Was wäre, wenn der Kindle nur 25 US-Dollar kosten würde?

0

Der Beschaffungspreis eines E-Book Readers ist aktuell noch das größte Problem für die Nutzung von E-Books.

Es gibt Menschen, die sagen, die Leseerfahrung mit einem gedruckten Buch seien besser als die mit einem E-Book Reader. Ich jedoch glaube, dass der E-Book-Boom erst richtig ausbrechen wird – und auch dieses kleine Problem verschwinden lassen wird – wenn die Lesegeräte drastisch im Preis sinken.

Mein (zugegebenerweise begrenzter) Kontakt mit der aktuellen Generation von E-Book-Geräten – dem Kindle, Sonys Reader sowie dem iRex Illiad – konnte mich von diesen Geräten überzeugen. Ich wäre glücklich die meisten meiner Bücher die ich derzeit lese (ein bis zwei im Monat) auf einem solchen Gerät zu lesen. Ausnahme gibt es auch, zum Beispiel wenn die Farben in einem Buch wichtig sind – die aktuellen Geräte bieten nämlich nur eine Schwarz-Weiß-Darstellung. Doch die meisten Bücher die ich lese, werden nicht farbig gedruckt, wodurch die Ausnahme wohl nur selten auftreten würde.

Warum besitze ich also keinen E-Book-Reader? Wegen dem Preis. Solange die Geräte teurer als 300 US-Dollar sind (wie die oben genannten Geräte) werde ich bei gedruckten Büchern bleiben. Nehmen wir aber an, ein E-Book-Reader würde nur 25 US-Dollar kosten. Wäre dies der Fall, würde ich mir sofort eines dieser Geräte zulegen. Ich nehme an, dass viele Menschen in genau so einer Situation stecken. Es ist nicht der Geruch oder das Gefühl von echten Büchern. Es ist meist ganz schlicht und ergreifend nur der Preis eines E-Book-Readers.

Sobald man jedoch einen solchen E-Book-Reader besitzt, sind die Kosten für Bücher in elektronischer Form geringer, als die für gedruckte Bücher. Die meisten kosten aktuell nur 10 US-Dollar, ältere Titel sind dagegen meist nicht teurer als 5 US-Dollar.

Es gibt aber immer noch Dinge, die man bei E-Books verbessern kann. Der Kindle ist der Einzige, der Downloads ohne einen Computer als Zwischenstück ermöglicht – das wäre ein Feature, dass ich mir bei allen Geräten wünschen würde. Auch ist der Kindle das einzige Gerät, welches auf ein proprietäres Dateiformat setzt. Er hat keine Möglichkeit E-Books die aus dem EPUB-Format basieren, zu öffnen. Das muss geändert werden. Außerdem sind die E-Ink-Bildschirme die aktuell benutzt werden, noch ein bisschen zu langsam im Bildaufbau.

Das sind jedoch nur kleinere Probleme, die mich sicher nicht davon abhalten würden für 25 US-Dollar einen solchen Reader zu kaufen.  Werden wir denn jemals einen so günstigen E-Reader zu sehen bekommen? Schwer zu sagen. Aktuell versuchen die Hersteller die recht hohen Herstellungskosten einzufahren. Außerdem ist die Anzahl der verkauften Geräte noch ziemlich klein. Das sorgt für den hohen Preis.

Schlussendlich jedoch besteht die Chance, dass verbesserte Produktion und geringere Materialkosten den Preis auf 25 US-Dollar bringen könnten – irgendwann. Und wenn die E-Book-Reader-Hersteller weiterhin in den Verlagsprozess von E-Books involviert bleiben, sodass sie einen Anteil der Verkaufspreise zugeteilt bekommen, könnten sie ihre Reader in Zukunft vielleicht sogar subventionieren. Dies würde günstigere Reader bedeuten, mehr Verkäufe, mehr verkaufte Bücher und somit wieder mehr Geld für die Hersteller und E-Book-Verleger. Das Beste nämlich an E-Books ist, dass die Produktionskosten praktisch nicht vorhanden sind. Das macht den Profit riesig.

Übersetzung von Daniel Schürmann

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

Leave A Comment