Onlineprinters: Wechsel an der Unternehmensspitze

Nach fünf Jahren an der Unternehmensspitze von Onlineprinters will sich Dr. Michael Fries anderen unternehmerischen Aufgaben widmen. Seine Nachfolge tritt am 1. Juli Roland Keppler an.

„Wir waren ein handwerklich orientierter Druckbetrieb und wurden zu einer Druckerei, die E-Commerce machte. Heute sind wir ein E-Commerce-Unternehmen, das druckt“, so beschrieb Dr. Michael Fries, bis zum 30. Juni 2019 CEO von Onlineprinters, gerne den Transformationsprozess des Unternehmens. Diesen Paradigmenwechsel hat Onlineprinters zu erheblichen Teilen Michael Fries zu verdanken. Möglicherweise sieht er seine Arbeit damit getan und verlässt das Unternehmen nach fünf Jahren auf eigenen Wunsch, um sich anderen unternehmerischen Aufgaben zu widmen, wie es in einer Erklärung von Onlineprinters heißt.

Neue Impulse für Onlineprinters

Zum 1. Juli übernimmt Roland Keppler den Vorsitz der Geschäftsführung von Dr. Michael Fries. Während Fries Onlineprint und die Druckindustrie aus dem Effeff kennt, kommt mit Keppler nun ein Manager aus dem klassischen Dienstleistungssektor. Der Wirtschaftsingenieur hat als CEO Unternehmen wie die Europcar Autovermietung, den Carsharing-Anbieter car2go (ab Dezember 2014) und TUIfly (von Herbst 2016 bis Ende 2018), wo er zuvor schon von 1999 bis 2009 tätig war, geführt. Keppler gilt als besonnen handelnder Manager, der zuletzt in der durch starke Turbulenzen und Rivalitäten geprägten Luftfahrtbranche neue Strategien wie etwa die engere Verzahnung zwischen Reiseveranstalter und Fluggesellschaft entwickelte.

Roland Keppler übernimmt bei Onlineprinters am 1. Juli 2019 den Vorsitz der Geschäftsführung. Er folgt auf Dr. Michael Fries.

Jetzt soll er Onlineprinters gemeinsam mit CCO Christian Würst und CFO Dirk A. Müller leiten, den internationalen Wachstumskurs der Onlineprinters-Gruppe weiter vorantreiben und die Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse weiter intensivieren. Roland Keppler wird mit seinem Background sicherlich neue Impulse bei Onlineprinters setzen. Wohin die Reise geht, bleibt abzuwarten. „Wir wollen weiterhin international dynamisch wachsen, die Unternehmen der Gruppe noch stärker integrieren und durch Innovationen neue Kunden gewinnen. Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben“, erklärt Keppler.

Beachtliches Wachstum

Dr. Michael Fries stieß Anfang Juli 2014 zu Onlineprinters, nachdem er bei Cewe Color parallel zu Fotofinishing und Fotobuch-Produktion mit den Marken Viaprinto und Saxoprint den Geschäftszweig Onlinedruck aufgebaut hatte. Zuvor hat Fries Managementerfahrungen bei der Boston Consulting Group gesammelt und war bei der Bertelsmann-Tochter Mohn Media für Vorstufe und Bogendruck zuständig.

Fries kannte das Onlineprint-Business also bereits aus dem Effeff, als er nach Neustadt an der Aisch kam und die internationale Expansion des Onlinedruckers vorantrieb.

Unter seiner Leitung wurde Onlineprinters zu einer durch und durch „industriellen Druckerei“ und ist
deutlich gewachsen. 2017 übernahm Onlineprinters die britische Solopress, im Januar 2018 erfolgte die Akquisition des dänischen Onlinedruckers LaserTryk. Dank dieser Internationalisierungsstrategie gehört Onlineprinters heute zu den Top 3 der Onlinedruckereien in Europa mit mehr als 1.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro.

