Markt: ZIPCON ONLINEPRINT PREIS INDEX 22/1

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Die anhaltende Papierknappheit und die zusätzlich steigenden Preise für Druckfarben, Druckplatten und Energie haben die Onlinedruckereien im letzten Quartal 2021 vor große Herausforderungen gestellt. Obwohl die meisten von ihnen ihre Preise im Jahresverlauf lange Zeit stabil halten konnten, zeichnet sich inzwischen eine Trendwende ab: Die Preise im Onlineprint ziehen an, und das über fast alle Produktgruppen und Anbieter hinweg. Das geht aus dem neuesten ZOPI, dem Zipcon Onlineprint Preis Index, hervor.

Der Zipcon Onlineprint Preis Index wird quartalsweise erhoben und von zipcon bewertet. Die Datenbasis für die Erhebung bildet ein Warenkorb der führenden Onlineprint-Unternehmen, der die wichtigsten Produktkategorien der Branche umfasst. Die Zahlen werden wöchentlich abgefragt und daraus monatliche Durchschnittspreise gebildet. Damit spiegelt der Zipcon Onlineprint Preis Index die reale Preisentwicklung in der Industrie wider.

Das auch im vierten Quartal 2021 drängendste Problem: die Papierknappheit. Denn Papier ist nicht nur irgendein Verbrauchsstoff – es ist Grundlage und Hauptkomponente der meisten Druckprodukte. Nicht ohne Grund macht das Papier in der Regel die Hälfte der Druckkosten aus. Und ohne Papier kein Druckprodukt – egal, ob ein Auftrag in den Büchern steht oder nicht.

Je länger die Rohstoffknappheit anhält, desto mehr spitzt sich die Situation zu. Vor allem Druckereien, die mit ihren Kunden Langzeit-Verträge geschlossen haben, stehen vor ernsten Problemen, denn die Kostensteigerungen auf der Produktionsseite fressen schon längst jeden eingeplanten Puffer auf. So wird ein zuvor lukrativer Auftrag schnell zum Draufzahlgeschäft.

Obwohl Druckereien sich in der Vergangenheit oft schwer damit taten, Preissteigerungen an ihre Kunden weiterzureichen, scheint genau das inzwischen unumgänglich zu sein. Vor allem angesichts dessen, dass inzwischen auch Druckfarben- und -plattenhersteller ihre Preise erhöhen – von den bereits geltenden und angekündigten Energiekosten im Allgemeinen ganz zu schweigen. Das alles lässt sich mehr und mehr auch in der Preisentwicklung im Onlineprint ablesen. Damit setzt sich die Entwicklung fort, die sich bereits im vorangegangenen ZOPI angedeutet hat.

© Photo by zipcon consulting / zipcon.de

Situation in der Druckindustrie

Allgemein lässt sich festhalten, dass die Unternehmen der Druckindustrie weiterhin unterschiedlich stark mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Während das Geschäft bei den Etiketten- und Verpackungsproduzenten brummt, haben sich andere Betriebe – vorwiegend aus dem Commercial Print – nach ausbleibenden Aufträgen und sinkenden Umsätzen, zum Teil verkleinert – oder mussten schließen. Auf der Herbsttagung der Initiative Online Print haben viele Betriebe aus dem Onlineprint hingegen wieder von einer anziehenden Auftragslage berichtet.

Im neuesten ZOPI, der die Zeit bis einschließlich 31. Dezember 2021, abdeckt, lässt sich bei der Einzelbetrachtung der 10.000 Flyer (DIN A5, beidseitig bedruckt, 4/4-farbig, glänzend, 135g) ein steigendes Preisniveau feststellen – auch wenn zwei Anbieter noch immer Preise aufrufen, die sogar unter dem Wert der ersten ZOPI-Erhebung im Juni 2020 liegen. Bei der Betrachtung des gesamten Warenkorbs zeigt sich ein noch deutlicheres Bild: Hier haben die Preise bei allen abgefragten Herstellern den Weg nach oben eingeschlagen.

