Westermann: myPrints – Web-to-Print macht „Schule“

myPrints – ein weiteres Onlineangebot der Westermann-Gruppe, diesmal mit Fokus auf bildungsbezogene Printprodukte. Was steckt hinter dem neuen Shop, der Schulen mit individualisierbaren Drucksachen adressiert?

Gegründet 1838 und mit dem Hauptsitz in Braunschweig und mehreren Druck-Standorten versammelt die Westermann-Gruppe einige der bekanntesten und führenden Marken aus dem Schulbuch-, Schulmittel- und Lernbereich unter ihrem Dach, darunter Diesterweg, Schöningh, Schroedel und Arena. An der produktionstechnischen Ausstattung hat es bei dem ursprünglich reinen Verlagshaus noch nie gemangelt, womit Westermann mittlerweile mehr als 300 große Kunden in Handel, Industrie und Verlagswesen versorgt. Ein Traditionsdrucker also – aber in Sachen Online-Anbieten von Printprodukten nicht ganz unerfahren. Ihre Onlineprint-Karriere hat die Westermann-Gruppe 2013 mit dem Launch des eigenen Printshops Buchfabrik1838 begonnen, einem Onlineangebot, das dem Kernbereich der meisten Westermann-Marken entspricht: Buchproduktion, und zwar ab einer Auflage von 30 Exemplaren. Dazu gehören Konfiguration von Einbandart, Format, Inhaltsumfang und Versand. Immerhin druckt das gesamte Unternehmen rund 5 Mio. Bücher neben mehr als 50 Mio. Magazinen und Heften. Hardwaretechnisch besorgen dies mehrere Digital- und Offsetdruckmaschinen.

myPrints unterscheidet drei Produktkategorien, die in Bezug auf die Zielgruppe durchaus Sinn machen; Quelle: https://verlage.westermanngruppe.de/myprints

Nun aber zu myPrints. Etwas unscheinbar erscheint das noch frische Angebot auf der Startseite der Gruppe. Selbst bezeichnet Westermann myPrints mit „Die Schul-Druckerei – individuelle Drucksachen für Ihre Schule“, womit die Zielrichtung klar ist. Wie eben schon gesagt – Nachfragen nach online-konfigurierbaren Buchprodukten werden bereits mit dem Onlineprint-Angebot Buchfabrik1838 bedient. Umso mehr verwundert es dann, dass an dieser Stelle auch wieder Bücher – diesmal aber erst ab einer Auflage von 300 – angeboten werden. Redundanzen im eigenen Portfolio? Zumindest zum Teil – was aber zählt ist der Zielgruppenfokus. Und der liegt bei myPrints, anders als bei Buchfabrik1838, eben auf dem Schulumfeld. Die Produktbreite reicht bei dem neuen Onlineprint-Angebot der Westermann-Gruppe von feinteilig konfigurierbaren Schulplanern, diversen Verwaltungsdrucksachen – u. a. Flyer, Plakate, Hefte und Briefbogen – über Jahrgangsbücher und Kalender bis zu den editierbaren Mass-Customization-Artikeln. Zu letztgenannten gehören diverse Print-on-Demand-Produkte, die nach der Farbauswahl mit Fotos personalisiert werden können. Hierbei beschränkt sich myPrints keineswegs auf papierbasierte Artikel, sondern führt auch schulnahe Produkte wie z. B. Brotdosen, T-Shirts, Taschen und Trinkgefäße.

„Mit myPrints bietet die Westermann-Gruppe ein durchdachtes und übersichtliches Onlineprint-Angebot, das einen sinnvollen Zielgruppenzuschnitt hat.“ – Bernd Zipper

Wenn es etwas zu „bemängeln“ gibt, dann dass der Klickweg zu einer Produktgestaltung mit Uploadmöglichkeit für Bilddaten in dem bewusst einfach gehaltenen Editor – ggf. nur temporär – etwas zu lang gerät. Der unnötige Zwischenschritt über eine weitere Produkt-Detailseite tut dem insgesamt gut und übersichtlich gestalteten Seitenaufbau aber keinen wirklichen Abbruch. Wer etwas Bestimmtes sucht, der findet es auch – und kommt ans Bestellungsziel. An dieser Stelle scheinen die Betreiber aber auch noch zu arbeiten. Den Publisher als Web-to-Print-Applikation sowie die Backendverwaltung liefert in dem von Westermann selbst aufgesetzten Shop übrigens Softwarespezialist Obility.

