PC Magazine verlässt den Kiosk

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(22. Januar 2009 – ga/ds) Die letzte gedruckte Ausgabe des PC Magazins ist die Januar 2009 Ausgabe. Diese gibt es seit einigen Tagen zu kaufen. Die Ausgabe ist recht winzig, der Name passt kaum auf den Rücken des Magazins. Dennoch geht es dem PC Magazine gut, denn man nutzt das Web um die Gehälter zu bezahlen und Profit einzufahren. Dies ist ein Beispiel für eine erfolgreiche Anpassung an neue Technologien.

Die letzte gedruckte Ausgabe ist ziemlich klein geraten und besteht aus nur 98 Seiten – vor 10 oder 20 Jahren waren es noch mehrere hundert Seiten, wobei die meisten davon Werbeseiten waren. Heute gibt es nurnoch knapp 40 Prozent Werbeseiten in dem Magazin.

Es ist nicht ungewöhnlich für ein Magazin, seine gedruckte Ausgabe einstellen zu müssen. Dies hängt mit immer geringeren Werbeeinnahmen aus Werbeseiten zusammen. Hier handelt es sich jedoch nicht um einen Fehlschlag sondern das Überraschende ist, dass das PC Magazine eine gedeihende Pflanze ist – mit einer reinen Online-Publikation. Nach der New York Times ist sowohl die Webseite wie auch die Print-Ausgabe profitabel, jedoch kamen 80% der Umsatzes von der Webseite und alle Redakteure wurden über die Webseite bezahlt.

Mediaweek (www.mediaweek.com) berichtet, dass die gedruckte Ausgabe 36% seiner Werbeseite in der ersten Hälfte 2008 verloren hat. Die Lesezahl sank innerhalb von 10 Jahren um die Hälfte auf 600.000. Wenn die gedruckte Ausgabe weitergeführt worden wäre, hätte sie ab 2009 Verluste für das Magazin bedeutet. Die Webseite pcmag.com jedoch macht einen mehr als guten Job. Quantcast schätzt, dass monatlich 4 Millionen Unique-Visitors die Webseite besuchen.

Jahrelang nutzte das PC Magazine seine Webseite um seinen Lesern Downloads oder erweiterte Inhalte anbieten zu können. Die Webseite hat eine treue Leserschaft, die technologiebegeistert ist und ihren Lesestoff auch gerne online bezieht. Unter diesen Umständen war die getroffene Entscheidung eine leichte.

Anderen Magazinen jedoch fällt diese Entscheidung auf eine reine Online-Publikation zu setzen, nicht so leicht. Sie habe meist keine starke, werbegestützte Webseite. Für diese Magazine bedeutet oft die Einstellung der Druckausgabe das Ende des operativen Geschäfts. Das wird nun leider in den kommenden Monaten und jahren immer häufiger anzutreffen sein.

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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