Trends: KI in Print – Chancen, Potenziale und Herausforderungen 

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Seitdem es die Druckindustrie gibt, ist sie einem steten Wandel unterlegen – egal, ob es um leistungsstärkere Maschinen, neue Druckverfahren oder neue Vertriebswege ging. Mit Künstlicher Intelligenz stehen die Zeichen nun ein weiteres Mal auf Veränderung, denn die Frage, ob KI in der Druckindustrie zum Einsatz kommen sollte, ist längst der Frage nach dem Wie gewichen. Über die verschiedenen Aspekte und Potenziale von KI in der Druckindustrie hat auf dem OPS 2024 Kirsten Hommelhoff, Hauptgeschäftsführerin der Bundesverband Druck und Medien gesprochen.

„Das Image von Print, der Strukturwandel, der Fachkräftemangel sowie andere Herausforderungen – und jetzt noch KI! Ja. Und es lohnt sich, KI einmal von verschiedenen Seiten zu betrachten“, sagte Kirsten Hommelhoff bei ihrer Keynote „KI – Booster für eine Branche im Wandel“ als Start in den zweiten Tag des Online Print Symposiums. Sie ist seit dem 1. Januar 2024 Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. und damit Mitveranstalter des jährlichen Onlineprint-Events. Daher galt dem Vortrag der Juristin besonderes Interesse.

Der war klar strukturiert, warf kognitive, rechtliche und ethische Fragen auf und beleuchtete den Technologiesprung Künstliche Intelligenz, der die Wandlungsfähigkeit der Branche einmal mehr herausfordert, von verschiedenen Seiten. „Wer konkurrenzfähig bleiben will, muss sich mit KI arrangieren“, so Kirsten Hommelhoff „denn KI fängt schon im Kinderzimmer an. Alle werden KI nutzen und wir müssen darauf achten, welche Tätigkeiten sich möglicherweise auf die Kundenseite verlagern.“ Dabei dachte sie zum Beispiel an Bildbearbeitung, Bildgenerierung oder Layoutgestaltung. Aber auch innerhalb der Branche werde sich einiges verändern. Schlagworte waren hier Farbmanagement, Preflight und Datenkorrektur, Ausschießen, die Rüstzeitoptimierung in Druck- und Weiterverarbeitung, vorbeugende Instandhaltung, Qualitätssicherung und so weiter – vom Marketing und Vertrieb einmal ganz abgesehen.

KI als Lösung gegen den Fachkräftemangel?

„Die Arbeitswelt wird sich verändern. Aber dass KI den Fachkräftemangel reduziert – das sehe ich nicht“, machte sie unmissverständlich klar. Branchenspezifisches Wissen werde nach wie vor gebraucht. „Neue Organisationsstrukturen werden erforderlich und es werden sich die Rollen ändern. Dabei wird deutlich, dass wir mehr Generalisten und weniger Spezialisten brauchen“, führte Kirsten Hommelhoff aus und verwies darauf, dass lebenslanges Lernen durch KI nicht obsolet werde. Intelligentes Prompten, Kreativitätstechniken und der verantwortungsbewusste Umgang mit KI müssten gelernt werden.

Justitia lässt grüßen

„Künstliche Intelligenz ist aus jetziger Sicht eine Blackbox und zugleich omnipräsent. Deshalb ist beim Umgang mit der Technik Vertrauen wichtig“, eröffnete Kirsten Hommelhoff ihre Erläuterungen der rechtlichen Gegebenheiten und verteidigte den AI-Act der EU gleich gegen mögliche Kritik. „Der AI-Act will nicht die Technik, sondern die Anwendungen regulieren. Dabei sind 85 Prozent ohne Risiko, aber Hochrisiko-KI bedarf der Konformitätsprüfung“, führte sie aus. Und plädierte auch dafür, innerhalb des eigenen Betriebs KI-Richtlinien für Mitarbeiter einzuführen und dabei gleich den Betriebsrat mit einzubeziehen. Denn der Umgang mit KI bedarf klarer Regeln. Fragen wie „Wem gehören welche Daten – und wer darf was mit welchen Daten tun?“ sind zwar noch weitestgehend ungeklärt, müssten aber bald sicheren Boden erhalten, um Transparenz zu erreichen. „Transparenz nimmt Mitarbeiter und Kunden die Angst“, sagte Kirsten Hommelhoff und schloss: „KI ist eine Riesenchance, KI geht auch nicht mehr weg – ist aber eine Herausforderung.“ Dabei riet sie dringend, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen, aber keinesfalls zu ignorieren. Nicht zuletzt deshalb, weil – wie bei vielen Innovationen – die kurzfristigen Effekte überschätzt und die langfristigen Effekte eher unterschätzt würden.    

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Seitdem es die Druckindustrie gibt, ist sie einem steten Wandel unterlegen – egal, ob es um leistungsstärkere Maschinen, neue Druckverfahren oder neue Vertriebswege ging. Mit Künstlicher Intelligenz stehen die Zeichen nun ein weiteres Mal auf Veränderung, denn die Frage, ob KI in der Druckindustrie zum Einsatz kommen sollte, ist längst der Frage nach dem Wie gewichen. Über die verschiedenen Aspekte und Potenziale von KI in der Druckindustrie hat auf dem OPS 2024 Kirsten Hommelhoff, Hauptgeschäftsführerin der Bundesverband Druck und Medien gesprochen.
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