E-Book Käufer: Wer sind sie und haben sie Auswirkungen auf Verkaufszahlen echter Bücher?

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(06. April 2009 – ga/ds) Käufer von E-Book Reader wie dem Kindle von Amazon oder Sonys E-Reader kaufen die Geräte nicht primär aus ökonomischen Gründen.

Auf der  Publishing Business Conference in New York (www.publishingbusiness.com), entstand ein interessantes Bild von Buchkäufern, speziell von elektronischen Büchern, den sogenannten E-Books und E-Book Readern. Nur etwa jeder zweite Amerikaner hat im vergangenen Jahr mindestens ein Buch gekauft, nur sehr wenige kauften mehr als zehn Bücher. E-Book Käufer gehören zu den Viellesern unter den Buchlesern.

Michael Norris (von Simba Information) berichtete über die Umfrage seiner Firma bei der es um die Buchkaufgewohnheiten geht. Etwa 50 Prozent aller Erwachsener US-Amerikaner kaufen gar keine Bücher Von den verbleibenden 50 Prozent kaufen die meisten etwa ein  bis fünf Bücher im Jahr. Eine kleine Fraktion der Buchkäufer – die „heavy Readers“ – kaufen mehr als zehn Bücher im Jahr. Außerdem gibt es noch eine Untergruppe derer, die viele Bücher für Geschenkzwecke kaufen. Viele der heavy Readers kaufen die Bücher aus dem Gefühl heraus (etwa 36 Prozent, ein viel größerer Prozentanteil als in den anderen Gruppen).

In anderen Sessions berichteten die Redner, dass (aktuell) E-Books meist nur von den heavy Readern gekauft werden. Dadurch kam die Frage auf ob der Kindle oder Sonys E-Reader den echten gedruckten Büchern den Rang ablaufen. Norris sagte, dass man normalerweise eine ganze Menge Bücher kaufen muss, um die Kosten eines E-Book Readers wieder reinzuholen. In den USA spart man normalerweise ca. 10 bis 15 Us-Dollar pro E-Book im Gegensatz zum gedruckten Buch und ein E-Book Reader kostet meist um die 300 Dollar. Menschen die so viele Bücher lesen und kaufen sind sehr selten Selbst wenn all diese Leute dazu übergehen würden, nur noch E-Books zu kaufen (und im Moment sieht es so aus, als würden sie dies nicht tun), wäre die Auswirkung auf die Buchbranche nur sehr gering. Und die Leute die viele Bücher als Geschenke kaufen, werden wohl kaum auf E-Books umschwenken, zumindest in der absehbaren Zukunft.

Weiterhin gibt es keine Anzeichen dafür, dass die E-Book Reader die Verkäufe echter Bücher negativ beeinflussen. Jeff Bezos (Amazon CEO) erklärte, dass man keinen Rückgang an bestellten gedruckten Büchern bemerkt hat.

Wir ziehen zwei Schlüsse daraus. Erstens: Die meisten E-Book Käufer kaufen die E-Books nicht aus finanziellen Gründen; zweitens: E-Books stellen im Moment eine Erweiterung des Marktes dar und sind kein Ersatz für gedruckte Bücher.

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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