Erste Zweifel am WePad

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Das WePad sollte ein „iPad-Killer“ werden. Unter all denjenigen, die sich nach einer preiswerteren Alternative zum iPad mit zugleich offenem Format sehnten oder denen die Zensur und wachsende Macht durch Apple zu groß wurden – breitet sich seit der Pressekonferenz am Montag Enttäuschung aus: Das dort vorgestellte WePad zeigte Windows-Fehlermeldungen.

WePad-Pressekonferenz (Quelle: Facebook-Fanseite)

Wie Neofonie laut heise.de zugab, handelte es sich bei dem vorgestellten Gerät um keinen funktionierenden Prototypen. Auf dem Modell, das erst kurze Zeit vorher vom Zoll freigegeben worden sei, sei ein Video in Endlosschleife zu sehen gewesen. Außerdem entdeckten Blogger von androidpads.com, dass auf dem vorgestellten Gerät nicht das Linux-Betriebssystem „WePad OS“ sondern Windows 7 lief, das im Blitzlicht der Kameras für eine Fehlermeldung sorgte.

Enttäuscht zeigten sich auch die Pressevertreter auf einer mehr schlecht organisierten Pressekonferenz, wie diese ein Blogger auf thomaskeup.blogspot.com beschreibt. Auf dieser bereits mussten die Verantwortlichen laut SPIEGEL die Frage, ob jemand das Touchscreen mal vorführen könne, zurückweisen mit der Erklärung, auf dem Gerät laufe nur ein Demonstrationsvideo.

Seitdem häufen sich die Zweifel in den Medien daran, ob das Wepad technisch tatsächlich genügend ausgereift ist. Für Neofonie besteht nun die Gefahr, dass der Hype der vergangenen Wochen in eine negative PR umschlägt. „Ein derartiges Gerät muss bei der öffentlichen Vorstellung, noch dazu vor etablierten Medien, in glaubhafter Weise funktionieren. Denn sonst schlägt die enorme Erwartungshaltung leicht in negative Publicity um, was die Marke und das Produkt-Image nachhaltig beschädigen kann“, analysiert Markenexperte Markus Hübner, Geschäftsführer von brandflow.

Den einzigen Ausweg aus einem PR-Dilemma sieht Hübner darin, dass bald ein fertiges Produkt vorgestellt werde. Diesem Problem scheint sich Neofonie bewusst zu sein: In einem Facebook-Posting kündigte CEO Hoffer von Ankershoffen an, einem ausgewählten IT-Journalist bereits am 26. April einen funktionierenden Prototypen zum Testen zur Verfügung zu stellen.

Erste heftige Kritiken äußern die Fans auf der Fanseite auf Facebook: Dort ist vom „Flop des Jahres“ die Rede und einige fühlen sich „übers Ohr gehauen“ und appellieren an Neofonie, sie sollen sich schämen für den „Sack voller Lügen“ und „die Decke über den Kopf ziehen“. Trotz der Skepsis scheint es auf der Fanseite immer noch genügend Menschen zu geben, die noch an das WePad glauben. Angestiegen ist die Mitgliederzahl zumindest mittlerweile auf 14.500. (Arne Unger | Quelle: androidpad.com, facebook.com, handelsblatt.com, heise.de, pressetext.de, spiegel.de)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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