Mediaclip: Printpersonalisierung via White-Label-Software

Produktpersonalisierung wird immer beliebter – und für die Anbieter immer besser zugänglich. Ein Grund, den Blick auch mal auf außereuropäische Onlineprint-Software zu richten.

Fotodruck ist attraktiv – in allen Facetten und auf verschiedenen Produkten (ich berichtete an gleicher Stelle über die Entwicklung des Online-Fotodrucks). Jedes Jahr werden mehr und mehr Fotos mit mobilen Endgeräten geschossen und auch verarbeitet, Smartphones machen rund 85 % der 2017 geschätzt 1,2 Trillionen weltweit geschossenen Bilder aus (Quelle: Bitkom). Bilddaten gibt es also genug – und gedruckt werden selbige auch immer häufiger einfach nur deshalb, weil Produktpersonalisierung nachgefragt wird und durch Drucken immer schneller, besser und günstiger funktioniert. Nach der Gründung 2005 hat sich ein kanadischer Softwarespezialist genau auf diesen Bereich fokussiert und entwickelt seitdem Lösungen für die Einbindung von Gestaltungssoftware in Onlineshops, die Editoren selbst und die Verbindung zum externen oder internen Fulfillment. Und da Mediaclip, das mit seinem Hauptsitz in Montreal über ein 25-köpfiges Team verfügt, seine Fühler seit einiger Zeit auch in Richtung des europäischen Fotodruckmarktes ausstreckt, habe ich mir den Softwareanbieter mal etwas genauer angesehen.

Mit Installationen in mehr als 30 Ländern weltweit ist Mediaclip keineswegs unbekannt in der Branche und hat Großkunden aus dem Einzelhandel, die eine wachsende Onlinepräsenz pflegen, und auch reine Onlineplayer. Grundsätzlich adressiert die kanadische Softwareschmiede sowohl B2C-Kunden als auch Anbieter von personalisierbaren (Foto-)Produkten im B2B2C-Bereich, die ohne „eigene“ Personalisierungssoftware arbeiten. Die notwendigen Tools dazu finden sich alle in der MPCCS – das Akronym steht für die Mediaclip Photo Product Creator Suite, die vier Kernkomponenten umfasst: den Produktdesigner, den Bereich Photoshop-Extensions, der unmittelbar mit dem Designer verbunden ist, den Clip Producer und die e-Commerce Bridge.

Der Designer ist HTML5-basiert und damit auf allen Endgeräten einsetzbar; Quelle: Mediaclip

Was den Produktdesigner angeht lassen sich für die Shopanbieter als auch für die Endnutzer einige positive Eigenschaften festhalten: eine intuitiv bedienbare Oberfläche mit einfachem Zugang zu den Bedienelementen, ein begrenzbarer bzw. anpassbarer Funktionsumfang für die jeweilige Nutzergruppe sowie eine Autofill-Option bei Fotobüchern, Freeform-Layouten und die Warnung bei potenziellen Qualitätseinbußen aufgrund geringer Auflösung. Besonders gut gefällt mir aber, dass der Designer vollständig HTML5-basiert ist – damit responsiv und mobiltauglich – und es zusätzlich zu der 2D- und 3D-Vorschau der gestalteten Produkte noch eine kontextbezogene bzw. fotorealistische Darstellung gibt.

Kontextbezogene Darstellung eines selbstgestalteten Canvas-Zweiteilers; Quelle: Mediaclip

Als weitere Komponente bietet die Photoshop Extension ein Plugin, um PS-Templates einfach in das Designtool zu integrieren, z. B. zur Vorgabe der editierbaren Bereiche eines Produkts. Ist das Produkt einmal gestaltet, sorgt der Clip Producer als Backend-Engine dafür, dass die Daten für das Fulfillment gerendert werden, um den Workflow zu vervollständigen. Den „Rest“ besorgt die eigens entwickelte e-Commerce Bridge, die sowohl die Schnittstellen zu den gängigen E-Commerce-Systemen als auch zum Fulfillment – auch wenn es im eigenen Unternehmen stattfindet – bereitstellt.

