Probo: „Reseller only“ – LFP-Onlineprint-Power aus Holland

So professionell wie Probo muss man als Drucker seine Nische erstmal ausfüllen können. Doch was macht den Erfolg des aufstrebenden niederländischen Onlineprinters aus?

Bei der Vermarktung von Printprodukten via Internet gibt es verschiedene Wege, die – eine effiziente und schnelle Abwicklung vorausgesetzt – alle ihren Reiz und ihre Erfolgsaussichten haben. Helloprint beispielsweise tritt als reiner Auftragsvermittler, das heißt ohne eigene Produktionskapazitäten, für Printjobs auf. Sehr erfolgreich. Vistaprint adressiert B2C- und B2B-Kunden, mit eigener Produktion und breiter Angebotspalette, Druckverfahrens-unabhängig. Sehr erfolgreich. Einen etwas anderen Ansatz geht der ebenfalls aus den Niederlanden stammende Onlineprinter Probo. Denn adressiert und beliefert werden ausschließlich Wiederverkäufer, und zwar ausnahmslos mit digital Gedrucktem. Ein Nischenanbieter – ebenfalls sehr erfolgreich. Deshalb hat der LFP-Onlinedrucker auch mit einer eigenen Domain nach Deutschland expandiert – und ist kürzlich der Initiative Online Print beigetreten. Grund genug also, mal etwas konkreter über den Digitaldrucker zu berichten.

LFP: Ein kleiner Blick in die Produktion am Hauptsitz in Dokkum; Quelle: Probo

Probo produziert seit der Gründung 2001 ausschließlich am Hauptsitz in Dokkum (Nordholland) und pflegt seit 2012 eine Onlinepräsenz. Erfahrung im Online-Business haben die Niederländer also genug, sonst wäre Probo mit dem mehr als 200-köpfigen Team rund um CEO René De Heij nicht schon vier Mal nacheinander (zuletzt 2017) zu den Top-250 der wachstumsstärksten niederländischen Unternehmen gezählt worden. Immerhin ist der Nischenanbieter im gesamten Europa aktiv und pflegt einen Stamm von mehr als 3.000 aktiven Kunden. Betrachtet man andere Branchengrößen, mag die Zahl für die Gesamtkundenmenge klein wirken. Ist sie aber nicht – bedenkt man, dass sich das Angebot von Probo doch nur an professionelle Wiederverkäufer richtet, die ihrerseits wieder einen zum Teil vier bis fünfstelligen Kundenstamm haben (können). Gewachsen ist das Unternehmen vor allem durch das gut laufende Geschäft in den  Hauptabsatzgebieten Niederlande, Belgien und Deutschland – die Expansion nach UK und Deutschland mit jeweils eigener Domain waren dann logische Konsequenz. Um das Ganze mal umsatzmäßig einzuordnen: 2017 hat Probo ein Umsatzvolumen von 32,2 Mio. Euro generiert – und auf Grundlage der jüngeren Investitionen von rund 6 Mio. Euro in den Maschinenpark soll auch im laufenden Geschäftsjahr weiteres Wachstum folgen.

„Mehr als „nur“ Fulfillment-Partner: Probo vereint Produktionseffizienz, technisch sinnvolle Investitionen und Service-Leistungen in einem schmucken Onlineprint-Gesamtpaket für Wiederverkäufer.“ – Bernd Zipper

Ab Auflage „1“ zu drucken kann sich also lohnen. Nur mit welchen Produkten? In dem Closed Shop von Probo finden sich vom Asphaltaufkleber über Fotodrucke auf Holz bis zum wasserfesten Poster für die Außenreklame Printprodukte in verschiedenen – meist frei wählbaren – Größen, auf mehr als 60 verschiedenen Drucksubstraten. Das „Aushängeschild“ von Probo ist LFP – Topseller sind großformatige Banner. Aber auch kleinformatige Produkte werden immer wichtiger für das Sortiment, weshalb der niederländische Marktführer zunehmend Spezialitäten auf Foliensubstraten und Textilien mit ins Portfolio aufnimmt. Damit betätigt sich Probo also auch in dem für die Zukunft hochgradig lukrativen Feld „Digitaler Textildruck“, und zwar nicht nur mit den „altgedienten“ Artikeln, sondern auch mit Bettwäsche, Kissen und Tischdecken. Immerhin beziffern einige Fachquellen wie Smithers Pira und Business Wire das Wachstumspotenzial des Segments digitaler Textildrucks auf mehr als 15 % pro Jahr bis 2021 bzw. 2023. In der Hinsicht hat Probo Potenzial, weiter mit dem Markt zu wachsen.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Heim- und Textilportfolio von Probo – hinzu kommen noch einige Artikel aus dem Bereich Dekoration; Quelle: probo.de

Der gute Kontakt von Probo zu seinen Business-Kunden zeigt sich nicht zuletzt in den Möglichkeiten, die das Unternehmen in Sachen Besichtigung, Audits und Beratung zur Verfügung stellt. Dieser Aspekt gehört bei Probo genauso zum Erfolgsrezept wie das Augenmerk auf die Druckeffizienz und das weitere Fulfillment. Denn beispielsweise werden Druckjobs, die einen Verschnitt von mehr als 15 % in der Planung erzeugen, grundsätzlich neu geplant.

Die Plane im Bestellprozess: Nach der Größenkonfiguration erfolgt die Substrat- und die Zubehörwahl; Quelle: probo.de

Im Bestellprozess lässt sich das gewählte Digitaldruckprodukt detailliert hinsichtlich Größe, Substrat und Zubehör konfigurieren; der Dateiupload erfolgt am Ende des Prozesses. Wer bestellt, der braucht nicht lange auf sein Produkt zu warten, da das komplette Fulfillment binnen vier bis fünf Werktagen, inklusive Lieferung, in Anspruch nimmt. Für die nahe Zukunft plant Probo noch die Verpackungspersonalisierung für den Versand. So können die Business-Kunden ihre Kunden wiederum CD-konform mit den Printprodukten versorgen.

My Take: Ausschließlich professionelle Reseller als Kunden zu haben kann durchaus funktionieren – auch und vor allem online. In Kombination mit dem stetig wachsenden Geschäftsfeld „Digitaler Textildruck“ und den passenden Investitionen – so wie es Probo zur richtigen Zeit getan hat – kann man eben in seiner Nische erfolgreich sein. Effizienz, ein einfacher Online-Bestellprozess im Portal und die schnelle Abwicklung im Fulfillment sind möglich, da sich der niederländische Marktführer auch bei der technischen Ausstattung nicht lumpen lässt. Dass Probo auch weiterhin aufstrebend in Europa agieren wird, ist die logische Konsequenz aus der Entwicklung. Ein gelungenes Beispiel für einen Nischenanbieter, der mit der Zeit geht. Prima!

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So professionell wie Probo muss man als Drucker seine Nische erstmal ausfüllen können. Doch was macht den Erfolg des aufstrebenden niederländischen Onlineprinters aus?
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beyond-print.de
05.06.2018|Markt|0 Comments

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