Trends: Auf Social Selling folgt Social Commerce – aber was ist das eigentlich?

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Digital Commerce ohne Social Media? Gibt es eigentlich nicht mehr. Denn Unternehmen, die ihre Produkte online verkaufen, haben die Bedeutung von Facebook, Instagram und Co. als Werbekanal und Kaufanreiz-Geber längst verstanden: „Social Selling“ (oder auch Social Shopping) gehört für sie zu den Must-Dos im Marketing. Doch kaum hat sich das mächtige Verkaufs-Instrument auch in Deutschland etabliert, folgt der nächste Trend: Social Commerce. Klingt, als wäre es dasselbe wie Digital Commerce? Nicht ganz.

Denn während Digital Commerce (früher E-Commerce) im Prinzip alle Elemente des physischen Verkaufs auf einer Onlineplattform oder in einer Marken-App abbildet – etwa auf Basis einer E-Commerce-Software-Plattform wie Shopify –, findet beim Social Commerce die gesamte Customer Journey des Kunden innerhalb der Social-Media-Plattform statt: Von der Produktsuche bis zum Checkout. Das heißt für Anbieter: Sie benötigen nicht mehr zwingend eine eigene E-Commerce-Webseite. Plattformen wie Facebook, Instagram, Pinterest und TikTok bringen bereits native Social Commerce Features mit, die sich einfach und schnell aufsetzen lassen, und agieren damit wie ein digital Storefront.

Nicht deckungsgleich

Social Commerce ist also kein Gegenentwurf des Digital Commerce und auch kein Synonym, sondern eine Unter-Variante von Digital Commerce. Und um die Verwirrung komplett zu machen: Auch Social Commerce und Social Selling sind nicht deckungsgleich, besitzen aber durchaus Parallelen und Schnittmengen, denn in beiden Fällen geht der Kaufimpuls heute in der Regel von einem Social-Media-Kanal aus. Doch legt Social Commerce den Fokus auf die gesamte Kaufabwicklung innerhalb einer Social-Media-Plattform – während Social Selling primär auf die Entwicklung einer Kundenbeziehung als solche abzielt, die – da braucht man sich nichts vormachen – in der Folge natürlich auch zu einer Kaufhandlung führen soll.

Social Commercial wächst mit steigender Nutzerzahl von Social Media

Social Commerce boomt. Accenture schätzt das weltweite Marktvolumen von Social Commerce mit 1,232 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 ein. Gegenüber den 492 Mrd. US-Dollar im vergangen Jahr 2021 entspräche das weit mehr als einer Verdoppelung. Andere Studien gehen sogar von noch höheren Werten aus, wie etwa Shopify in einem umfangreichen Blog-Beitrag zum Thema beschreibt.

Social Commerce boomt, weil Social Media im Allgemeinen boomt. Zahlen von „We are Social“, Hootsuite und DataReportal zufolge beläuft sich die Zahl der Social-Media-Nutzer weltweit auf 4,62 Milliarden Menschen, zehn Prozent mehr als noch 2021. Dabei rangierten zuletzt vor allem Facebook, Youtube, Instagram und TikTok unter den weltweiten Top-Ten Netzwerken.

Auch in Deutschland angekommen

In Deutschland haben rund 42 % aller Online-Shopper bereits über Soziale Medien eingekauft, hat eine Befragung des Onlineportals GetApp ergeben. Dabei seien Rabattcodes ein besonderer Trigger gewesen, eine YouGov-Studie führt aber auch den dringenden Bedarf, die Exklusivität des Produktes über Social Media, die praktische, schnelle Kaufabwicklung oder eine ansprechende Werbeanzeige als Gründe für einen Kauf an.

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Dabei kaufen deutsche Online-Shopper am liebsten über Facebook und Instagram ein, sagt YouGov. Eine Untersuchung von eMarketer und Klarna sieht jedoch auch Youtube und Snapchat unter den beliebtesten Kanälen.

So profitieren Unternehmen – auch kleine

Für Brandowner und Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen bereits online vertreiben, bietet Social Commerce einen wichtigen Hebel in der Kundenakquise: Nicht nur, weil die Reichweiten enorm sind – und das vor allem bei Millennials und der Generation Z.  Darüber hinaus bieten die Plattformen wertvolle Einblicke in die Vorlieben der potenziellen Kunden und damit wertvolle Daten. Und auch in Sachen Kundenfeedback bekommen Anbieter direkt und ungeschönt die Meinung ihrer Käufer gespiegelt. Das kann mitunter brutal sein, ja, aber aus der Konfrontation auch mit negativen Meinungen werden Schwachstellen frühzeitig erkenn- und damit entsprechend änderbar. Und da bei Social Commerce nicht zwingend eine eigene E-Commerce-Plattform eingesetzt werden muss, können auch kleinere Unternehmen den Online-Vertriebsweg einschlagen.

Auch Druckereien sind auf Social Media zu finden

Zugegeben, für Druckereien gestaltet sich die Umsetzung von Social Commerce vielleicht nicht ganz so einfach wie gerade beschrieben, denn Druckprodukte gehören in der Regel nicht zu den One-Click-Einkäufen – schließlich müssen Inhalte und Designs vom Kunden zusätzlich hochgeladen oder in einem Editor gestaltet werden. Aber: Potenzial liegt darin allemal! Und wer sagt eigentlich, dass es künftig nicht auch Mischformen geben wird, aus Produkten, deren Kaufabwicklung komplett auf der Social-Media-Plattform erfolgen kann und solchen, die auf Instagram und Co. zwar beworben, letztlich aber im Editor auf der eigenen Webseite gestaltet werden.

Übrigens nutzen schon einige Druckereien erfolgreich Social Media: Sendmoments und myposter sind dabei sogar Beispiele für Social Commerce, wie ich ihn gerade beschrieben habe – und zwar auf Instagram. Aber auch Marken wie print-emotion.de, pack-your-food.de oder packaging-warehouse.com nutzen die Social-Media-Plattformen bereits konsequent und erfolgreich, um ihre Marken bekannt zu machen und ihre Portfolios darzustellen. Und das ist nur eine kleine Auswahl.

Man darf also durchaus gespannt darauf sein, wie auch andere Druckereien Facebook, Instagram und Co. künftig nutzen werden. Noch dazu, da sich auch in Sachen Editor noch vieles tun dürfte. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

My Take: Wer mit seiner Marke und Produkten auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram und Co. nicht zu finden ist, findet im Worst Case für eine ganze Gruppe potenzieller Kunden nicht statt. Doch gerade die jungen Generationen sind es, die auch für Druckereien die zukünftigen Kunden sind.

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Beyond-print.de

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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