Gestern Morgen habe ich mich mit einem jungen, engagierten Drucker aus Bayern unterhalten. Seine Erwartungen an die drupa seien hoch. Denn: „Künstliche Intelligenz wird alles verändern. Alles.“ Sagt er, winkt mir zu und entschwindet in das Gewusel der Messehallen. Schon am Nachmittag hatte sich seine Meinung geändert.
Ein großer Maschinenhersteller zeigte in seiner Show eine Chat-KI für den Anwenderservice, ein anderer überlies der KI die Produktionsplanung, ein Hersteller von Digitaldruckmaschinen machte direkt beides. „Eigentlich hatte ich mehr erwartet“, sagt er, der junge Drucker. „Wo ist der Hype? Da draußen in der Welt geht es ab und hier im Nukleus der globalen Druckindustrie, fühlt man sich wie in einem kleinen gallischen Dorf. Von reeller Umsetzung von KI kaum eine Spur“, sagte der junge Mann und zog von dannen.
Uff. Eigentlich war ich ganz zufrieden, dass nicht jeder an seine Maschine das KI-Label klebt –eigentlich fand ich genau das gut. Aber offensichtlich ist die Erwartungshaltung jüngerer Marktteilnehmer eine andere.
Meine Haltung zu KI ist klar: Es ist die größte Erfindung der Menschheit seit der Einführung der beweglichen Lettern – aber es ist ein Werkzeug, keine Wunderwaffe. Ein Werkzeug, das genutzt werden will. Und genau da muss wohl noch eine Menge passieren.
Also hilft wohl nur fragen! Wo haben Sie „echte KI“, eine echte KI-Innovation gesehen – schreiben Sie mir an bz@zipcon.de – dann gehen wir der Sache gemeinsam auf den Grund!

