Chrome Web Store und HTML5-Video

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Google startet auf seiner Entwicklerkonferenz mit dem Chrome Web Store einen Marktplatz für Anwendungen von HTML5. Damit Entwickler ihre Apps verkaufen können, soll zudem ein Bezahlsystem integriert werden.

Quelle: google.com

Bis Ende 2010 sollen immer mehr Browser immer mehr Features des neuen HTML5 unterstützen.
Der Chrome Web Store soll ein offener Marktplatz für Webanwendungen von HTML5 werden, wo Nutzer Apps aus dem gesamten Internet finden können. Bewertungen und Testberichte von Nutzern soll dabei mehr Transparenz bieten. Auf diesem Weg sollen Entwickler von HTML5 Apps, ihre Anwendungen an die Nutzer vertreiben können.

Ähnlich wie bereits bei Apple, soll der Chrome Web Store ein zentraler Anlaufpunkt für Webapps in HTML5 werden. Auch Content solle sich über den Chrome Web Store vertreiben lassen. So wurden beispielsweise Magazine wie Sports Illustrated, sowie Spieler gezeigt. Mit dem Google Native Client in Kombination mit WebGL sollen Spiele in Zukunft einfach in eine Webversion umwandelbar sein.

Mit einem einfachen Bezahlsystem will Google auch das Thema Monetarisierung angehen. Eine vorläufige Dokumentation des Chrome Web Store hat Google bereits veröffentlicht. Der Web Store soll im laufe des Jahres seine Pforten öffnen und in Googles Chrome integriert werden.

Zusätzlich zum Chrome Web Store wurde auf Googles I/O der neue Videocodec VP8 als Open Source freigegeben. Mit WebM hat Google ein neues Projekt zur Durchsetzung der freien Formaten für Web-Video ins Leben gerufen und sich dazu direkt die Unterstützung von Opera und Firefox gesichert.

WebM soll ein vollständig offenes Videoformat als Standard für HTML5-Videos etablieren. Der Kern wird dabei durch den VP8-Coced gebildet, den Google im Februar durch den Kauf von On2 Technologies übernommen hatte. Beim Audiocodec setzt man schon seit einigen Jahren auf das bewährte Vorbis, als Container wird eine Variante des Matroska-Formats (.mkv) genutzt.

Dass Google hierbei keineswegs einen Alleingang macht, wurde in der Keynote der Google I/O klar. So sprachen sowohl Mozilla als auch Opera ihre umgehende Unterstützung für WebM aus. „Nightly“-Versionen der beiden Browser sollen ab sofort WebM-Unterstützung bieten. Selbstverständlich gilt dies auch für Googles Chrome-Basis Chromium.

Doch was bringt das tollste offene Format, wenn Online-Portale es nicht nutzen? Darüber brauch sich Google keine Sorgen machen. So wird ab sofort neu auf YouTube hochgeladenes Material automatisch auch für WebM kodiert und bereits bestehendes Videomaterial an das neue WebM-Format angepasst. So soll in naher Zukunft das gesamte YouTube-Angebot für WebM fit gemacht werden.

Bereits gestern Abend hat Microsoft auf Googles Ankündigung reagiert. So betont man in einem Blog-Eintrag, dass man voll und ganz hinter HTML5-Video stehe, jedoch stünden bei der Codec-Wahl technische und rechtliche Probleme im Wege. Eine Unterstützung des VP8-Codecs für HTML5-Videos sei jedoch bereits im IE9 integriert. (Marco Schürmann | Quellen: engadget.com, gizmodo.com [1], gizmodo.com [2])

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