Druckindustrie mit dem Rücken zur Wand

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Die deutsche Druckindustrie hatte 2009 in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten weniger starke Einbrüche zu verzeichnen als die meisten anderen bedeutenden Industriebranchen. Doch auch nach der Krise ist der Aufschwung 2010 nicht in Sicht. Zu dem Ergebnis kam der Bundesverband Druck und Medien letzte Woche. Im laufenden Jahr rechnet man mit einem Umsatzrückgang von 2,5 Prozent.

Bildquelle: www.siggset.de

Im Jahr 2009 erwirtschafteten die rund 15 000 Unternehmen der Branche einen Umsatz von ca. 21,7 Milliarden Euro. Dies sind rund sechs Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Die Kapazitätsauslastung der Betriebe sank im Jahresdurchschnitt 2009 auf 78,6 Prozent, das sind 3,4 Prozentpunkte weniger als 2008. In der deutschen Druckindustrie arbeiteten im Jahr 2009 rund 165.800 Mitarbeiter, das sind 4,1 Prozent weniger als 2008 (172 000). Angesichts des noch fehlenden Aufschwungs befürchtet der bvdm, dass die Zahl der Beschäftigten in der Druckindustrie im Jahr 2010 weiter abnimmt.

Das Exportvolumen der Druck- und Verlagserzeugnisse sank bedingt durch die globale Krise 2009 jeweils um 13 Prozent. Auch das Importvolumen ist geschrumpft und zwar um 9 Prozent für Druckerzeugnisse und um 7 Prozent für Verlagserzeugnisse. Insgesamt bleibt die deutsche Druckindustrie aber weiter Nettoexporteur. Exporten in Höhe von 4,2 Milliarden Euro stehen Importe in Höhe von 1,9 Milliarden Euro gegenüber.

Die Werbekonjunktur hat mit über 60% Anteil von werbeabhängigen Erzeugnissen eine große Bedeutung für die Druckindustrie. Die aktuelle Lage der Werbebranche ist von positiven Nachrichten wie zunehmenden Anzeigenerlösen und steigenden Auftragsvolumen zur Schaltung von Spots und Plakaten begleitet. Im vergangenen Jahr büßten besonders Tageszeitungen 16% ihres Werbevolumens ein. Publikums- und Fachzeitschriften verloren jeweils 17%.

Weitere Ergebnisse und Trends finden sich in der Pressemeldung des bvdm. (Daniel Schürmann | Quelle: bvdm)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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