Markt: In einem gesättigten Markt gegen die „Großen“ bestehen

0

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt wieder: In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres haben 5.209 Firmen Insolvenz angemeldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte – 26,5% mehr als im Vorjahresquartal. Es könnte ein Nachholeffekt sein, denn durch Sonderregelungen während der Corona-Krise und danach war die Zahl der Insolvenzen vergleichsweise niedrig. Muss man nun also den Kopf in den Sand stecken? Mitnichten!

Auch wenn es einem gelegentlich so vorkommt, als sei vor der Pandemie alles besser gewesen, gab es auch vor 2020 schon harten Wettbewerb. Wenn man so will, war es in dem bereits gesättigten Markt ein Kampf um’s Überleben. Deshalb sind die Erfahrungen von „Veteranen“, die sich in den letzten 15 Jahren durchgesetzt haben, besonders wertvoll.     

Denn um in einem umkämpften Markt wie der Druckindustrie bestehen und wachsen zu können, braucht es nun einmal innovative Strategien in allen Geschäftsbereichen, verlässliche und effiziente Produktionsanlagen sowie skalierbare und flexible Softwaresystemen, die am Ende die entscheidende Grundlage für den Erfolg sind. Und selbstverständlich braucht es neben einem Team, dass „Bock auf morgen“ hat, unternehmerischen Mut.

„All In“ nennt es René Ruhland, CEO der myposter GmbH. „Für mich bedeutet All In, das volle Risiko zu gehen und keine halben Sachen zu machen – sich voll und ganz für etwas einzusetzen, ohne sich zurückzuhalten. Alles zu geben, sei es Zeit, Energie oder Leidenschaft, um ein Ziel zu erreichen oder eine Herausforderung zu bewältigen.“

Vollblut-Unternehmer

René Ruhland ist von ganzem Herzen Unternehmer und liebt das, was er tun darf. Er hat BWL studiert und sich direkt nach dem Studium selbstständig gemacht: Er hat mit seinem Bruder Marc Ölgemälde aus Asien importiert und diese dann hierzulande an den Handel, Möbelhäuser und Baumärkte verkauft. „Für einen Euro eingekauft und für 30 verkauft. Nicht schlecht. Aber Drucken ist auch in Ordnung“, meint er.

Denn daraus ist dann die myposter GmbH entstanden, die 2011 an den Markt ging. Als E-Commerce-Unternehmen setzte myposter den Schwerpunkt von Anfang an auf individualisierte Fotoprodukte. Bereits zwei Jahre nach der Gründung machte myposter auf einen Umsatz von 1 Million Euro. Heute ist das Unternehmen da, wo viele Startups hin wollen: myposter hat rund 350 Mitarbeiter, produziert an drei Standorten und behauptet sich am Markt selbst gegen Konzerne wie Cewe. Die Produktion erfolgt am Hauptsitz in Bergkirchen unweit von München, an einem Produktionsstandort in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt und seit 2023 wird auch in einer Produktionshalle in Olching bei München produziert.

Zudem machte myposter 2019 mit Kartenliebe eine erfolgreiche Ausgründung, wodurch das Produkt-Portfolio um individualisierbare Karten erweitert wurde, und kaufte Ende 2021 das Bilder-Startup Junique, das im Jahr 2020 nach eigenen Angaben 26 Millionen Euro mit gerahmten Bildern und Postern von Künstlern umgesetzt hatte. Im selben Jahr übernahm myposter die französische ArtPhotoLimited, die sich auf den Verkauf von limitierten Bildern spezialisiert hat.

Inzwischen sind alle Unternehmen in einer Holding vereint und der Jahresumsatz liegt in einer Größenordnung von 100 Millionen Euro.

„Über Investoren haben wir bei dieser Reise allerdings so gut wie nie nachgedacht. Wir haben uns einfach nur auf das Business konzentriert“, erzählte René Ruhland auf dem Online Print Symposium 2024 im März in München.

Geil, da geht noch was!

Myposter liefert seine Produkte heute in zehn europäische Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande und Spanien. Für diese Absatzmärkte werden an den drei Produktionsstandorten täglich rund 20.000 Produkte hergestellt.

„Schlüssel zum Erfolg ist die Optimierung der Konfiguratoren, die Produktionssteigerung und Produktion sowie vor allem die Tatsache, dass die Software selbst geschrieben ist“, erläuterte Ruhland. Denn mit den etwa 65 bei myposter beschäftigten Entwicklern habe man selbst die Kontrolle über alle Vorgänge vor, während und nach der Produktion.

Und auf die Frage, ob er als gestandener Unternehmer denn vom Online Print Symposium noch etwas mitnehmen könne, antwortete Ruhland: „Natürlich, denn wenn ich die Vorträge höre, denke ich mir: Geil, da geht noch was!“

So war auch der Kommentar eines OPS-Besuchers zu verstehen, der sagte: „Wenn jemand denkt, Print ist Old-Schooled, dann sollte er einmal zum OPS nach München kommen.“ Denn auf Messen rennen alle nur und keiner hat Zeit für den anderen. Beim OPS ist das eben anders: Man geht aufeinander zu, ist offen für das Gespräch und blickt einmal anders auf die Dinge. PS: Das nächste Online Print Symposium findet übrigens am 3. und 4. April 2025 statt.

Summary
Markt: In einem gesättigten Markt gegen die „Großen“ bestehen
Article Name
Markt: In einem gesättigten Markt gegen die „Großen“ bestehen
Description
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt wieder: In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres haben 5.209 Firmen Insolvenz angemeldet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte – 26,5% mehr als im Vorjahresquartal. Es könnte ein Nachholeffekt sein, denn durch Sonderregelungen während der Corona-Krise und danach war die Zahl der Insolvenzen vergleichsweise niedrig. Muss man nun also den Kopf in den Sand stecken? Mitnichten!
Author
Publisher Name
Beyond-print.de

Leave A Comment