Damit komme ich auch zu dem, was für Shopbetreiber, Onlineprinter und potentielle Anbieter von Fotodrucksachen besonders interessant ist: Welche Modelle bietet Mediaclip für den Softwarebezug an? Wer die Software selber hosten will, für den bieten die Kanadier Mediaclip On Premise, die laut Unternehmensangaben flexibelste Version, die ebenso wie das Modell Mediaclip HUB mit jedem E-Commerce-System integrierbar ist. Letztgenannte Option bildet als SaaS die Cloud-basierte WtP-Plattform mit Schnittstellen zum E-Commerce-System und zum eigenen oder Fremd-Fulfillment. Das HUB ist laut Mediaclip innerhalb weniger Stunden integrierbar und damit die schnellste Option, um an den Markt zu kommen.

Mediaclip arbeitet unter anderem mit MageMontreal zusammen, einem auf Magento-Websites spezialisierten Software-Dienstleister, der die Personalisierungssoftware von Mediaclip in Shops integriert.

„Mit den breiten Möglichkeiten bietet Mediaclip eine erwachsene Personalisierungssoftware mit allen notwendigen Schnittstellen. Das kanadische Unternehmen stellt damit Funktionen zur Verfügung, die man bei manch anderen Onlineprint-Zulieferern von Software vergebens sucht.“ – Bernd Zipper

Unter anderem stellt Mediaclip noch k-Pix bereit, eine dedizierte Online-Personalisierungslösung für Plattformen von k-eCommerce, die für Microsoft Dynamics oder SAP gestaltet werden. Die E-Commerce-Plattform ist bei uns zwar weniger bekannt als in Amerika, aber mit k-Pix vollständig skalierbar und genauso wie die beiden anderen Lösungen responsiv.

Insgesamt bietet Mediaclip Lösungen, mit denen sich eine breite Palette an personalisierbaren Produkten gestalten lässt – und das mit einer recht offenen und flexiblen Architektur. Die technischen Stärken wissen Marion Duchesne und ihr Team aber auch noch weiter verkaufsfördern einzubinden. Denn zusätzlich zu den lokalen Speichern lassen sich für die Beschaffung der Bilddateien auch Clouddienste und Social-Media-Kanäle einbeziehen. Und noch was: Zur Beförderung von Cross- und Upselling und zur Senkung der Absprungrate haben die Kanadier eine Produktvorschau am Ende des Gestaltungsprozesses eingebunden, die das gleiche Layout auch auf anderen erhältlichen Produkten fotorealistisch abbildet. Gekonnt.

Seit 2017 haben die Softwareentwickler von Mediaclip auch den Bereich Packaging und Labeling ergänzt, um neben den bestehenden Produktpersonalisierungen auch entsprechende Boxen mit persönlichem Zuschnitt ins Portfolio zu holen – entweder als ergänzendes Produkt zu den anderen Fotoprodukten oder als eigene Kategorie.

My Take: Mediaclip bietet mit dem HUB und der On-Premise-Variante sowie den integrierten Editier- und Schnittstellenmöglichkeiten ein solides Fundament für alle Einsteiger ins personalisierte Drucken und Shopbetreiber, die ihr Portfolio zügig und ansehnlich erweitern wollen. Merchandising-Möglichkeiten, die Verbindung zu Social-Media-Kanälen, die geräteübergreifende Funktion der Software und die breiten WYSIWYG-Darstellungen der eigens gestalteten Produkte machen aus dem Gesamtpaket von Mediaclip eine Lösung, die man sich als Onliner durchaus mal angucken sollte.

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Mit den breiten Möglichkeiten bietet Mediaclip eine erwachsene Personalisierungssoftware mit allen notwendigen Schnittstellen. Das kanadische Unternehmen stellt damit Funktionen zur Verfügung, die man bei manch anderen Onlineprint-Zulieferern von Software vergebens sucht.
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beyond-print.de
01.06.2018|Technik|0 Comments

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