Kartenmacherei: Online Karten gestalten – Printerfolg in der Nische

Was braucht ein erfolgreiches Print-Business im Internet? Eine gute User Experience, durchdachtes Marketing und ein beliebtes, personalisierbares Printprodukt. Die kartenmacherei macht vor, wie das geht!

Für besondere Anlässe bedarf es besonderer Kommunikationsmittel. Was wäre da besser als ein wertiges Printprodukt? Kürzlich habe ich noch über die Online-Gestaltungs- und Bestellmöglichkeiten von Zeitungsprodukten als charakteristische Informationsträger berichtet. In der Folge geht es um ein eine andere Art an Printprodukt, und zwar um gedruckte Karten – mit einer persönlichen Note. Die Angebotspalette an online gestaltbaren und bestellbaren gedruckten Karten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Klar, sie werden millionenfach gebraucht – zu Hochzeiten, Geburten, als Danksagungen. Wenn dann noch die eigene Gestaltung die Freude und Individualität der Botschaft erhöht, umso besser. Und kosten dürfen die eigens (mit-)gestalteten Karten auch etwas mehr als die altbackenen Standardkarten. Ein lukrativer Nischenmarkt für Printer.

Einige große Onlinedrucker haben gestaltbare Gruß- und Glückwunschkarten auch im Portfolio. Ein besonderer Anbieter hat sich aber in dieser Nische besonders hervorgetan – und ist mit der steigenden Nachfrage nach online gestaltbaren Karten stärker gewachsen als andere. Die Rede ist von der 2010 gegründeten kartenmacherei. Ähnlich wie bei anderen Unternehmen, sind die Gründer der kartenmacherei auf ihre Geschäftsidee gekommen, weil einfach keine adäquaten Angebote zu einem bestimmten Ereignis zu finden waren. Die Geburt des eigenen Kindes – und schon braucht man etwas Besonderes. Gedacht haben sich das Jennifer und Christoph Behn und die Idee zügig eigenfinanziert umgesetzt. Ein stark expandierendes Onlineangebot für personalisierbare Karten entstand dadurch. Bereits 2012 eröffnete das Start-up den zweiten Standort und ein Jahr darauf gehörte das Unternehmen aus Gilching bereits zu den führenden Anbietern in diesem Spezialbereich. Es folgten ein weiterer Standort und drei weitere Onlinepräsenzen in Österreich, der Schweiz und Frankreich. Mit Print kann man eben online auch international skalieren – mit dem „richtigen“ Produkt und einer angemessenen Strategie.

Konfigurationsoptionen gibt es reichlich – und diese werden schon auf der Übersichtsseite dargestellt; Quelle: kartenmacherei.de

Betrachtet man die Anzahl an Bewertungen über die deutsche Domain, bekommt man einen ungefähren Eindruck von der Menge, die das Nischenunternehmen über den Shop abwickelt. Vorrangig aus dem B2C-Geschäft ergeben sich so seit 2012 – seitdem die Bewertungen gezählt werden – mehr als 120.000 Meinungen, die die Kunden meist mit „voller Zufriedenheit“ abgegeben haben. Hinzu kommen weitere 9.000+ Bewertungen über die AT-Domain. Damit hat die kartenmacherei seit 2012 durchschnittlich mehr als 20.000 Bestellungen pro Jahr abgefertigt. Und dabei wird nicht jeder Kunde eine Bewertung abgegeben haben. Der Produktfokus scheint zu passen – und auch in Sachen Marketing haben die Gilchinger vieles richtig gemacht. Ansonsten hätte der Umsatz, der 2015 noch bei einem kleinen zweistelligen Millionenbetrag lag, im letzten Jahr nicht auf 30 Mio. Euro erhöht werden können. Gut skaliert! Davon können sich andere Onlineprinter mit zum Teil deutlich größerem Portfolio mal eine „Scheibe abschneiden“. Denn mit diesem Umsatz, der 2017 mit rund 120 Mitarbeitern erwirtschaftet wurde, gehört die kartenmacherei schon zu den mittleren Playern im europäischen Onlineprint-Business.

