Internationaler Werbemarkt trotzt Wirtschaftsflaute

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(4. August 2008 – jb) Die weltweiten Werbeausgaben sind im ersten Quartal dieses Jahres um vier Prozent gestiegen. Trotz Wirtschaftsflaute in vielen Regionen wurde in Werbung neuerlich mehr investiert. Während der asiatisch-pazifische Raum sowie Afrika stark zugelegt haben, fiel das Wachstum in den stärker entwickelten Ländern Nordamerikas und Europas eher flach aus.

Der am schnellsten wachsende Markt ist China, aber auch Indien und Indonesien trugen markant zu den Steigerungen bei. Auch für die Zukunft prognostizieren die Experten eine stabile chinesische Wirtschaft und weitere Zuwächse bei den Werbeausgaben. Vor allem die Online-Werbung per Video und die lokale Internetsuche sollen dazu beitragen. "Der asiatisch-pazifische Raum wird auch weiterhin den globalen Trend antreiben. Allerdings darf nicht unterschätzt werden, dass die Wirtschaftsstagnation in Japan sich auf diese Region auswirken könnte", erläutert Alessandra Rossi, Marketing Manager Nielsen Global AdView, auf Nachfrage von pressetext.

Der asiatisch-pazifische Raum sowie Afrika haben stark zugelegt, nur das Wachstum in den stärker entwickelten Ländern Nordamerikas und Europas fiel schwächer aus. Zuletzt erfassten die schwachen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA auch den TV-Werbemarkt. Nordamerika verzeichnete nur ein Plus von einem Prozent und Europa blieb mit minus 0,4 Prozent nahezu konstant. Im Hinblick auf die Marktanteile verloren beide Regionen ein Prozent an Asien. Die USA konnten die wirtschaftlichen Belastungen zu einem guten Teil über die politische Werbung zu den Präsidentschaftswahlen ausgleichen. Ansonsten wäre das Ergebnis deutlich negativer ausgefallen, so die Experten von Nielsen. 

Europa erzielte im Laufe der ersten drei Monate 2008 nur über das Werbemedium Fernsehen, das insgesamt rund 50 Prozent aller Werbeausgaben in dieser Region ausmacht, ein Wachstum. So legte der TV-Bereich um 2,2 Prozent zu. Wirtschaftliche Unsicherheiten haben auch auf dem europäischen Markt ihre Spuren hinterlassen. Dennoch wird erwartet, dass sich die Fußball-EM sowie die Olympischen Spiele in der zweiten Jahreshälfte positiv auswirken werden. In Deutschland wurden nach Einschätzung von Nielsen im ersten Quartal bereits knapp 30 Mio. Euro investiert, die direkt oder indirekt mit der EM in Zusammenhang standen. "Westeuropa ist derzeit stabil und zeigt typische Merkmale eines gesättigten Marktes", so Rossi gegenüber pressetext. Die osteuropäischen Länder würden aber künftig eine andere Entwicklung und stärkere Zuwächse aufweisen.

Das meiste Geld fließt derzeit aus der Gesundheitsbranche in die Werbung. Weltweit wurden mit etwas mehr als zehn Prozent aller Werbeaktivitäten in diesem Bereich die größten Ausgaben getätigt. Da heute schon neun Prozent aller Verbraucher ihre Gesundheit als wichtigstes Anliegen nennen, ist davon auszugehen, dass die Investitionen in der Branche weiter steigen werden. Im Hinblick auf die einzelnen Medien bleibt das Fernsehen jenes mit den meisten Werbeausgaben. Weltweit steigen hier die Investitionen um 6,9 Prozent pro Jahr – Zuwächse gibt es in allen Regionen. TV macht derzeit 60 Prozent der internationalen Werbeausgaben aus. Zeitungen bewegen sich auf konstantem Niveau und Zeitschriften verlieren leicht. "Internet ist das Medium mit den höchsten Wachstumsraten und wird sicherlich weiter zulegen", ergänzt Rossi. Dennoch würden sich die Steigerungen langsam abschwächen und niedrigere Prozentwerte aufzeigen.

Link:
www.nielsen.com

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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