Technik: Bildqualität mit Künstlicher Intelligenz verbessern

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Bilder haben in den letzten Jahrzehnten derart an Bedeutung zugenommen, dass mittlerweile praktisch alle Medien als visuelle Medien bezeichnet werden können. Schon traditionell nehmen Bilder und Grafiken eine zentrale Rolle bei den Printmedien ein, sind aber auch jenseits des Gedruckten aus den digitalen Kanälen nicht wegzudenken.   

In dem Maße, wie Bilder bedeutender geworden sind, hat die Bedeutung von Texten abgenommen. Es gibt Zahlen, nach denen nur noch 20% der Leser einer Zeitung einen Artikel über den ersten Absatz hinaus lesen. Bücher scannen wir eher, als dass wir sie aufmerksam lesen. Und bei einer Anzeige beachten wir zwei Sekunden lang das Bild und die Headline, den Text lesen wir fast nie. Stattdessen sind Bilder in allen Bereichen des täglichen Lebens immer wichtiger geworden.

So ist es nicht verwunderlich, dass Bilder ein sehr ergiebiges Feld für Künstliche Intelligenz sind. Allerdings geht es nicht immer nur um spektakuläre Foto-Kreationen oder Fakes. Viele professionelle KI-Anwendungen entfalten ihre Wirkung eher im Hintergrund – für die Nutzer unsichtbar, aber unglaublich nützlich.

Bilder durch KI klassifizieren …

So berichtete Thomas Beguin auf dem Online Print Symposium 2024 von der Entwicklung einer KI für die Fotoauswahl, die er 2013 mit seinem Unternehmen Resnap entwickelte und den etablierten Markt für Fotoprodukte gehörig durcheinander wirbelte. Die KI-basierte Software Resnap klassifiziert eingegebene Bilder durch Algorithmen in EXIF-Fotodaten (Exchangeable Image File Format) nach Objekten sowie Qualität und führt eine Gesichtserkennung durch, um mithilfe der Mimik im Gesicht, eine entsprechend emotionale die Bildauswahl zu treffen. Mit dieser Software gelang Resnap die erste selbstlernende KI-Bildauswahltechnologie, die in einem automatisierten Fotobuchgenerator eingesetzt wurde.

„Die Verkürzung der durchschnittlichen Zeit für die Erstellung eines Fotobuchs von Stunden auf wenige Minuten hat den Markt völlig umgekrempelt“, schilderte er. Zwar verkaufte Beguin das Unternehmen 2017 an die albelli-Photobox Group, doch das Programm wird nach wie vor für das Gestalten von Fotobüchern eingesetzt. Das Unternehmen produziert und vertreibt Fotogeschenkartikel wie Fotobücher, Kalender, Leinwände und Wanddekorationen, Karten, Kalender und Abzüge in ganz Europa. Die albelli-Photobox Group, Muttergesellschaft von posterXXL, heißt seit Februar 2024 Storia group, bedient nach eigenen Angaben 11 Millionen Kunden und erwirtschaftet einen Umsatz von 340 Mio. Euro.

und im Handumdrehen verbessern

Unternehmen wie Storia und all die anderen Anbieter von Fotoprodukten haben jedoch ein gemeinsames Problem: Nur selten werden vor allem für die Fotobuchproduktion perfekte oder zumindest qualitativ ausreichende Bilder hochgeladen. Oft mangelt es an der Qualität, die Bilder sind zu pixelig, unscharf, unter- oder überbelichtet oder gar mit ungewolltem Gegenlicht fotografiert. Wer täglich mit Tausenden solcher Bilder zu tun hat, muss sich auf Reklamationen einstellen – auch wenn er die Qualität der Bilder nicht zu verantworten hat.

Dem will Servi Pieters von der Viesus AG, einer Ausgründung der Schweizer Imaging Solutions AG, entgegenwirken und mit Algorithmen und KI suboptimale Bildqualität und Drucke minimieren. Die KI-Technologie von Viesus analysiert dazu Bilder, überprüft und korrigiert deren Helligkeit, Kontrast und Farben, skaliert sie mittels KI, entfernt Artifakte, reduziert Rauschen und korrigiert Hauttöne.

Dabei müsse allerdings darauf geachtet werden, dass die KI nicht übertreibt und „halluziniert“, führte Servi Pieters auf dem OPS 2024 aus. Dabei sei die Software auch in der Lage, Bilder aus PDFs zu extrahieren, entsprechend zu bearbeiten und wieder zu platzieren. Dabei sei vor allem die Geschwindigkeit verblüffend hoch und mit einer manuellen Retusche oder Bildkorrektur nicht vergleichbar.

Spezialität Skalieren von Bildern

Dabei besteht im Skalieren von Bildern ganz offensichtlich ein ganz großer Bedarf bei Fotoanwendungen aller Art, vor allem bei der Produktion von Postern. Dr. Davide Righini widmet sich mit seinem Unternehmen PiktID diesem speziellen Problem und generell der Verbesserung von Bildern. PiktID aus Klagenfurt am Wörthersee hat sich auf innovative Lösungen für Bildanwendungen unter Verwendung generativer KI spezialisiert.

So ist TagID ist ein KI-Bildbeschreibungsgenerator für die einfache Kennzeichnung von Bildern, EraseID ist eine Technologielösung für das Anonymisieren und Bearbeiten von Gesichtern, ProductID generiert KI-gestützte Hintergründe für Bildanwendungen und die Software SuperID verbessert auf Basis von KI Fotos für präzises und qualitativ hochwertiges Hochskalieren ohne Rauschen oder Unschärfen. SuperID hat sich beim Skalieren der Bilder speziell der Bearbeitung von Gesichtsmerkmalen angenommen. Davide Righini bezeichnet die Lösung als „den besten KI-Skalierer und Verbesserer für Gesichter“.

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Bilder haben in den letzten Jahrzehnten derart an Bedeutung zugenommen, dass mittlerweile praktisch alle Medien als visuelle Medien bezeichnet werden können. Schon traditionell nehmen Bilder und Grafiken eine zentrale Rolle bei den Printmedien ein, sind aber auch jenseits des Gedruckten aus den digitalen Kanälen nicht wegzudenken.   
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beyond-print.de

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