OPS2024: „Unsere Wachstumschancen im Digitaldruck sind grenzenlos“

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Die Digitaldruckindustrie ist eine der spannendsten und dynamischsten Branchen der Welt, davon ist Henrik Müller-Hansen, Gründer und CEO des Softwareherstellers Gelato überzeugt. Was ihn da so sicher sein lässt, das hat er auf dem Online Print Symposium 2024 erklärt. Achtung, Spoiler: Eine zentrale Rolle spielen dabei die vier Makrotrends: Personalisierung und Mass Customization, Nachhaltigkeit, die zunehmende Bedeutung von lokalen Lieferanten und die „Creator Economy“.

Künstliche Intelligenz ist die größte Innovation seit der Erfindung der Druckerpresse, sagte Jörg Schieb im letzten Jahr auf dem Online Print Symposium und lehnte sich damit weit aus dem Fenster, schließlich muss KI erst noch unter Beweis stellen, was sie in den einzelnen Branchen konkret leisten kann. Da war es nur konsequent, dass sich das Online Print Symposium als internationale Leitveranstaltung im Online-Print auch 2024 wieder mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt hat. Dabei wurden nicht alle möglichen Programme und generativen KIs diskutiert und hinterfragt, wie sie zu bedienen sind oder was sie kosten. Stattdessen hatten die Veranstalter einen sehr guten Mix aus Themen gefunden, die das klare Bild einer Druckindustrie in Transformation zeichneten.

Netzwerk für die On-Demand-Produktion

Dies untermauerte Henrik Müller-Hansen, Gründer und CEO des Softwareherstellers Gelato, in seiner Keynote nachdrücklich, in der er feststellte, dass die Digitaldruckindustrie eine der spannendsten und dynamischsten Branchen der Welt ist. Schließlich seien digital gedruckte Prints überall zu sehen. Und welche Bedeutung Print generell hat, verdeutlichte er mit einem Vergleich: Die Musikindustrie (die permanent im Gespräch ist) ist gerade einmal 41 Mrd. US-Dollar groß – die Druckindustrie dagegen 847 Mrd. $. Und sie werde in den nächsten Jahren um weitere 90 Mrd. $ wachsen. Dabei ging es ihm gar nicht um die exakte Zahl, sondern um den Dimensionsunterschied, der zeigt, dass Print in weiten Teilen der Bevölkerung massiv unterschätzt wird.   

So hat der digitale Druck inzwischen Marktsegmente besetzt, die bis vor wenigen Jahren noch gar nicht als potenzieller Markt erkennbar waren. Dazu zählt Müller-Hansen neben Packaging, Label, Aufkleber und Bücher, die als Anwendung noch am ehesten absehbar waren, Textilien, Tapeten, Interior Design sowie personalisierte Geschenke und Deko, die als „Drucksachen“ noch immer eher exotischen wirden. Die Klammer für all diese Produkte ist die On-Demand-Produktion samt Personalisierung. „Der Trend Mass Customization wird zum Triumph“, so der schwedische Unternehmer.

Sein Unternehmen Gelato, das inzwischen 15 Jahre alt ist, stelle mit seiner Workflow-Software das weltweit größte Netzwerk für On-Demand-Produktions-Hubs, erreiche lokale Produktionen in 32 Ländern und unterhalte Partnerschaften mit mehr als 130 Produktionszentren, die über 5 Milliarden Verbraucher erreichten. Gelato gestalte damit globale Lieferketten neu und trage dazu bei, den Übergang von der zentralisierten Massenproduktion zur lokalen Produktion auf Bedarf zu kanalisieren. „Dadurch werden Ressourcen eingespart, CO2-Emissionen und Transporte radikal reduziert, während die Rentabilität für die Partner steigt. Das ist intelligenter, schneller und umweltfreundlicher als traditionelle Massenproduktion“, argumentiert Henrik Müller-Hansen und nannte drei Gründe, warum die Digitaldruckindustrie noch nie so gut für exponentielles Wachstum positioniert war. Nach seinen Ausführungen sind das vier Makrotrends, die Demografie und die Produktion.

KI ist keine Lösung, sondern ein Tool

Zwar klingen die Makrotrends sind nicht besonders originell, da sie seit Jahrzehnten bekannt sind, dennoch sind sie Treiber für die Veränderungen der Branche. Für Müller-Hansen sind dies Personalisierung und Individualisierung, Nachhaltigkeit, die nur durch lokale und digitale On-Demand-Produktion realisierbar sei, lokales Business im Handel und die Ära der „Creators“, die die Produktion auf Nachfrage anregten.

„Die demografische Entwicklung hat einen großen Einfluss darauf, was, von wem und in welchen Mengen gekauft wird”, zitierte Müller-Hansen den US-amerikanischer Ökonom Peter Drucker und folgerte daraus, dass die Demografie das Wachstum im Digitaldruck ankurbele. Daran seien die Generation Z und die Millennials nicht unbeteiligt, da sie „kluge Einkäufer sind, eine sehr schnelle Lieferung erwarten, mit Computern und dem Internet aufgewachsen sind und E-Commerce lieben“, sagte Müller-Hansen und ergänzte, dass die GenZ nach Angaben der Vereinten Nationen heute die größte Gruppe potenzieller Verbraucher weltweit ist.

Als dritten Punkt nannte er neue Produktionstechnologien, die das Wachstum im Digitaldruck ankurbeln und sich sehr schnell weiterentwickeln werden. Schließlich zählte er auch den 3D-Druck zu den Wachstumstreibern, dem ein explosionsartiger Anstieg bis 2030 um den Faktor 6 aus 120 Mrd. $ vorhergesagt wird.

Abschließend gab er den Besuchern des OPS 2024 noch drei Gedanken mit auf den Weg. „Erstens: Preiserhöhungen führen nicht zum Erfolg. Ich muss mein Unternehmens für den künftigen Erfolg positionieren! Zweitens: Unsere Konkurrenten sind nicht die Drucker, sondern H&M, Zalando oder Ikea und andere. Und drittens stehen neue Produktionstechnologien plus Software plus Künstliche Intelligenz für unsere Zukunft.“ Wobei Henrik Müller-Hansen noch ergänzte: „Künstliche Intelligenz ist keine Lösung, sondern ein Werkzeug“.

Anmerkung: In den nächsten Tagen und Wochen werden kurze Artikel über die Vorträge des Online Print Symposiums 2024 in loser Folge hier auf beyond-print.de veröffentlicht.

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Die Digitaldruckindustrie ist eine der spannendsten und dynamischsten Branchen der Welt, davon ist Henrik Müller-Hansen, Gründer und CEO des Softwareherstellers Gelato überzeugt. Was ihn da so sicher sein lässt, das hat er auf dem Online Print Symposium 2024 erklärt. Achtung, Spoiler: Eine zentrale Rolle spielen dabei die vier Makrotrends: Personalisierung und Mass Customization, Nachhaltigkeit, die zunehmende Bedeutung von lokalen Lieferanten und die „Creator Economy“.
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