Trends: Die Mass Customization Crew – die richtige Antwort auf den Megatrend

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Mein Haus, mein Auto, meine Jacht. Ich gebe nichts auf Statussymbole – aber das „meine“ darin gefällt mir! Und zwar nicht, weil ich egoistisch bin, sondern einfach, weil ich Mass Customization liebe – am liebsten in Kombination mit Print! Also, mein Wein-Etikett, meine Müsli-Dose, meine individuell designten und bedruckten Sneaker. In der Gesellschaft ist der Trend schon lange sichtbar – und auch auf der Technologieseite tut sich zuletzt vieles, vor allem in Form der vielen Integratoren die aktuell auf den Markt drängen. Aber eine Entdeckung auf der drupa hat mich besonders begeistert: Die MCC.

Dahinter verbergen sich fünf Lösungsanbieter, die alle schon seit Jahren in der Druckindustrie bekannt und etabliert sind, und von denen jeder sein Spezialgebiet hat:

  • be.print, vormals als Lead-Print von Be Beyond bekannt und Anbieter eines Ökosystems, inklusive Schnittstellen und Open- sowie Closed-Shops für Druckereien und Corporates
  • rissc solutions, die mit ihrem printformer einen leistungsstarken Web-to-Print-Editor entwickelt habe, der die Erstellung von Druckdaten für Mass-Customization-Produkte zum Kinderspiel macht,
  • ctrl-s, die mit ihrem Symphony Smart Factory Framework den gesamten Produktionsworkflow automatisieren können
  • calibrate, die österreichischen Automatisierungs-, PDF- und Preflight-Spezialisten, deren Lösungen für korrekt aufbereitete Druckdaten sorgen, sowie
  • tessitura, die alle Maschinen in einem Unternehmen oder über Produktionsstandorte, Hersteller oder Maschinengenerationen hinweg miteinander zu vernetzen und in einem „Analog-Digital-Heartbeat“ zu harmonisieren.

Diese fünf also haben sich zur Mass Customization Crew zusammengetan. Und ihren Ansatz finde ich sehr spannend. Denn es ist kein Zusammenschluss im klassischen Sinne – jeder Anbieter ist und bleibt selbstständig. Gemeinsam aber decken sie mit ihrer jeweiligen Expertise den gesamten Lebenszyklus eines (Mass-Customization-)Printproduktes ab, von der Kreation bis zur Übergabe an den Logistik-Dienstleister. Und genau das ist es, was die MCC in meinen Augen so interessant macht.

Denn tritt ein Kunde mit Fragen rund um die Umsetzung von Geschäftsmodellen und Produktionsprozessen an ein Mitglied der Mass Customization Crew heran oder benötigt Unterstützung in der konkreten Umsetzung, dann arbeiten die fünf „Crew-Mitglieder“ nach eigener Aussage Hand in Hand. Was nicht bedeuten soll, dass die Druckerei am Ende des Tages alle fünf Lösungen einsetzen muss. Das nicht – ganz im Gegenteil, wurde mir versichert.

Der Clou sei ja gerade, dass Hilfestellung auf Basis dessen erfolgt, was der Anwender an Maschinen, Systemen und Workflows bereits mitbringt und darauf das bestmögliche Konzept erarbeitet wird. Reicht die Expertise eines „Crew-Mitgliedes“ dafür aus, ist das prima – doch sobald Prozesse aus anderen Bereichen in die Fragestellung mit reinspielen, könne „der Ball“ problemlos an einen oder mehrere der anderen Anbieter der MCC weitergegeben werden. Der Anwender muss nicht erst aufwendig nach anderen Lösungsanbietern suchen, sondern kann darauf vertrauen, dass er mit der MCC bereits die richtigen Ansprechpartner an seiner Seite hat und dass die Lösungen der einzelnen „Crew-Mitglieder“ miteinander „kommunizieren“ können.

Damit haben die Mitglieder dieser neuen MC-Crew einen, meiner Meinung nach, einen elementar wichtigen Punkt erkannt. Denn kein Druckunternehmen ist gleich, keines ist wie eine „grüne Wiese“, auf der ein idealer Produktionsworkflow von Null an und ohne jeglichen Komplikationen aufgebaut werden kann.

Aber im richtigen Zusammenspiel der einzelnen Spezialisten kann am Ende eben doch ein zuverlässige, hochautomatisierter Produktionsworkflow entstehen. Und ohne hochgradig automatisierte Prozesse, ihr wisst, worauf ich hinaus will, keine wirtschaftlich erfolgreiche Mass Customization.

My Take: Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber: Wir befinden uns an der Schwelle von der Mass Production hin zur Mass Customization. Mit dem zunehmenden Aufkommen von Integratoren, wie zuletzt etwa Atomyx, und auch mit Zusammenschlüssen wie der Mass Customization Crew sind wir meiner Meinung nach sogar schon einen Schritt weiter, denn genau durch solche kooperativen Ansätze können Druckereien am meisten von diesem stark wachsenden Trend profitieren. Die Möglichkeiten sind da – nun sollten wir sie auch wirklich nutzen!

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Mein Haus, mein Auto, meine Jacht. Ich gebe nichts auf Statussymbole – aber das „meine“ darin gefällt mir! Und zwar nicht, weil ich egoistisch bin, sondern einfach, weil ich Mass Customization liebe – am liebsten in Kombination mit Print! Also, mein Wein-Etikett, meine Müsli-Dose, meine individuell designten und bedruckten Sneaker. In der Gesellschaft ist der Trend schon lange sichtbar – und auch auf der Technologieseite tut sich zuletzt vieles, vor allem in Form der vielen Integratoren die aktuell auf den Markt drängen.
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Beyond-print.de

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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