Google: Anti-Mobile-Onlineprinter werden abgestraft

E-Commerce ist digital, digital ist auch mobil, mobil ist schnell – das gilt lange nicht für jede mobile Onlinedrucker-Website. Sollte es aber, denn Google rollt im Juli ein Update aus, das die Ladezeiten mobiler Seiten in das Ranking einbezieht!

Als Desktop-Rankingfaktor ist die Geschwindigkeit schon seit 2010 relevant – ab Juli 2018 betrifft sie auch mobile Suchergebnisse. Verschiebt sich das Nutzerverhalten weiter in Richtung Mobile, könnte das auch im Onlinedruck für neue Verhältnisse sorgen. Denn die User Experience machen immer mehr Kunden durch ihr Smartphone. Also – Geschwindigkeit zählt: Wer als Shopbetreiber seine Kunden nicht schon in der initialen Phase, also beim Webseitenaufruf, verärgern will, der hat ein Auge auf die Ladezeiten – auch für mobile Endgeräte. Und genau darauf wird Google ab Sommer dieses Jahres verstärkt achten – und die Ladezeiten-Performance bei mobilen Seitenaufrufen höher gewichten. Für viele E-Commerce-Anbieter keine gute Nachricht. Und für Onlinedrucker? Kommt drauf an – einige haben die mobile Darstellung schon vor ein paar Jahren angepackt, andere schludern immer noch. Doch was ändert sich genau? Hier die Hintergründe…

Google nennt es das „Speed Update“ und rückt damit wie gesagt die Geschwindigkeit als Rankingfaktor stärker in den Fokus. Wen betrifft es? Im Grunde genommen jeden Shopbetreiber, den das Suchmaschinen-Ranking und die UX seiner Webseite interessieren. Unabhängig davon, welchen Aufbau die Seite nutzt, wird also die Performance einbezogen. Content bleibt hochrelevant, klar. Nur kenne ich wenige Webpräsenzen von Onlineprintern, die neben den Produkten wirklich so essenziellen Content liefern, dass sie trotz langer Ladezeiten ein gutes Ranking haben können. Sollte man mal drüber nachdenken.

overnightprints.de – so kann eine gute bis sehr gute mobile Performance aussehen; Quelle: PageSpeed Insights

Betreiber von B2B-Printshops sollten sich übrigens nicht zurücklehnen und darauf hoffen, dass der M-Commerce – hier beziehe ich mobile Suchen und Käufe gleichsam ein – nur das B2C-Geschäft betrifft. Alle Kunden – damit meine ich auch B2B-Kunden – interagieren mit ihrem Smartphone immer stärker. Man kann hier von der Konsumerisierung im Umgang mit dem Smartphone bei Suchen ausgehen, die „ursprünglich“ nicht auf dem mobilen Begleiter stattgefunden haben. Die mobilen Käufe werden bis Ende dieses Jahres immerhin auf bis zu 35 % ansteigen; die Suchanfragen via mobiler Endgeräte haben schon länger die 50 %-Marke überschritten.

Nun ist vielen Anwendern klar, dass man Onlineprint-Bestellungen nur selten via Handy ausführt – aber je komfortabler Cloud-Anwendungen werden, desto einfach wird es direkt vom Handy zu ordern. Ich habe hierzu ein paar Tests gemacht, die ich in ein paar Wochen einmal posten werde.

Aus gegebenem Anlass habe ich meine bekannte Übersicht nochmal überarbeitet und um einige weitere Onlinedrucker ergänzt.

Von den hier dargestellten Webpräsenzen sind aktuell gut 20 % laut Googles Test auf Optimierung für Mobilgeräte nicht mobiltauglich. Zufriedenstellend? Im Vergleich zu meinem letzten Test im Oktober 2016: ja – absolut gesehen: nein. Natürlich ist die Liste nahezu beliebig erweiterbar, aber das verbessert den Anteil der mobiltauglichen Seiten unter den D/A/CH-Onlineprintern nicht.

„Höhere Absprungraten und niedrigere Konversionsraten – langsame Webpräsenzen haben eigentlich nur Nachteile. Für einige D/A/CH-Onlinedrucker bedeutet das: Nachholen, was noch lahmt – und damit vorsorgen.“ – Bernd Zipper