„Wenn der Produktfokus passt, das (Social Media-)Marketing darauf abgestimmt ist – und die Usability überzeugt, dann kann ein Unternehmen mit Printprodukten nur wachsen.“ – Bernd Zipper

Stichwort Produktportfolio: Die meisten der rund 15 Mio. 2017 in der D/A/CH-Region verschickten Karten der kartenmacherei stammen aus den Kategorien Geburt und Hochzeit. Das sind die Topseller – nicht weiter verwunderlich, da sich die Kunden zu solchen Anlässen ihre Drucksachen auch gerne „was kosten lassen“. Das soll nicht heißen, dass die kartenmacherei preislich unattraktiv anbietet. Denn im Vergleich mit weiteren Größen aus dieser Nische, wie z. B. carinokarten.de und wunderkarten.de, liegen die Preise für ähnliche Produkte sehr nah beieinander. Bei solchen – ich nenne sie mal: emotionalen – Produkten ist der Preis auch nicht Kaufkriterium Nr. 1. Vielmehr ist es die Art, wie das Produkt im Shop und via Marketing präsentiert wird und wie unkompliziert der Bestellvorgang ist. In der Hinsicht bietet die kartenmacherei eine Menge an Übersichtlichkeit und eine Seitengestaltung, die zusammen eine gute User Experience erzeugen. In sechs Produktkategorien sind die gängigen Feiern bzw. Ereignisse mit den entsprechenden Karten wohlstrukturiert dargestellt. Hier finden sich vorgestaltete Designs von verschiedenen Künstlern, die – neben den hinzufügbaren Fotos – zumeist zusätzlich in Format, Farbe, Veredelung und Eckenstanzung konfiguriert werden können. Das Praktische an der Kategorienseite ist, dass die Optionen visuell dargestellt werden, ohne dass der Besteller das Produkt direkt aufrufen muss. Einmal angewählt, lassen sich dann die Foto-Uploads und die Text-Gestaltung in dem übersichtlichen Editor anpassen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit Tipps zuzuschalten und die vorgestaltete Vorlage unter „Vorlage bearbeiten“ den eigenen Vorstellungen nach umzugestalten. Damit kommen auch Anspruchsvollere auf ihre Kosten. Neben den Karten runden Kategorie sieben (ergänzende Extras zu den Karten wie Aufkleber etc.) und acht (Fotoprodukte) das Portfolio ab und verschaffen dem Kartenanbieter mehr Breite im Angebot.

Einige Karten-Vorlagen können zusätzlich nach eigenem Gusto umgestaltet werden; Quelle: kartenmacherei.de

Neben der guten Produktdarstellung in dem Shop bindet das Unternehmen Produktideen und -vorstellungen auch emsig ins Social Media-Marketing ein – ein weiterer Teil des Erfolgsrezepts. Ganz interessant finde ich noch, dass obwohl der Fokus auf dem B2C-Geschäft liegt, eine Reseller-Option mit White-Label-Produktion und -Versand für Fotografen besteht. Damit tut die kartenmacherei es einigen anderen Onlinern gleich und nimmt das B2B2C-Geschäft gleich mit.

My Take: Man sieht, dass auf einem Printprodukt – richtig vermarktet und mit angemessenem Fokus – ein erheblicher Erfolg fußen kann. Die kartenmacherei ist ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das nicht erst digital transformieren musste, sondern viele der für ein modernes E-Business notwendigen Schritte bereits von Anfang an beherzigt und umgesetzt hat. Und dann noch so ein Wachstum hinzulegen – dazu gehört viel (Digital-)Know-how und eine Menge Beharrlichkeit.

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Was braucht ein erfolgreiches Print-Business im Internet? Eine gute User Experience, durchdachtes Marketing und ein beliebtes, personalisierbares Printprodukt. Die kartenmacherei macht vor, wie das geht!
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beyond-print.de
02.07.2018|Markt|0 Comments

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