Ein einfacher Upload von Bilddaten macht aus Standardprodukten individuelle; Quelle: https://verlage.westermanngruppe.de/myprints

Wie gesagt – der Gesamteindruck ist durchaus überzeugend. Können doch Schulen bzw. verantwortliche Lehrer über den Shop ihren Bedarf an gestaltbaren Printprodukten schnell und ohne großen Aufwand decken. In der Hinsicht ist myPrints den meisten deutschen Printshops mindestens ebenbürtig. Und ein vergleichbares, derart gerichtetes Angebot lässt sich zumindest nach einer kurzen Recherche bei anderen Verlagen aus dem Bildungsbereich nicht finden. Hat Westermann damit eine lukrative Nische gefunden? Den Bedarf von Schulen und Lehrern an den angebotenen, konfigurierbaren Drucksachen abzuschätzen, ist nur schwer möglich. So manches Produkt, dass myPrints im Portfolio hat, führt auch der eine oder andere Onlineprinter. Warum sollten dann Lehrer und Co. bei Westermann ihre Printprodukte bestellen? Ein Blick auf die Preise macht durchaus Sinn. Vergleicht man diese für Standarddrucksachen wie Flyer oder Plakate, mit denen einiger größerer deutscher Onlinedrucker zeigt sich, dass myPrints – je nach Menge – mal teurer und mal günstiger ist. Und was die zuvor erwähnten Mass-Customization-Artikel angeht, zeigt sich ein ähnliches Bild: personalisierbare Tassen oder Mousepads für 8,90 Euro, eine gestaltbare Tasche für 28,90 Euro – keine ungewöhnlichen Preise. Preiskonkurrenz haben etablierte Onlineprinter also seitens myPrints nicht zu fürchten; das wird Westermann auch nicht als Ziel haben. Ziel ist ein auf Schulen und Bildungsinstitutionen zugeschnittenes Angebot von Printprodukten – und das sehe ich hier erfüllt.

My Take: Eine gute, wenn auch nicht ganz preiswerte Möglichkeit zur Erstellung eigener Schulbücher mit konfigurierbarem Seitenumfang, Format etc. bestand ja schon durch Buchfabrik1838. Mit myPrints schafft Westermann nun auch eine Web-to-Print-Basis, die für die Gruppe durchaus positive Effekte haben könnte, wenn das Prinzip auch den sonstigen Kunden aus Industrie und Handel gefällt. Und findet die adressierte Zielgruppe Gefallen an dem Onlineprint-Angebot der Westermann-Gruppe, kann myPrints durchaus ein lohnendes Business sein. Zumindest vom Angebot und der Darstellung der online konfigurierbaren Printprodukte hat der Traditionsverlag schon Einiges richtig gemacht. Jetzt muss der Shop eigentlich nur noch eines: bei den Adressaten bekannt werden – dann kommt die Nachfrage für gewöhnlich (fast) von selbst. Denn als etablierte Größe im Schulumfeld hat Westermann ganz sicher einen anderen Stellenwert bei den Bildungsinstitutionen als andere Onlinedrucker.

 

Kleiner Nachtrag: Etwas untergegangen ist, dass der Schulplaner das Hauptprodukt neben den drei erwähnten Kategorien bei myPrints darstellt. Die Besonderheit ist hierbei, dass der Planer sowohl mit vorgestalteten als auch mit selbstgestalteten Seiten bestückt werden kann – Westermann liefert hierzu also nicht nur die Konfigurationsmöglichkeit, sondern auch frei platzierbaren Content.

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Westermann: myPrints – Web-to-Print macht „Schule“
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Mit myPrints bietet die Westermann-Gruppe ein durchdachtes und übersichtliches Onlineprint-Angebot, das einen sinnvollen Zielgruppenzuschnitt hat.
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beyond-print.de
03.05.2018|Markt|0 Comments

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