(25. September 2008 ga/dk) Zeitungsverlage in den USA haben große Schwierigkeiten. Die Auflagen und Anzeigenerlöse verringern sich seit einigen Jahren. Das veränderte Mediennutzungsverhalten in Zusammenhang mit der Entwicklung des Internets sind teilweise schuld daran. Die größte Schuld haben jedoch die Zeitungsverlage selbst: Sie vernachlässigen die Behandlung lokaler Themen.
In Los Angeles hat die LA Times die gleichen Schwierigkeiten wie jede andere Großstadt-Zeitung. Jeff Garvis liefert in seinem „buzzmachine“ blog (www.buzzmachine.com“ Gründe dafür. Die LA Times versuchte laut Jarvis ihre Reichweite zu vergrößern, um zu einem nationalen Zeitungstitel zu werden. Zu dieser Zeit wurden die lokalen Themen von Los Angeles nicht genügend abgedeckt.
Jarvis kritisiert deshalb die Redaktionen sehr scharf:
„Als die Zeitung versagte die lokalen Nachrichten abzudecken, sind Sie da eingesprungen, um die Lücke zu schließen? Nein.
Als das Internet kam, haben Sie sich bezüglich Audio und Video weitergebildet? Haben Sie unmittelbar neue Wege gesucht, um mit der großen Masse der Blogger zusammenzuarbeiten und sich in den lokalen Journalismus zu integrieren? Ich habe nichts davon gemerkt. (…)“
Leider veröffentlichte Jarvis diese Ansichten nur als Kommentar einer Klage der Redaktion gegen das LA Times Management. Darin ging es um etwas vollkommen anderes (das Management soll illegal Geld benutzt haben, das für die Pensionskasse gedacht war). Doch dieser Makel ändert nichts an Jarvis grundlegendem Argument: Die meisten Zeitungen, sind grundsätzlich für den lokalen Service zuständig. Deshalb sollten sie in der Lage sein bessere lokale Nachrichten herauszugeben als etwas anderes zu tun. Tun sie das nicht, sieht ihre Zukunft düster aus.
Link:
Jeff Jarvis Kritik an der LA Times