Diesen Wachstumskurs von Onlineprinters unterstützen seit 2016 Bregal Unternehmerkapital als Mehrheitsgesellschafter und Project A Ventures. Gemeinsam wurden seither in die weitere Digitalisierung der Produktionsabläufe und die Onlinemarketing-Kompetenz investiert. International ist die Onlineprinters-Gruppe heute über 18 Webshops in 30 Ländern aktiv.

„Ob eine Sache gut oder schlecht ist, weißt du frühestens nach fünf Jahren, sagt ein chinesisches Sprichwort. Ich denke, Michael Fries hat seine Sache und seinen Job gut gemacht und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.“ – Bernd Zipper

Noch immer Wachstum vorhanden

Dr. Michael Fries hat bei diesem Wachstumskurs wesentliche Impulse gesetzt. So hat er den Weg vom produktzentrierten zum konsumentenfokussierten Geschäftsmodell vorgegeben. „Ein Webshop, der nur als digitaler Vertriebskanal genutzt wird, hat ausgedient“, ist Fries überzeugt. „Gerade im B2B-Bereich müssen Kunden einen Zusatznutzen über den reinen Produktkauf hinaus bekommen.“ Daher geht die Entwicklung bei Onlineprinters zurzeit vom Shop zur digitalen Plattform. Im Sinne des One-Stop-Shoppings wurden unter der Ägide von Michael Fries immer mehr Produkte in das Portfolio eingebunden – Onlineprinters ist inzwischen Komplettanbieter für Print-Werbung.

Dabei setzte Michael Fries im stärker werdenden Wettbewerb nicht auf Konfrontation, sondern auf Kooperation. Denn der Trend geht nach seiner Überzeugung zur Zusammenarbeit: „Spezialdrucke, lokale Beratungsleistungen und individuelle Services sind die Stärke von klassischen Druckbetrieben. Viele davon kaufen Produkte wie Briefpapier, Plakate und Broschüren bei Onlinedruckereien ein und arbeiten als Reseller. Gleichzeitig kaufen auch Onlineprinter bei Spezialanbietern ein – zum Beispiel Letterpress-Visitenkarten oder Werbeartikel – und bieten diesen Druckereien dann eine Vertriebsplattform.“

Doch das heißt nicht, dass lokale Druckereien keine Zukunft haben, im Gegenteil. „Wer sich dem Transformationsprozess stellt, kann auch künftig noch kräftig wachsen“, ist Dr. Michael Fries überzeugt. Dabei räumt er allerdings ein, dass Online-Druckereien die Druckbranche weiterhin verändern werden, und geht davon aus, dass der Umsatz der Onlinedruckereien in Westeuropa innerhalb der nächsten Jahre weiterhin zweistellig wachsen wird. „Die Branche durchlebt einen fulminanten, disruptiven Wandel, der keinen Stein auf dem anderen lässt“, so Fries: „Jedes Unternehmen muss sein Geschäftsmodell hinterfragen und auf die neuen Anforderungen im Markt ausrichten.“

My Take: Ich habe Michael Fries weniger als überfliegenden Visionär, sondern als pragmatischen Macher im Onlineprint kennengelernt – authentisch und realistisch. Seine Stärke ist das analytische und systematische Herangehen an eine Aufgabe. Das hat ihn auch in den Jahren bei Onlineprinters ausgezeichnet. Sein Know-how umfasst dabei nicht nur das Druckgeschäft, sondern alle für das Onlineprint-Business essenziellen Betriebsabläufe. So hat er die Inhouse-Marketingkompetenz ausgebaut, die IT-Prozesse deutlich weiterentwickelt, die Produktionsorganisation neu strukturiert und an vielen weiteren Stellschrauben gedreht. Mit Michael Fries verliert Onlineprinters nicht nur einen CEO, sondern auch eine Galionsfigur. Ich bin mir sicher, dass er der Branche erhalten bleibt – jetzt macht er erstmal das was alle im Sommer machen: Urlaub. In diesem Sinne – einen schönen Sommer!

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28.06.2019|Menschen|0 Comments

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