Neue Medien boomen weiter – zu Lasten des Printsektors

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(14. August 2008 – jb) Das Internet entwickelt sich prächtig, auf Kosten von TV und Print. So verwenden Elf- bis 39-Jährirge mittlerweile 40 Prozent ihres gesamten Medienzeitaufkommens für das Netz, während nur 25 Prozent für TV und jeweils zehn Prozent für Radio und Print aufgebracht werden. So das Ergebnis der neuesten Ausgabe der Jugendstudie „Timescout“ des Hamburger Marktforschungsinstituts tfactory.

 

Demnach schauen heute bereits mehr als 50 Prozent der 15- bis 19-Jährigen ihre Lieblingsserien über das Web. Dem Fernsehen würden so aber nicht nur zunehmend Seher verloren gehen, sondern das TV-Gerät werde auch vielfach zum bloßen "Hintergrundmedium des Alltags" degradiert. Rund 40 Prozent der Elf- bis 39-Jährigen lassen den Fernseher laufen, ohne ihm gezielt Beachtung zu schenken.

"Die Art und Weise, wie heute Informationen von den Jugendlichen aufgenommen werden, hat sich grundlegend verändert", erklärt Philipp Ikrath, Studienleiter bei tfactory, auf Anfrage von pressetext. Vor allem der Print-Sektor habe sehr stark unter dieser Entwicklung zu leiden. "Junge Menschen wenden sich heute zunehmend von der lange Zeit vorherrschenden Schreib- und Lesekultur ab", ergänzt Ikrath. Natürlich würden aber auch die technischen Möglichkeiten des Webs in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle spielen. "Jugendliche schätzen am Netz besonders die höhere Aktualität der Informationen, ihre kostenlose Verfügbarkeit und das bessere Handling. Sie wollen kurz und kompakt informiert werden", fasst Ikrath zusammen.

In punkto TV-Nutzung zeige sich eine ähnliche Entwicklung. "Die Gruppe jener jungen Deutschen, die Filme und Serien nicht mehr über TV, sondern via Internet konsumiert, wächst deutlich an", stellt Ikrath fest. Entscheidend sei dabei vor allem der Mehrwert, den entsprechende Online-Dienste den Nutzern bieten könnten. Sie seien kostenlos, einfach zu handhaben und würden großteils eine gute Bildqualität aufweisen. "Auch die Möglichkeit der nicht-zeitgebundenen Nutzung und das Umgehen von unliebsamer TV-Werbung spielen in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle", merkt Ikrath an. Ähnlich wie früher das Radio bei Einführung des Fernsehens werde nun das TV durch das Internet zu einem "Hintergrund-Dasein" verdonnert. "Diese Entwicklung beginnt sich nach den USA derzeit auch deutlich in Deutschland abzuzeichnen", meint Ikrath.

Laut tfactory-Untersuchung hat der Internetboom aber nicht nur ernstzunehmende Folgen auf die Medienbranche. Auch Eventveranstalter und Gastronomen seien von dieser Entwicklung in unerfreulicher Form betroffen. "Jugendliche gehen seltener in Diskotheken, Clubs und Kneipen. Selbst die Partnersuche wird von einem wachsenden Prozentsatz der jungen Deutschen via Computerbildschirm erledigt", stellt Ikrath fest. Er gehe aber davon aus, dass es in Anbetracht dieses zunehmenden Trends zu keiner Vernachlässigung des sozialen Umfelds der Jugendlichen kommen werde. "Meiner Meinung nach hat sich der Begriff der sozialen Kommunikation in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Diese verlagert sich vor allem bei jüngeren Nutzern weg von der Face-to-Face-Ausrichtung hin zu der Kommunikation in Social Communitys im Internet", so Ikraht abschließend.

Link:
www.tfactory.com

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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