Radio auf dem Holzweg

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(4. Oktober 2008 – ds) In Zeiten von Interaktivität und Konvergenz tut sich das Medium Radio besonders schwer damit, neue wirksame Wege zum Hörer zu finden. Der analoge UKW-Empfang spielt zwar allen früheren Digitalisierungsprognosen zum Trotz nach wie vor die entscheidende Rolle bei der Radionutzung, das Internet gewinnt aber vor allem bei jugendlichen Hörern zunehmend an Bedeutung.

"Die Nutzungserwartungen an Audioangebote werden sich schrittweise an die Nutzungssituation des Internets anpassen und damit zu einer Individualisierung führen", stellte Andreas Arntzen, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack und Initiator von Radio.de im Rahmen einer Paneldiskussion zur Zukunft des Radios auf den Münchner Medientagen fest. Um erfolgreich weiter bestehen zu können, müsse sich das Radio neu definieren.

"Radio ist die einzige Mediengattung, die noch auf einem terrestrischen Waldweg fährt", kritisierte Arntzen. Man bewege sich noch zu sehr in traditionellen Bahnen und habe es verabsäumt, frühzeitig die Verbreitungswege der Zukunft zu besetzen. "Wenn es Internetunternehmen wie Google gelingen sollte, die Datenautobahn auch für das Radio zu besetzen, werden die Radioanbieter in einigen Jahren dafür bezahlen müssen, um ihre Reichweite zu behalten", mahnte Arntzen. Die Herausforderung bestehe für Radiobetriebe aber auch darin, den Wandel hin zum Audioanbieter zu meistern, der den Hörern unter den vertrauten Hörfunkmarken die verschiedensten Audioangebote bietet. "Die Menschen wollen heute Audio haben und das besteht eben nicht nur aus Musik, Infos und Moderation, sondern beinhaltet beispielsweise auch einen Spanischkurs oder ein Hörbuch", erläuterte Arntzen.

"Um im Internetzeitalter bestehen zu können, ist es vor allem wichtig, das es dem Radio gelingt, seine Markenstärke als Tagesbegleiter auszuspielen", fasste Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale Berlin zusammen. (Ende)

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Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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