Markt: Druckereien haben die Wahl – anpassen oder untergehen

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Es ist noch kein Jahr her, da ging eine doch eher ungewöhnliche Nachricht durch die Branche: Steffen Tomasi, der seine Flyerline AG 2016 verkauft hatte und sich 2023 eigentlich auch als Geschäftsführer zurückziehen wollte, kauft die Firma kurzerhand wieder zurück. Doch über Flyerline, das Geschäftsmodell des Unternehmens, die Firmenkultur und Tomasis persönliche Sichtweise auf die Industrie und ihre Entwicklungen, gibt es noch mehr zu berichten, wie Tomasi auf dem Online Print Symposium 2024 erklärte.

„Wir sind eigentlich keine Onlinedruckerei“, sagte Steffen Tomasi, der die Flyerline 2002 gegründet hatte, auf der OPS-Bühne. „Online ist ein Kanal – aber wir sind mehr als eine Onlinedruckerei. Wir sind ein Dienstleister, eine Druckerei. Mit einem Export von gerade mal 5% – und die meiste nach Deutschland – und einer Produktion im Digitaldruck und bisher auch im Offsetdruck. Wir bieten grafische Dienstleistungen, über 400 Standardprodukte im Standardsortiment im Shop, sind sehr stark in der Produkt-Entwicklung, sind breit aufgestellt im Packaging, machen Messestände, Fullfilment im Bereich Logistik und sind mit Closed Shops und Web-to-Print-Lösungen auch in Sachen Digital Commerce stark aufgestellt.“  Aktuell erwirtschaften rund 65 Mitarbeiter einen Umsatz von 17 Millionen Franken, fast ausschließlich auf dem Schweizer Markt.

Doch auch die Schweiz ist kein Schlaraffenland. Die Druckvolumen schrumpfen auch hier, die Herausforderungen wachsen. Digitalisierung ist keine Option, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Mit über 20 Jahren Erfahrung als CEO der Flyerline Schweiz AG und visionären Konzepten forderte Steffen Tomasi die Branche auf, sich mutig neu zu erfinden. Dabei geht er mit seinem Unternehmen mit dem besten Beispiel voran: Nicht nur, dass in Altnau entsprechend der Kundenbedürfnisse erst ausschließlich digital, danach sowohl im Digital- als auch im Offsetdruck und seit diesem Jahr wieder rein im Digitaldruck produziert wird – auch das Geschäftsmodell und die Art der Produkte hat sich über die Jahre ständig weiterentwickelt. Denn eins sei klar: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

„Corona war nur ein Booster für Entwicklungen, die ohnehin gekommen wären: Dass man weniger druckt und manches gar nicht mehr. Manch gedrucktes braucht es einfach nicht mehr. Und kleine Auflagen sind kein Trend, sondern ein Bedürfnis“, stellte Tomasi pragmatisch-provokant fest und gab auch gleich die Richtung vor, wohin sich Druckunternehmer bewegen müssten. Es gelte, die Chancen der Technologie zu nutzen, aktiv Angebote zu gestalten, die Marktbedürfnisse zu antizipieren und zu erfüllen. „Unser Weg als Flyerline ist 100 Prozent digital und Mass Customization unser Business-Modell.“ Mass Customization sollte zur DNA werden, wie er sagte, und die Möglichkeiten der neuen Technologien sollten genutzt werden. Am Ende läuft es auf einen simplen Satz hinaus: „Anpassen oder untergehen ist die Alternative“, erklärte Steffen Tomasi.

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Markt: Druckereien haben die Wahl - anpassen oder untergehen
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Es ist noch kein Jahr her, da ging eine doch eher ungewöhnliche Nachricht durch die Branche: Steffen Tomasi, der seine Flyerline AG 2016 verkauft hatte und sich 2023 eigentlich auch als Geschäftsführer zurückziehen wollte, kauft die Firma kurzerhand wieder zurück. Doch über Flyerline, das Geschäftsmodell des Unternehmens, die Firmenkultur und Tomasis persönliche Sichtweise auf die Industrie und ihre Entwicklungen, gibt es noch mehr zu berichten, wie Tomasi auf dem Online Print Symposium 2024 erklärte.
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