NEWS: WIE DIGITAL BIST DU, DRUCKER?

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Ich war froh, dass ich schon auf meinem Stuhl saß, als ich die von Kearney und der Deutschen Gesellschaft für Managementforschung erstellte Studie mit Klassifizierungen in Digitalisierungstypen gelesen habe. Laut der Umfrage unter Entscheidern in deutschen Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. € Umsatz seien 40 Prozent „risikoscheue Standard-Digitalisierer“.

Laut Definition haben die Unternehmen in der Klasse kein klares strategisches Digitalziel und hegen Zweifel beim Ausbleiben schneller Erfolge. Das ist ja schon der Hammer! 24 Prozent der Unternehmen sind „nicht-disruptive Digitalisierer“, haben also zwar eine digitale Kultur entwickelt, aber es fehlt der Mut für neue digitale Geschäftsmodelle. Das immer noch 10 Prozent der Unternehmen als „Digital-Klagende“ gelten und von den Forschern eine fehlende Digitalkompetenz attestiert bekommen, wundert mich nicht. Die Gruppe der Skeptiker, die für jede Lösung ein Problem haben, ist in etwa immer gleich groß. Über die 3 Prozent Digitalverweigerer schweige ich mich aus, es gibt halt auch die Künstler. Lichtblick sind die 15 Prozent ambitionierten Digital-Getriebenen. Die haben eine umfassende Digitalisierungsstrategie und sind bereit für neue Geschäftsmodelle. Aber ehrlich gesagt finde ich das Ende 2020 und unter den aktuellen Umständen erschreckend wenig.

Ähnliche Analysen und unsere eigenen Auswertungen deuten darauf hin, dass die Umfrageergebnisse sich auch auf die Druckindustrie übertragen lassen. Ich frage immer: „Wo stehst du, lieber Drucker?“ Gedanklich bin ich da bei dem Netzökonom Dr. Holger Schmidt, der postet: „Um im Wettbewerb nicht zurückzufallen oder sich gar Vorteile zu erarbeiten, reicht es nicht, ein paar Prozesse zu digitalisieren, wenn es andere Unternehmen auch gerade tun.“

Wir erleben, wie Unternehmen trotz Pandemie florierende Geschäfte haben. Bei näherer Betrachtung, beispielsweise in den jüngsten Gesprächen mit Marc Horriar von Cloudlab oder Philip Rooke von der Spread Group, wird klar, diese Unternehmen haben eine Strategie. Sie sind nicht nur bereit für neue Geschäftsmodelle, sie setzen diese bereits in die Tat um.

Unlängst stand ich vor einem Aquarium und beobachtete die Wasserpflanzen, wie diese hin und her wiegen, aber nicht von der Stelle kommen. Das Bild erinnerte mich an die eine oder andere Besprechung zur Entwicklung einer digitalen Strategie. Jeder Drucker muss sich jetzt selbst klassifizieren. Das geht mit der Einordnung, wie diese in der Studie gemacht wurde, ganz schnell. Nochmal, ich frage konkret nach: „Wo stehst Du, lieber Drucker?“

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Ich war froh, dass ich schon auf meinem Stuhl saß, als ich die von Kearney und der Deutschen Gesellschaft für Managementforschung erstellte Studie mit Klassifizierung in Digitalisierungstypen gelesen habe.
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beyond-print.de

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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