madika: Faltschachtelspezialist auf der Höhe der Online-Zeit

Boombereich Web-to-Packaging? Die Traditionsdruckerei Egger zeigt, wie man mit einem Webangebot den Marktbedürfnissen professionell entgegnet.

Packaging ist seit mehreren Jahren einer der Treiber im gesamten Druckmarkt, vor allem seitdem die digitalen Produktionsmöglichkeiten auch kleine bis hin zu individualisierten Auflagen bei Verpackungen und Co. wirtschaftlich realisierbar gemacht haben. Nicht weiter verwunderlich ist dann, dass der Spezialbereich Packaging mehr und mehr auch im Onlineprint stattfindet. Nach meiner letzten Übersicht zum Web-to-Packaging im D/A/CH-Markt habe ich mir vorgenommen, noch einmal etwas genauer auf den einen oder anderen Spezialisten aus diesem Bereich einzugehen.

Als Traditionsdrucker blickt die Egger Druck + Medien GmbH aus dem oberbayerischen Landsberg am Lech auf eine mehr als 145-jährige Historie im Printbereich zurück – und ist seit ein paar Jahren auch online mit einem ansehnlichen Angebot an Karton-basierten Produkten und Möglichkeiten vertreten. Die Frage, ob nur offline oder nur online, stellt sich der jungen Geschäftsleitung, bestehend aus Franz Xaver Egger und Josef Maximilian Egger, nicht. Mit dem 2014 gelaunchten Shop madika.de – der mittlerweile auch unter einer .at- und einer .ch-Domain erreichbar ist – nutzt der Faltschachtelspezialist beide Möglichkeiten, um eine breitere Kundenschicht anzusprechen (dazu später mehr). Im Hinblick auf die wachsende Nachfrage nach onlinebasierten Bestellmöglichkeiten auch für komplexere Printprodukte wie Faltschachteln, individualisierte Aufsteller und Mailings geht das süddeutsche Unternehmen damit einen konsequenten Weg.

Als etablierten Packaging-Onlinedrucker kann man madika als Marke von Egger inzwischen durchaus bezeichnen. Denn seit der Shoperöffnung vor rund vier Jahren hat das Unternehmen das Produktportfolio und die Materialauswahl immer weiter ausgebaut und mit dem Redesign Anfang 2017 auf eine responsive Website-Darstellung umgestellt. (Da soll mal einer sagen, dass das mobile Informieren über und Bestellen von komplexen Printprodukte wie im Bereich Packaging nicht relevant sei!). Der einfache Zugang zu den konfigurierbaren Schachteln und der Service rund um den Bestellvorgang wird von den Kunden nicht zuletzt deshalb auch durchweg als positiv bewertet.

Vor der Detailkonfiguration der Faltschachtel muss zunächst der Typ bzw. die Technik der Schachtel festgelegt werden; Quelle: madika.de

Bei einem Blick auf das Produktangebot wird dem Betrachter schnell klar, dass das die Seite eines Spezialisten ist: Zusätzlich zu den frei größenkonfigurierbaren Faltschachteln bietet der Verpackungsspezialist noch kartonbasierte Schachteln in verschiedenen vorgegebenen bzw. wählbaren Maßen an, wie z. B. Kissen-, Klapp-, Stülp- und Schiebeschachteln in jeweils mindestens drei und bis zu acht verschiedenen Formaten. Daneben finden sich noch Aufsteller und Displays sowie Mailings im Portfolio. Beginnend mit der Produktauswahl, ist der Konfigurations- und Bestellvorgang bei allen Produkten gleich übersichtlich gestaltet. Ob man als Kunde nun eine Faltschachtel in einer bestimmten Größe, mit Steckboden oder Einstecklasche, Sperrverschluss vorne oder hinten, mit oder ohne Sichtfenster haben will – die verschiedenen Möglichkeiten werden hinreichend erläutert. Dass sich der Besteller aber erst zu diesem Zeitpunkt Gedanken über die Konfiguration der Verpackung macht ist eher unwahrscheinlich. Denn wer sein Kartonprodukt derart detailliert zusammenstellt, der weiß genau, was er tut. Und genau an diese Art von Bestellern richtet sich das Angebot von madika.

