Feinschliff machen den Web- to-Print-Prozess perfekt. Damit lassen sich nicht nur Werbemittel, sondern auch hochwertige Kataloge effizient erstellen. Am Beispiel eines führenden Herstellers für Vakuumtechnik wird gezeigt, wie die Erstellung hoch komplexer Industriekataloge mit der w2p-Lösung der ContentServ realisiert wird.

Web-to-Print
Top-Trends zur drupa 2008
Die drupa 2008, weltgrößte Messe für Druckmedien, greift zum ersten Mal das Thema Web-to-Print auf. Wie keine andere Messe beeinflusst die drupa die Print-Media Industrie. Bernd Zipper stellt auf dem Forum ein paar der Neuheiten vor. Außerdem geht Bernd Zipper auf die Bereiche RIA („Rich Internet Applications“) und Adobe AIR („Adobe Integrated Runtime“) ein, und erläutert die Bedeutung für den w2p Bereich.

Link:

Web-to-Print Forum Webseite

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

Leave A Comment