Trends: Der „phygitale“ Einzelhandel und Papier, das zum Leben erwacht

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Dass sich ein lokales Ladengeschäft und ein digitales Einkaufserlebnis nicht ausschließen müssen, sondern ein perfektes – „phygitales“ – Match sein können, und dass es sehr wohl möglich ist, Papierseiten ähnlich wie bei Harry Potter zum Leben zu erwecken, das haben Orderize und Memperience auf dem Online Print Symposium 2024 gezeigt. Die beiden Start-ups präsenteierten – neben fünf anderen – ihre Lösungen im Rahmen der Insight Pitches und sorgten damit für allerhand Aufmerksamkeit.

Als Co-CEO von Orderize beschäftigt sich Marvin Pflaume mit der digitalen Transformation des lokalen Einzelhandels. Denn einerseits kaufen 50% aller Verbraucher gerne im stationären Laden, andererseits informieren sich 61% vor einem Kauf Online – und genau das macht sich Orderize zunutze. Denn die Mission des Start-ups besteht darin, Händler mit den nötigen digitalen Werkzeugen und Know-how auszustatten, damit diese auch im digitalen Raum wettbewerbsfähig sind und neue, eigene „phygitale“ Konzepte entwickeln können. Das Wort „phygital“ steht übrigens für die Verschmelzung von physischen und digitalen Abläufen.

Und das kann unter anderem die Form eines digitalen (onlineshop-ännlichen) Schaufensters annehmen, über das zum Beispiel ein Bäcker seine Produkte anbieten und der Kunde seine Bestellung für einen Brunch mit Freunden ganz bequem von zuhause aus aufgeben und später persönlich im Laden abholen kann, frisch gebacken und superschnell.

Das heißt, Orderize bietet eine Plattform, auf der nicht auf die Bequemlichkeit von traditionellem E-Commerce verzichtet werden muss, was Konsumenten das Einkaufen im lokalen Einzelhandel wieder näher bringen soll. Zugleich bietet Orderize dem lokalen Einzelhandel damit einen Einstieg in die Welt des phygitalen Vertriebs. Vision ist es, den lokalen Einzelhandel langfristig zukunftsfähig zu machen, um so die vielfältigen Stadtbilder und die damit verbundenen Erlebnisse zu erhalten und weiter zu diversifizieren. 

Videos auf Papierseiten

Und auch das zweite Start-up stieß auf dem Online Print Symposium auf großes Interesse. Denn was wir bisher unter dem Begriff „Electronics in Print“ kennen, bei dem üblicherweise für Werbezwecke ein Video auf einem Display abgespielt wird, das in einen Karton integriert ist, erfährt nun offensichtlich eine neue Dimension. Die Brüder Manuel, Julian und Cedric Mandel haben mit ihrem Start-Up memperience und patentierter Technologie ein VideoBook vorgestellt, das als Kombination aus traditionellem Buch und Fotobuch nicht nur statische Bilder und Texte, sondern auch bewegte Bilder, sprich Videos mit Ton, festhält – ohne QR-Codes, ohne Smartphone und ohne Internet – direkt auf den Papierseiten des VideoBooks.

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Die Jungunternehmer, die bis zu Ihrer Geschäftsidee zwar nur wenig Berührungspunkte mit der Druckindustrie, dafür aber das Ziel hatten, Erinnerungen noch besser zu konservieren, haben es sich zum Ziel gesetzt, die Branche mit ihrem VideoBook zu revolutionieren. Dazu haben sie einen Prototyp gebaut, Marktstudien durchgeführt und Investoren für ihr VideoBook begeistert.

Ein solches VideoBook kann 16 bis 40 Layflat-Seiten enthalten und bis zu vier Seiten mit einem Video. Zwischen den Seiten, in die das extrem flache Display eingebettet ist, müssen mehrere Seiten Papier quasi als Puffer angeordnet sein, damit sich die Signale der abzuspielenden Videos nicht stören. Die komplette Technik ist im Rücken verbaut und das Buch wird über ein induktives Charging Pad geladen.

Ein solches Buch soll zwischen 79 € und 225 € kosten und vor allem für besondere Anlässe wie etwa Hochzeiten angeboten werden. Nach Auskunft von Julian Mandel wurden schon einige Hundert Bücher verkauft. Nächste Schritte seien andere Formate, eine größere Materialvielfalt und Videos mit längerer Laufzeit. Wir werden auf jeden Fall dranbleiben und die Entwicklungen der Start-ups begleiten.

Weitere spannende Insights in die Vorträge und Insight-Pitches vom Online Print Symposium 2024 gibt es auch in den nächsten Tagen und Wochen hier auf beyond-print.de.

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Dass sich ein lokales Ladengeschäft und ein digitales Einkaufserlebnis nicht ausschließen müssen, sondern ein perfektes – „phygitales“ – Match sein können, und dass es sehr wohl möglich ist, Papierseiten ähnlich wie bei Harry Potter zum Leben zu erwecken, das haben Orderize und Memperience auf dem Online Print Symposium 2024 gezeigt. Die beiden Start-ups präsenteierten – neben fünf anderen – ihre Lösungen im Rahmen der Insight Pitches und sorgten damit für allerhand Aufmerksamkeit.
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Beyond-print.de

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