„Wer den Onlineprint-Markt betrachtet, der sieht: Akzidenz können viele, Packaging nur wenige. Umso erfreulicher ist es dann, wenn Verpackungen und Verpackungs-nahe Printprodukte so professionell angeboten werden.“ – Bernd Zipper

Laut eigenen Angaben beschränkt sich Egger mit dem Angebot über madika zwar „nur“ auf eine Standardauswahl. Im Vergleich zu vielen anderen Online-Anbietern aus dem Segment Packaging sind die Optionen – auch auf Basis der gelungenen Benutzerführung – jedoch eher breit und gleichzeitig gut überschaubar. Und die meisten „Generalisten“ unter den Onlineprintern, die auch Packaging anbieten, sind im Hinblick auf die Ausführungs-, Substrat-, Größen- und Veredelungsoptionen bei den Kartonprodukten deutlich kleiner aufgestellt. Um eine zusätzliche Wahlmöglichkeit beim Basismaterial zu schaffen, bedruckt Egger beispielsweise den braunen Naturkarton (auch eine Materialoption) im Offset selbst vollflächig schwarz. In Kombination mit einer (Folien-)Prägung kann dadurch ein Druckprodukt angeboten werden, das sich in keinem anderen Packaging-Shop finden lässt. Hier erkennt man den Spezialbetrieb.

Freimaß, (besonderer) Bedruckstoff, Prägung, Veredelung und weitere Optionen – die fünf Schritte nach der Basiskonfiguration der Faltschachtel; Quelle: madika.de

Spielt man den Bestellprozess einmal durch, ergibt sich bei den Faltschachteln, die ab einer Menge von 25 Exemplaren bestellbar sind, nach der Auswahl von Boden, Verschluss und Fensteroption ein Konfigurationsprozess in fünf Schritten: Format (frei skalierbar), Material, Bedruckung + Prägung, Veredelung und weitere Optionen. Schade, dass (noch) kein 3D-Editor den Prozess abrundet. Aber mit der passenden, maßabhängigen Designvorlage, die dem Kunden nach dem Konfigurationsprozess zugeschickt wird, hält madika einen ebenso professionellen wie geläufigen Kommunikationsweg über die Bestellung bereit. Abschließend stehen noch drei verschiedene Liefergeschwindigkeiten zur Auswahl, die über Economy-, Standard- oder Expressproduktion generiert werden können und etwa zwischen sechs und zwölf Werktagen liegen – je nach Produkt und Bestellzeitpunkt. Das Ganze ist gegen einen Aufpreis von 25 Euro auch als White-Label-Versand möglich. Und wie es sich für einen Drucker mit Offline- und Onlinegeschäft gehört, steht auch die Selbstabholung der Bestellung am stationären Geschäft zur Wahl.

My Take: madika ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass auch ein Nischen-Traditionsdrucker einen modernen und professionellen Webauftritt mit einem übersichtlich gestalteten Shop führen und anforderungsgerecht „updaten“ kann. Zwar wirbt Egger damit, dass online bzw. über madika „nur“ die standardisierten Verpackungen mit den jeweiligen Konfigurationsoptionen zur Verfügung stehen – in Relation zu anderen Packaging-Anbietern im Onlineprint gehört das Angebot jedoch zu den deutlich breiteren – und auch ansprechenderen. Da ich mir auch weiterhin die Entwicklung im D/A/CH-Web-to-Packaging im Blick halten werde, folgen in diesem Jahr noch weitere Vorstellung von Online-Verpackungsdruckern. Also – bleiben Sie dran.

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Boombereich Web-to-Packaging? Die Traditionsdruckerei Egger zeigt, wie man mit einem Webangebot den Marktbedürfnissen professionell entgegnet.
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beyond-print.de
25.07.2018|Markt|0 Comments

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