Digitale Vernetzung von Alltagsobjekten

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(9. Juli 2008 – jb) Der Supermarkt-Besuch von morgen: Joghurt, Milch, Müsli, Obst und Wurst in die Einkaufstasche packen und nach Hause gehen. Kein Anstehen an der Kasse, kein hektisches Wühlen nach der Geldbörse, kein Umpacken vom Einkaufswagen in die mitgebrachten Beutel. Wie viel der Einkauf gekostet hat, steht am Ausgang auf dem Display des Einkauswagens – und auf der nächsten Kreditkarten-Abrechnung. Fertig.

 

Die Technologie für dieses Szenario gibt es im Prinzip schon: RFID heißt sie, abgekürzt für Radio-Frequenz-Identifikation. Dank RFID kann die fettarme Bio-Milch der Computerkasse am Ausgang mitteilen: Ich bin ein Liter fettarme Bio-Milch. Das Preisschild sendet dazu einen Identifikationscode aus, den die Kasse entschlüsseln kann. In den Alpen reduzieren "funkende" Skipässe bereits Wartezeiten am Lift. In Korea kommt die Technik auch schon bei Fahrten mit dem Bus zum Einsatz: Die Fahrkarte sendet Daten an einen Empfänger; der Fahrpreis wird vom Konto des Kunden abgebucht. 

Die Funk-Preisschilder sind nur ein Beispiel für die digitale Vernetzung von Alltagsobjekten – sozusagen der "kleine Bruder" einer Technologie namens "Cooperating Objects". Experten prognostizieren dieser riesige Wachstumschancen. Die EU fördert daher seit Juni 2008 ein Projekt, das die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet voran treiben soll. Der Bonner Informatiker Professor Dr. Pedro José Marrón leitet das "Cooperating Objects Network of Excellence" (abgekürzt "CONET"). Neben 11 Universitäten aus zehn europäischen Ländern sind auch führende Technologie-Unternehmen wie SAP, Boeing und Schneider Electric mit im Boot. Allein die EU lässt sich das Exzellenz-Netzwerk bis 2012 vier Millionen Euro kosten. Die Partner selbst steuern noch einmal sechs Millionen bei.

Wenn Professor Pedro José Marrón über die Möglichkeiten kooperierender Objekte redet, bekommt er glänzende Augen. "Das Thema ist extrem heiß", sagt er, "gerade auch für die Logistik-Branche." So können intelligente Etiketten nach dem Check-In am Flughafen dafür sorgen, dass die Koffer wirklich zum richtigen Flugzeug gelangen. Die Daten, die kooperierende Objekte generieren, lassen sich allerdings auch missbrauchen – beispielsweise für Käufer- oder Bewegungsprofile. "Der Datenschutz ist eine große Herausforderung", bestätigt der Informatiker, der an der Universität Bonn und am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin tätig ist. "Mit der Sicherheit der Technologie steht und fällt ihre Akzeptanz."

Kontakt:
Professor Dr. Pedro José Marrón
Universität Bonn und Fraunhofer Institut IAIS
Telefon: 0228/73-4220
E-Mail: pjmarron@informatik.uni-bonn.de

Link:
www.iais.fraunhofer.de

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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