CeBIT News: Technische Telekinese

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Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMF) geförderten Projekte brain@work und Bernstein Fokus: Neurotechnologie warteten mit einem absoluten Highlight der CeBIT auf: dem Berlin Brain-Computer Interface (BBCI).

Wissenschaftler der TU Berlin, der Berliner Charité, des Fraunhofer Instituts FIRST, der Siemens AG und der Daimler AG entwickelten in Zusammenarbeit einen leichten EEG-Helm, mit dem sogar Automaten gesteuert werden können, indem Gehirnaktivitäten in Steuerungsbefehle umgewandelt werden.

In dem unten gezeigten Experiment  steuerte Proband Marcel Venthur mit seinen Gedanken die Hebel eines Flippers. Venthur muss sich dazu die erforderliche physische Bewegung vergegenwärtigen. Stellt er sich also vor, seine linke Hand zu bewegen, so bewegt er damit direkt die linke Klappe des Automaten.

Ein weiteres Live-Experiment zeigte den Einsatz des EEG-Helms in einem Fahrsimulator. Dabei konnten die typischen Gehirnsignale für Notbremsungen ausgelesen und umgesetzt werden. Das bringt dem Fahrer ca. 200 Millisekunden Zeitersparnis – im Notfall unter Umständen entscheidend.

Elektroenzephalogramme (EEG) zeichnen die Gehirnaktivität des Menschen auf. Dazu werden Spannungsschwankungen im Millionstel Volt-Bereich von empfindlichen Sensoren direkt auf der Kopfhaut gemessen. Vor der Entwicklung des neuen Helmes mussten zahlreiche Elektroden mit leitfähigem Gel direkt auf der Kopfhaut angeklebt werden. Durch den Helm wird dem Patienten dieser langwierige und aufwändige Prozess erspart.

Bisher wurde die EEG-Technik in der Medizin hauptsächlich für Epilepsie-Patienten und zur Diagnose eines möglichen Hirntods verwendet. Mit dem neuen Helm wird nicht nur die eigentliche Messprozedur vereinfacht, er könnte außerdem Patienten mit motorischen Störungen das Leben enorm erleichtern.

Ein weiteres Highlight war die am Fraunhofer-Stand vorgestellte „iPoint“-Technik. Mit dieser braucht es nur einen Fingerzeig, um beispielsweise einen Herd an, aus oder höher zu stellen. Die Geste wird über zwei Kameras und Infrarot übertragen und dann umgesetzt. Allerdings wird diese RFID-Technologie für die Küche von Otto und Gerda Normalverbraucher viel zu teuer sein; Hausfrau und -mann werden ihre Utensilien wohl weiterhin manuell bedienen müssen.

(Imke Hans | Quellen: Hannoversche Allgemeine , BMF, BBCI, IdW)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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