Wie Politiker sich auf studiVZ darstellen…

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Der Protest der Bundesverbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner gegen Facebook macht deutlich: Immer mehr Politiker nutzen social communities wie studiVZ oder Facebook für Social Media Marketing, um sich dazustellen und um den Kontakt zu den Bürgern zu suchen. Dabei rücken nur wenige Online-Profile die Politiker ins schlechte Licht .

Ilse Aigner (Quelle: Profil auf studiVZ)

Wer in Facebook angemeldet ist, aber mit den Ministern nicht befreundet ist, kann über Ilse Aigner (CSU), Bundesministerin für Verbraucherschutz, nicht all zu viel erfahren. Dafür sind auf studiVZ einige Informationen öffentlich ausgestellt. So erfahren wir, dass sie am 7. Dezember 1964 geboren wurde, gerne schwimmt, wandert und Inline-Skates fährt, Soul und Klassik hört und Krimis und Romane liest. Auch über andere Minister erfahren wir auf den Fanseiten auf Facebook persönliches: So zum Beispiel, dass Karl-Theordor zu Guttenberg (CSU) regelmäßig ins Fitness-Studio geht und Hard-Rock hört, dass Angela-Merkel (CDU) gerne im Garten arbeitet und Tatort schaut und davon träumt, einmal von Moskau bis Wladiwostik zu reisen würde. Oder, dass Frank-Walter Steinmeier „Türkisch für Anfänger“ auf der ARD gefällt.

Oftmals ist eine perfekte Inszinierung der Politiker in den social communities zu finden. So sind auf Facebook selten negative Statements zu lesen und die Informationen werden sehr überlegt preisgegeben. Was aber dachte sich Guido Westerwelle dabei, als er angab, sein Lieblingsbuch sei Pippi Langstrumpf? Vermutlich hat er seinen Lieblingsspruch „Erlaubt ist, was gefällt und keinem anderen schadet“ von einem bekannten Motto „Ich mache mir die Welt, Widdewidde, wie sie mir gefällt“ abgeleitet.

Weniger positive Meinungen sind im offiziellen studiVZ-Profil von Ilse Aigner zu lesen. So spricht ein Kritiker von „populistischen Hasstiraden“ der Ministerin, andere wünschen sich einen besseren Verbraucherschutz-Minister oder haben am Tag vor der Bundestagswahl für die gegnerische SPD geworben. Etwas lebhafter sind die Diskussion auf dem VZ-Profil von Guido Westerwelle. Da werden einzelne Gesprächsteilsnehmer als „Amokläufer“ oder „Schwachkopf“ beschimpft und angeregt über die FDP-Politik gesprochen. Selbst Westerwelle wird als „Langweiler“ und „nicht mal intelligenter Opportunist“ beleidigt, woraufhin der Politiker bzw. seine Verantwortlichen für die Seite mit dem Strafgesetzbuch drohen.

Wer nach weiteren Politikerprofilen suchen möchte, kann dabei einiges Interessante entdecken – doch der sollte darauf achten, dass gelegentlich auch gefälschte Profile von fremden Personen auftauchen, die sich zum Beispiel als Angela Merkel auf Facebook ausgeben. (Arne Unger)

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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