Markt: Das Wachstum im E-Commerce hält an

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Online einzukaufen oder seine Produkte über Onlineshops zu verkaufen wird für Kunden wie auch für Händler immer selbstverständlicher. Der Branchenumsatz mit Waren im E-Commerce hat neuesten Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) zufolge im letzten Jahr um satte 19 Prozent zugelegt. Und auch für 2022 rechnet der Verband mit einem zweistelligen Wachstum. Das Gute daran: Von dieser Entwicklung könnten auch Druckdienstleister profitieren.

Fast jeder siebte Euro wurde im vergangenen Jahr für Waren im E-Commerce ausgegeben, heißt es im Jahresrückblick des bevh. Klammert man die Umsätze mit Lebensmittel-Einkäufen aus, sei es sogar jeder fünfte Euro gewesen. Allein mit Waren, die über elektronische Handelsplattformen, ver- und gekauft worden sind, wurde 2021 ein Umsatz von 99,1 Mrd. Euro erzielt; inklusive digitaler Dienstleistungen belief sich das Gesamtvolumen gar auf 107 Mrd. Euro.

Gewachsen ist die Branche aber nicht erst, seitdem Corona für Lockdown nach Lockdown gesorgt hat, sondern schon vorher. Einen Schub hat die Pandemie den verschiedenen Bereichen des E-Commerce aber dennoch verpasst. Schon 2020 lag das Wachstum bei 14,6 Prozent, für 2021 sind es 19 Prozent und für das Jahr 2022 werden noch immer 12 Prozent Wachstum erwartet.

Aber auch drei weitere Aspekte sind interessant und unterstreichen, was der bevh aus dem Jahresreport resümiert, nämlich, dass E-Commerce das neue „Normal“ ist. Zum einen seien Online-Handelsplattformen nicht mehr nur etwas für die Jüngeren. Vielmehr sind sie nach Einschätzung des Verbandes inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Immerhin waren Käufer 50+ erneut für mindestens die Hälfte aller Käufe im Internet verantwortlich.

Smartphones und Tablets tragen ebenfalls ihren Teil zur Entwicklung bei. Denn 2021 wurden 40 Prozent des gesamten E-Commerce mit Waren über mobile Endgeräte generiert. Rechnet man das erste Pandemiejahr 2020 mit ein, beträgt das Wachstum im so genannten Mobile Commerce fast 57 Prozent und belief sich Ende 2021 auf 39,9 Mrd. Euro. Vor allem die Generation der 14- bis 29-Jährigen erledigt Einkäufe überproportional oft über Smartphone und Tablet; Social Shopping ist im großen Feld des E-Commerce längst ein wichtiger Trend – den auch Onlineshop-Betreiber aus der Druckindustrie nicht außer Acht lassen sollten.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich der Online-Handel in allen Ebenen der Gesellschaft etabliert hat, ist zudem die Zufriedenheit der Kunden. Den Anteil der Onlinekunden, die mit ihren Einkäufen „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ waren, liegt laut bevh bei über 95 Prozent. Noch nie sei in Deutschland so viel online eingekauft worden bei einer gleichzeitig so hohen Zufriedenheitsquote.

Für die Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ sind von Januar bis Dezember 40.000 Privatpersonen ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen befragt worden. Um die Entwicklungen in einzelnen Bereichen besser beurteilen zu können, wurden nicht nur verschiedene Warengruppen betrachtet, sondern auch übergeordnete Cluster gebildet. Klammert man den Cluster mit Waren des täglichen Bedarfs aus, kommt der Cluster Einrichtung mit einem Wachstum von 23 Prozent auf Platz 1, gefolgt vom Cluster Freizeit (17,6 %), Cluster Bekleidung (16,8 %) und dem Cluster Unterhaltung (15 %).

Und was all das für Druckdienstleister bedeutet? Ja, Druckprodukte sind in der Jahresbilanz des bevh nicht als separate Produktgruppe aufgeführt. Aber mal ehrlich: Das ist auch gar nicht möglich, schließlich gibt es so viele und so unterschiedliche Produkte, die sich bedrucken lassen, dass in jedem der von der Studie betrachtetem Cluster zahlreiche von ihnen enthalten sein dürften. Man denke nur an die zahlreichen Poster, Fotoprodukte, individualisierten T-Shirts und Hoodies, Kissen, Tassen oder sogar Bierbänke. Druckereien, die ihre Produkte über Onlineshops vertreiben, sollten also ebenso von der zunehmenden Akzeptanz des E-Commerce profitieren können.

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Online einzukaufen oder seine Produkte über Onlineshops zu verkaufen wird für Kunden wie auch für Händler immer selbstverständlicher. Der Branchenumsatz mit Waren im E-Commerce hat neuesten Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) zufolge im letzten Jahr um satte 19 Prozent zugelegt. Und auch für 2022 rechnet der Verband mit einem zweistelligen Wachstum. Das Gute daran: Von dieser Entwicklung könnten auch Druckdienstleister profitieren.
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Beyond-print.net

Für viele in der Druckindustrie ist sie keine Unbekannte: Fast 14 Jahre lang war Judith Grajewski für das Fachmagazin Deutscher Drucker tätig; hat als Redakteurin vor allem über den Wachstumsmarkt Digitaldruck berichtet, als Online-Verantwortliche das Portal print.de und die Social-Media-Kanäle mit aufgebaut und sich als „Transaction Editor“ mit Content-Management- und Marketingstrategien beschäftigt. Nach einem kurzen Intermezzo als Chefredakteurin des Werbetechnik- und LFP-Fachportals Sign&Print beim schwedischen AGI-Verlag, bleibt die studierte Dipl.-Ing. für Medientechnik (FH) ihrer Leidenschaft für Print treu und widmet sich nun der Beratung und Projektbegleitung von Druckunternehmen auf ihrem Weg in eine digitalisierte Zukunft. Darüber hinaus gibt sie als Redaktionsleiterin von Beyond Print regelmäßig Einblick in relevante Themen des E-Business Print.

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