(02. März 2009 – ds) Bereits am 12. Februar berichteten wir über ein neues Projekt von Berliner Studenten – die persönliche Tageszeitung niiu. Natürlich wollten wir mehr darüber erfahren und haben die Verantwortlichen hinter dem Projekt zum Interview gebeten. Die Antworten wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Beyond-Print: Seit wann besteht die Firma InterTI GmbH? Wofür steht der Name?
Die Firma InterTi besteht seit 2004 und wurde von Hendrik Tiedemann ursprünglich zur Umsetzung eines Webportals gegründet. Stattdessen entschied Herr Tiedemann sich jedoch für sein Studium in Berlin und lies die Firma ruhen. Der Name InterTi leitet sich aus den Begriffen „Internet“ und dem Namen „Tiedemann“ ab.

BP: Wie viele Mitarbeiter sind bei InterTi beschäftigt und arbeiten am Produkt niiu?

Insgesamt sind augenblicklich 12 Personen mit dem Projekt „niiu“ beschäftigt. Die InterTi hat augenblicklich 4 feste Mitarbeiter stellt aber zur Zeit neue Mitarbeiter ein. Bis heute arbeiten neben den beiden Gründern Herrn Tiedemann und Herrn Oberhof noch Herr Hartwig, verantwortlich für die Entwicklung von Medieninhalten und Herr Krug verantwortlich für die Entwicklung Geschäftsbeziehungen fest bei der InterTi GmbH. Zusätzlich sind weitere Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt, die unter Anderem Bereiche wie Werbeplatzvermarktung, Verlagsinhalte, Marketing, Personal, Unternehmensentwicklung verantworten.

BP: Richten Sie sich mit niiu nur direkt an Endkunden oder wollen Sie ihre Technologie auch an Großkunden (z.B. Druckereien oder Hotels) verkaufen, um dort den Druck von personalisierten Zeitungen zu ermöglichen?
niiu richtet sich im ersten Schritt an Endkunden, namentlich Junge Leute/Studenten. Zu einem späteren Zeitpunkt sind Kooperationen mit Großkunden vorgesehen.

BP: Seit wann wird an dem Produkt niiu gearbeitet?
Herr Tiedemann und Herr Oberhof beschäftigen sich seit dem Sommer 2007 mit niiu.

BP: Wie sind die beiden auf die Idee dazu gekommen?
Die Idee zu diesem Produkt hatten beide Gründer unabhängig von einander. Herr Tiedemann entwickelte die Idee im Rahmen eines Studienprojekts, Herr Oberhof unabhängig von seinem Studium im privaten Kreis. Da sich beide über einen gemeinsamen Freund kannten, sprachen sie bald eher zufällig über ihre Pläne und entschlossen sich die Idee gemeinsam anzugehen und zu verwirklichen. Basis war einerseits die Überlegung, dass klassische Tageszeitungen das Informationsverhalten und den „Lebensstil“ junger Leute nicht mehr abdecken.

BP: Welche Content-Lieferer konnten Sie bereits für sich gewinnen?
Da wir noch in bestehenden Vertragsverhandlungen mit verschiedensten deutschen und internationalen Verlagshäusern stehen, bitten wir um Verständnis, dass eine genaue Nennung von Partnern erst im März 2009 erfolgen kann.

BP: Wie sieht der Preis für eine personalisierte Zeitung aus?

Der endgültige Preis für niiu steht noch nicht fest. Der Preis wird zwischen einem und zwei EUR liegen. Innerhalb dieser Preisspanne bieten wir einen günstigeren Preis für Studenten an. Sollten „reguläre Leser“ Interesse haben, wird es einen etwas höheren Preis geben.

BP: Wie funktioniert die Technologie hinter niiu? Welche Arbeitsschritte und welche Technik stecken dahinter?
Die Arbeitsschritte zur Erstellung der Zeitung sind vergleichsweise einfach: Der Leser stellt sich auf unserem Portal seine Zeitung zusammen. Er wählt im ersten Schritt die Inhalte aus, welche er aus bestehenden Tageszeitungen übernehmen möchte. Hier stehen ganze Ressorts (Politik, Sport etc.) und Einzelseiten (Titelseite, Meinung etc.) zur Verfügung. Im zweiten Schritt ist eine Auswahl der Internetinhalte vorgesehen. Diese werden auf der Titel und Rückseite platziert. Hier ist eine Riesenauswahl aus verschiedenen Internetinhalten möglich (Aktiencharts, Wetter, Facebook, Sudoku, vereinsnews, Ad-hocMeldungen, Blogs). Im dritten Schritt ist eine persönliche Anpassung der Zeitung möglich, so kann ein eigener Zeitungstitel verwendet werden, ein persönliches Foto kann integriert werden und verschiedene Designvorlagen stehen zur Verfügung.
 Basierend auf diesen Eingaben, die theoretisch täglich geändert werden können, stellt unsere eigens hergestellte Software Nachts jedem Leser seine eigen niiu zusammen und sendet die Daten direkt an unsere Digitaldruckmaschine.

BP: Welche Zielgruppen wollen Sie mit der persönlichen Zeitung ansprechen?

Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Junge Leute/Studenten. Wir glauben, dass wir mit unseren Produkt die Informationsbedürfnisse der jungen Leser perfekt wiedergeben können. Auch Junge Leute lesen nach wie vor am liebsten auf gedrucktem Papier.

BP: Wie sehen Sie die Zukunft von niiu?
Berlin wird für niiu nur der erste Schritt sein. Hier möchten wir den „Proof of concept“ erbringen und im Anschluss bundesweit und international aktiv werden. Durch eine enge Zusammenarbeit mit unserem Druckpartner sind wir in der Lage, bei Bedarf schnell und unbürokratisch durch weitere Druckmaschinen neue Märkte zu erschließen.

BP: Wie sehen Sie den Markt für personalisierte Zeitungen?

Der Markt besteht bereits. Das selektive Informationsverhalten, welches durch das Internet für viele Menschen schon selbstverständlich ist, wird nur jetzt erstmals auf Papier möglich sein.

BP: Was sind die langfristigen Pläne der InterTi GmbH?
Anders als viele Venture Capital finanzierte Start-Ups streben wir keinen schnellen Exit an. Unser Ziel ist es vielmehr ein gesundes und langfristig erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Bisher ist es uns möglich die Vorinvestitionen für die Produkteinführung aus eigenen Mitteln zu finanzieren, wir sind also unabhängig, sowohl von VCs als auch von einzelnen Verlagen. Diese Unabhängigkeit möchten wir uns erhalten, um die gewünschte Pluralität bieten zu können.

Link:
Beyond-Print: “niiu – die persönliche Zeitung” (News vom 12. Februar 2009)

Link:

http://www.niiu.de/