Bill Gates investiert in Atomkraft

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Die Unternehmen Terra-Power und Toshiba arbeiten an der Entwicklung neuartiger Atomkraftwerke, die fast ohne Wartung auskommen und einen sehr geringen Bedarf an Brennstoffzellen haben sollen. Finanziert wird das Projekt zu großen Teilen aus dem Privatvermögen von Microsoft-Gründer Bill Gates, wie Focus die Zeitung Nikkei zitiert.

Die neuen Reaktoren sollen bis zu 100 Jahre Energie produzieren, ohne dass die Brennstoffzellen ausgetauscht werden müssen. Diese bereiten vor allem wegen der Lagerfrage bei heutigen Atomkraftwerken die größten Probleme. Die für die neue Generation von Laufwellenreaktoren verwendeten Brennstoffzellen wiederum bestehen nicht  aus angereichertem Uran, wie es in den zurzeit aktiven Reaktoren verwendet wird, sondern fast ausschließlich aus natürlich vorkommendem oder abgereichertem Uran. Letzteres ist ein Nebenprodukt der Urananreicherung, allein die USA besitzen 700.000 Tonnen des Materials.

Der weltweite Vorrat an abgereichertem Uran soll die Menschheit für ein ganzes Jahrtausend mit Strom versorgen können, will der Präsident von TerraPower, John Gilleland, laut Spiegel Online errechnet haben. Außerdem sollen die Mini-Reaktoren kaum gewartet werden müssen, somit werden nicht nur der radioaktive Abfall reduziert und weniger der ohnehin knappen Uranressourcen verbraucht, auch die laufenden Kosten sind bedeutend geringer.

Die Nachfrage nach den kompakten kleinen Reaktoren dürfte immens sein, da inzwischen viele der Atomkraftwerke aus den 50ern und 60ern erneuert werden müssen. Allerdings werden die neuartigen Atommeiler wohl frühestens in zehn Jahren einsatzbereit sein.

Das amerikanische Unternehmen Terra-Power wurde 2000 gegründet, um die nächste Generation von Laufwellenreaktoren zu entwickeln. Haupteigner ist Bill Gates, an der Spitze des Unternehmens steht der ehemalige Technologiechef von Microsoft, Nathan Myhrvold. Terra-Power wird mit dem japanischen Konzern Toshiba, führend in der Herstellung von Atomreaktoren, zusammenarbeiten. Schon im November letzten Jahres hatten beide Parteien zusammen Toshibas Kernforschungszentrum besichtigt.

(Imke Hans | Quellen: Winfuture, Spiegel Online, Focus, Mainichi Daily News, Golem, TerraPower)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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  1. louis vuitton

    Die Nachfrage nach den kompakten kleinen Reaktoren dürfte immens sein, da inzwischen viele der Atomkraftwerke aus den 50ern und 60ern erneuert werden müssen. Allerdings werden die neuartigen Atommeiler wohl frühestens in zehn Jahren einsatzbereit sein.

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