Detailbetrachtung

Bei Unitedprint, die ihren gleichnamigen Online-Shop Ende Dezember 2021 zur frisch gelaunchten Flaggschiff-Marke print24 umgezogen haben, liegt der Preis für den gesamten Warenkorb Ende Dezember bei plus 26,87 % über dem Erstwert vom November 2020. Bei der separaten Betrachtung der Flyer zog der Preisindex seit Oktober 2020 kontinuierlich an und liegt nun 31,26 % über dem Startwert von Unitedprint vom Juni 2020. Bei der Redprintgroup, die seit Januar 2021 im Rahmen des ZOPIs betrachtet wird, ging der Preisindex ebenfalls deutlich nach oben; nämlich um insgesamt mehr als 11 Prozent. Er liegt mit 1,31 % Ende Dezember 2021 sogar erstmals leicht über dem Startwert vom Januar 2021, ist aber weiterhin die geringste Abweichung vom Referenzwert in der ZOPI-Betrachtung. Und auch Flyeralarm, deren Preis für 10.000 Flyer von Februar bis September 2021 konstant bei -11,23 % gegenüber dem Einstiegswert lag, hat nachjustiert: Zum Jahresende lagen sie nur noch –5,43 % unter dem Startwert. Das bedeutet zwar noch immer ein deutlich niedrigeres Niveau als zum Start unseres ZOPIs, aber die Tendenz in Richtung höhere Verkaufspreise lässt sich auch hier ablesen.

Von den beiden Nach-Unten-Ausreißern Flyeralarm und Flyerunited abgesehen, liegt der Preisindex für Flyer mit durchschnittlich 9,44 % deutlich im Plus.

Der Preisindex für den gesamten Warenkorb der Anbieter landet zum Ende des vierten Quartals bei einem durchschnittlichen Plus von 13,30 % gegenüber seiner ersten Erhebung im November 2020. Kein Wunder, liegen die Durchschnittpreise im Dezember 2021 hier doch allesamt über dem Referenzwert vom November des Vorjahres. Die größte Veränderung nach oben hat es hier, wie bereits erwähnt, bei Unitedprint/print24 gegeben, die geringste Veränderung – nämlich mit 4.89 % gegenüber dem Startwert bei Flyeralarm. Dazwischen sortieren sich die Redprintgroup mit 5,29 %, Onlineprinters mit 8,04 %, Onlinedrucken mit 14,66 %, Wir machen Druck mit 14,70 % und Saxoprint mit 18,62 % ein.

Weihnachtsgeschäft sorgte für Aufschwung

Die gute Nachricht ist, dass die Nachfrage nach Druckprodukten in einigen Marktsegmenten wieder angezogen hat. Ein Treiber dafür war nicht zuletzt das Weihnachtsgeschäft. Nach mehreren Monaten mit konstanten oder sogar gesunkenen Verkaufspreisen ziehen nun aber alle Onlinedrucker, die im ZOPI betrachtet werden, die Preisschraube an und geben die gestiegenen Kosten an die Endkunden weiter. Doch ob auf dem aktuellen Niveau bereits ein Plateau erreicht ist – oder die Verkaufspreise weiter nach oben angehoben werden müssen, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

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Die anhaltende Papierknappheit und die zusätzlich steigenden Preise für Druckfarben, Druckplatten und Energie haben die Onlinedruckereien im letzten Quartal 2021 vor große Herausforderungen gestellt. Obwohl die meisten von ihnen ihre Preise im Jahresverlauf lange Zeit stabil halten konnten, zeichnet sich inzwischen eine Trendwende ab: Die Preise im Onlineprint ziehen an, und das über fast alle Produktgruppen und Anbieter hinweg. Das geht aus dem neuesten ZOPI, dem Zipcon Onlineprint Preis Index, hervor.
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Beyond-print.de

Für viele in der Druckindustrie ist sie keine Unbekannte: Fast 14 Jahre lang war Judith Grajewski für das Fachmagazin Deutscher Drucker tätig; hat als Redakteurin vor allem über den Wachstumsmarkt Digitaldruck berichtet, als Online-Verantwortliche das Portal print.de und die Social-Media-Kanäle mit aufgebaut und sich als „Transaction Editor“ mit Content-Management- und Marketingstrategien beschäftigt. Nach einem kurzen Intermezzo als Chefredakteurin des Werbetechnik- und LFP-Fachportals Sign&Print beim schwedischen AGI-Verlag, bleibt die studierte Dipl.-Ing. für Medientechnik (FH) ihrer Leidenschaft für Print treu und widmet sich nun der Beratung und Projektbegleitung von Druckunternehmen auf ihrem Weg in eine digitalisierte Zukunft. Darüber hinaus gibt sie als Redaktionsleiterin von Beyond Print regelmäßig Einblick in relevante Themen des E-Business Print.

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