Times Online ab Juni kostenpflichtig

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Als eine der bekanntesten Zeitungen der Welt wird die renommierte Traditionszeitung nun zum Vorreiter in Sachen Bezahlinhalte für Großbritannien. Gleiches gilt für den Wochenendableger, die Sunday Times. Bisher hatten beide eine gemeinsame Internetpräsenz, im Mai soll auch dies geändert werden.

Quelle: Pixelio // Fotograf: BirgitH

Das Lesevergnügen der Online-Ausgabe soll ein Pfund pro Tag oder zwei Pfund pro Woche kosten, zumindest für Briten. Abonnenten der Printversion bekommen den Onlinezugang weiterhin kostenlos, nicht-britische Leser zahlen 1,50 Euro pro Tag und drei Euro pro Woche. Über weitere Angebote ist nichts bekannt. Direkt vor der Umstellung sollen die Leser vor die Wahl gestellt werden: Zugriff gibt es nur durch Zahlung. Möglicherweise werden sich Murdochs Regenbogenblatt Sun und die News of the World bald anschließen.

Diese Umstellung könnte ein großes Risiko bedeuten, denn noch gibt es eine Unmenge an kostenlose News im World Wide Web. Die Internetpräsenz des Wall Street Journals beispielsweise wird zwar von gut 400.000 Lesern freiwillig bezahlt – doch bietet das WSJ spezialisierte Nachrichten und Beiträge, nicht allgemeine News für Jedermann.

Laut der BBC ist sich der Herausgeber der Times, James Harding, des Risikos bewusst. Dennoch sei dieses kleiner, als die ganze journalistische Macht der Zeitung umsonst freizugeben. Dass diese Vorgehensweise den Journalismus an sich entwertet, ist wohl für jeden Leser offensichtlich.

Die Ankündigung der Veränderung sorgte dennoch für einigen Unmut, das Gros der Leser kündigte an, nicht bezahlen zu wollen. Schließlich liefert der Guardian eine kostenlose Alternative für allgemeine Nachrichten.

Laut Hispanola.eu überlegen auch die lateinamerikanischen und karibischen Zeitungen Bezahlinhalte anzubieten. Der Zugriff auf die renommierten Zeitungen Financial Times und Newsweek ist im Internet schon seit längerem kostenpflichtig. In Deutschland haben das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost diesen Weg schon für die Regionalnachrichten bestritten, dies jedoch zu einem weit höheren Preis als die Times es plant.

(Imke Hans | Quellen: BBC, Spiegel Online, Hispanola.eu, Times Online)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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