Wann kommt die 3D-TV-Revolution?

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Nachdem die neusten 3D-Fernseher auf der CeBIT ausgestellt wurden, warten alle, die „Ice Age 3“ oder „Avatar“ dreidimensional im Kino erlebt haben, auf die Revolution im Wohnzimmer. Die neue Technik ist aber wenig verheißungsvoll: Entweder muss der Zuschauer klobige Brillen aufsetzen oder darf sich nicht bewegen.

(Quelle: Pixelio // Fotograf: Marina S.)

Dabei haben sich die Elektronikkonzerne das Geschäft des Jahres versprochen: Pansonic und Samsung haben bereits mit 3D-Fernsehern vorgelegt, Philips zieht im Sommer nach. Möglicherweise wird weitere Konkurrenz folgen. Anders als auf der Kinoleinwand ist die Technik im Wohnzimmer allerdings eine andere.

Die Technik im Kino setzt auf Polarisation, das heißt, ein Projektor sendet unterschiedliche Wellen aus, die sich links oder rechts herum drehen. Die Brille dient dabei als Filter und sorgt dafür, dass jedes Auge unterschiedliche Wellen empfängt und so der 3D-Effekt zustande kommt.

Die Fernseher, die uns die dritte Dimension zeigen sollen, benutzen zwei unterschiedliche Techniken. Eine davon heißt Shuttertechnik. Sie zeigt uns im schnellen Wechsel Bilder aus zwei Blickwinkeln, wobei eine Brille eines der Augen schnell abdeckt, indem sich ein Brillenglas nach dem anderen verdunkelt. Dafür muss die Shutterbriller allerdings batteriebetrieben sein und ist dementsprechend dick und schwer.

Aber auch ohne Brille ist 3D-Fernsehen möglich. Dabei setzt die Technik der Autostereoskopie darauf, dass vertikale Streifen Bilder in unterschiedlicher Richtung zum linken oder rechten Auge senden. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Betrachter frontal zum Fernseher sitzt und sich wenig bewegt. Ein weiterer Nachteil: Autostereoskopie-Geräte sind mit über 10.000 Euro überaus teuer.

Kommentar:

So ganz ausgefeilt scheinen die neuen 3D-Geräte noch nicht zu sein und werden die Revolution im Wohnzimmer sicherlich noch verhindern. Während 3D sich in anderen Bereich wie im Printbereich oder im Kino dank der leichten, bald vielleicht sogar biologisch abbaubaren Brillen immer attraktiver werden, lässt die TV-Technik noch zu wünschen übrig. Seit den 50ern wurden immer mal wieder Versuche unternommen, die scheiterten. Vielleicht braucht die Technik-Revolution für TV-Geräte noch etwas Zeit. (Arne Unger | Quelle: Der Spiegel 11/2010)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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