Hohe Urheberrechtsabgaben belasten Unternehmen

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Wer Kopierer und ähnliche Geräte vorhält und damit gewerbliche Zwecke verfolgt, der muss Urheberrechtsabgaben an die VG Wort bezahlen. Die so erzielten Einnahmen verteilt die Verwertungsgesellschaft dann auf Autoren und Verleger. Der Millionenbetrag der hier jährlich zusammenkommt, scheint nicht zu genügen, denn die VG Worte will die Abgaben rückwirkend um über 600% erhöhen.

(Quelle: druckspiegel.de)

Bereits jetzt haben Copyshops und Digitaldruckereien mit den hohen Abgaben zu kämpfen. Würden diese rückwirkend zum 1. Januar 2012, so der Plan der VG Wort, um über 600% erhöht, würde dies vermutlich für viele kleinere Betriebe das Aus bedeuten.

Auch aufgrund der unglaublich maßlosen Erhöhung verweigert sich der Wirtschaftsverband Kopie und Medientechnik der Tariferhöhung. Ein noch schwerwiegenderer Grund ist allerdings, dass nach Angaben des Verbandes etwa 90% der Druckvorlagen überhaupt nicht in den  Zuständigkeitsbereich der VG Wort fallen.

Hierbei handelt es sich dann um Werke bei denen die Rechte komplett beim Kunden liegen, die VG Wort aber Abgaben dafür einzieht. Ausnahmen sieht der Verband bei Copyshops in der Nähe von Universitäten, in Innenstädten und ähnlichen Einrichtungen, meist mit SB-Geräten, da diese viel mit urheberrechtlich geschütztem Material zu tun haben.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die ruppige Art, mit der die Kontrolleure der VG Wort zunehmend vorgehen. Die Kontrolleure tauchen in aller Regel unangekündigt auf. Wird ihnen dann von Mitarbeitern kein Einlass gewährt, weil zum Beispiel der Geschäftsführer nicht da ist, folgen oft teure Abmahnungen oder Gerichtsverfahren. Die Bitte zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukehren wird Aussagen zufolge in aller Regel abgelehnt.

Auf einer Tagung am 21. und 22. September in Potsdam will sich der Verband mit Druckdienstleistern zu dem Thema austauschen und eine Strategie entwickeln, um keine ungerechtfertigten Abgaben zahlen zu müssen.

(Quelle: druckspiegel.de)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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