Und wer jetzt fragt, warum ich mich in Anbetracht des „Speed Updates“ nicht nur auf die Geschwindigkeit beschränkt habe, der sollte sich mit dem Thema User Experience genauer auseinandersetzen. Klar, Ranking – das vom anstehenden Update direkt betroffen ist – und Indexierung sind nicht das Gleiche. Aber langsame Webseiten, die von Google indexiert und gelistet werden, landen trotzdem weiter hinten. Ist eine Seite dann nicht mobiltauglich, passt die UX in keinem Fall – und passt die nicht, gibt es selten eine zweite Chance für den Shop. Unterschätzen sollte man sie nicht, die sogenannte Bounce Rate: Laut einer Recherche von Roasta Research, basierend auf Daten von Google, nimmt die Bounce Rate stärker zu, je langsamer eine Website ist. Braucht die Seite bis zu drei Sekunden, nimmt die Absprungwahrscheinlichkeit um etwa 30 % zu, bei bis zu fünf Sekunden um 90 %! Geht aber noch mehr: Alles darüber hinaus – bis zu zehn Sekunden – erhöht die Absprungwahrscheinlichkeit um 123 %. Wie gesagt: Zweite Chancen gibt es nur selten – denn die Nutzer sind in der Hinsicht nachtragend und Alternativen gibt es genug.

Google handelt bei dem Update nicht nur, um den Nutzern „bessere“ Ergebnisse zu liefern, sondern auch, um aus Eigeninteresse die Attraktivität der Suchmaschine aufrecht zu erhalten. Denn bedenkt man, dass Produktsuchen mittlerweile rund doppelt so oft bei Amazon im Vergleich zu Google begonnen werden, wundert der Schritt wenig. Einige Drucker mögen denken, dass dieser Such-Machtkampf sie nicht betreffen mag – aber weit gefehlt, denn das tut er, und zwar stärker als gedacht. Deshalb werde ich die Entwicklung auch im Blick halten…  Aber zurück zum Update: Wie kann ich die Performance überprüfen und was kann ich als Drucker tun, um mobil besser zu werden? Zunächst sollten Sie die Mobiltauglichkeit Ihrer Seite feststellen. Das oben genannte Tool von Google ist kostenfrei und offeriert nach der Prüfung gleich Optimierungsvorschläge. Sie sollten nur nicht erwarten, dass Sie hier mit ein paar Klicks zum gewünschten Ergebnis kommen – Mobile-SEO muss genauso sorgfältig wie SEO für den Desktop durchgeführt werden. Dazu braucht man Spezialisten, die das auch wirklich können, denn die mobile Sucherfahrung soll mindestens genauso gut wie die stationäre sein. Sie interessiert primär die Geschwindigkeit? Dann liefert Ihnen PageSpeed Insights eine mehr oder minder detaillierte Analyse der mobilen sowie der Desktop-Ansicht Ihrer Seite. Also: Machen Sie sich Gedanken über die Performance Ihrer Seite auf Smartphone und Co – nicht nur über die Geschwindigkeit. Denn die semantische Suche wird zukünftig auch wichtiger, also der Content der Seite entscheidet zunehmend über die Relevanz. Schaffen Sie entsprechenden Content, der Ihre Kunden – neben den „bloßen“ Produkten – weiter interessiert.

Achja, ein wesentlicher Punkt, den ich hierbei noch nicht berücksichtigt habe, ist Voice Search. Das Thema ist aber im Hinblick auf die Mobile-Centric-Ausrichtung von Google und die Entwicklung sprachgesteuerter Suchen und Käufe bei Amazon mindestens einen eigenen Artikel wert.

My Take: Potenzielle Kunden interessiert es nicht, warum die Seite langsam lädt. Sie sehen nur das Ergebnis (oder eben nicht) – und springen ab. Liegt es an der Ladezeit Ihrer Website? Glückwunsch, denn dann laufen Sie leider Gefahr, in Zukunft weniger beachtet zu werden. Noch bevor ich diesen Text beendet habe, meine ich sie schon zu hören, die Kommentare einiger Printer à la: „Suche via Smartphone? Für Drucksachen doch völlig irrelevant“. Ich kann dazu nur sagen: Mir ist auch klar, dass – zumindest Stand jetzt – nur wenige komplexe Printprodukte mit dem Smartphone konfiguriert oder gar gestaltet werden. Aber die mobile Technik entwickelt sich hard- und softwareseitig weiter – und das Nutzerverhalten gleich mit. Schnell unterwegs online via Smartphone eine Website anschauen, später ausgiebig testen und am Laptop bestellen. Das wird immer häufiger so ablaufen, auch bei komplexeren Printprodukten. Noch eine Sache: Wer es noch immer nicht gemacht hat, sollte schleunigst seine Adresse auf „https“ umstellen. Leider gibt es hier bei ein paar D/A/CH-Onlinedruckern immer noch Nachholbedarf. Leute! Ran an die Hausaufgaben!

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E-Commerce ist digital, digital ist auch mobil, mobil ist schnell – das gilt lange nicht für jede mobile Onlinedrucker-Website. Sollte es aber, denn Google rollt im Juli ein Update aus, das die Ladezeiten mobiler Seiten in das Ranking einbezieht!
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beyond-print.de

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