ZOPI: Onlineprint-Preise bleiben im letzten Quartal 2023 unverändert

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Da gibt es nichts zu beschönigen: Die wirtschaftliche Schwächephase, die bereits weite Teile des vergangenen Jahres prägte, hat sich auch im vierten Quartal 2023 fortgesetzt. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung der durchschnittlichen Preise im Onlineprint wider, wie der aktuelle ZOPI, der zipcon Onlineprint Preis Index zeigt. Während die Preise im Segment Flyer in den letzten Monaten des Jahres 2023 quasi unverändert blieben, sind sie im Cluster Warenkorb erstmals seit langem wieder ganz leicht gesunken. Auch in der Detailbetrachtung der einzelnen Hersteller hat es kaum Bewegung in den Preisen gegeben.

Die Tatsache, dass beinahe alle Anbieter in beiden abgefragten Produktsegmenten ihre Preise im Vergleich zum September 2023 unverändert ließen, zeigt, dass die Situation nicht nur in der deutschen Wirtschaft insgesamt, sondern auch in der Onlineprint-Industrie weiterhin angespannt war und ist. Da scheinen auch die weiter gesunkene Inflation sowie die niedrigeren Papierpreise keinen Einfluss gehabt zu haben.

Inflation und Papierpreise sinken weiter

Denn zumindest diese beiden Kennzahlen haben sich gegenüber September 2023 verbessert: Während die Inflation im September 2023 noch bei + 4,5 % lag, sank sie im Dezember auf + 3,7 % (nach + 3,2 % im November und + 3,8 % im Oktober). Und auch die Papierpreise sind im Vergleich zum September minimal gesunken, wie die Betrachtung des Statistischen Bundesamtes zeigt. Im Vergleich zum Jahr 2022 wird diese Kurve sogar noch deutlicher.

Und trotzdem: Angesichts der weiterhin sehr hohen Energiepreise – die Teuerungsrate lag im Gesamtjahr 2023 bei + 5,3 % gegenüber dem Vorjahr – und den deutlich teurer gewordenen Preisen für Lebensmittel (+ 12,4 % ggü. 2022), aber auch für Waren (+ 7,3 % ggü. 2022) und Dienstleistungen (+ 4,4 % ggü. 2022), ließ bei den Verbrauchern in Deutschland auch im vierten Quartal keine echte Kauflaune aufkommen.

Auch im E-Commerce herrscht Flaute

Das bekam auch der E-Commerce zu spüren, der zwar über viele Jahre hinweg nur eine Richtung kannte, nämlich das Wachstum, jedoch seit 2022 schrumpfende Umsatzzahlen verzeichnet. Wie der bevh, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel, bekanntgab, fiel der Brutto-Umsatz mit Waren im Gesamtjahr 2023 erstmals zweistelllig um 11,8 % auf 79,9 Mrd. Euro nach 90,4 Mrd. Euro im Jahr zuvor. In Bereich Dienstleistungen sei zwar ein Umsatzplus zu verzeichnen, jedoch schwächte sich der Erholungstrend hier bereits leicht wieder ab. Insgesamt habe der Branchenumsatz im E-Commerce erstmals seit 2020 wieder unter der 100-Milliarden-Euro-Marke gelegen – wobei die Talsohle laut bevh-Präsident Gero Furchheim im Laufe dieses Jahres erreicht werde und der Verband ein nominales Wachstum von 2 % für 2024 erwarte.

Geschäftslage in der Druckindustrie

Ähnlich auch die Entwicklungen in der deutschen Druckindustrie als Ganzes. Wie das Konjunkturtelegramm des Bundesverbands Druck und Medien für den Dezember zeigte, wurden Geschäftsklima und Geschäftslage im vierten Quartal 2024 so niedrig bewertet wie im gesamten Jahr 2023 nicht. Gründe dafür sei die konjunkturbedingt weiterhin schwierige Auftragslage, die ausbleibende gesamtwirtschaftliche Erholung sowie der anhaltende Kostendruck gewesen.

Wie Onlinedruckereien mit der Lage umgehen

Vor diesem Hintergrund müssen auch die Entwicklungen der Onlineprint-Preise bewertet werden. Wie der ZOPI, der zipcon Onlineprint Preis Index für das Quartal 4/2023 zeigt, haben sich die durchschnittlichen Preise nur wenig bewegt: Bei den Flyern (Auflage 10.000, im Format DIN A5, beidseitig vierfarbig bedruckt und auf 135-g-Papier glänzend) lag die durchschnittliche Steigerung Ende Dezember mit + 29 % auf demselben Niveau wie im September und Juni und nur leicht unter dem im Juli erreichten Höchstwert von + 30,55 %, und zugleich über dem Wert vom Dezember 2022 (+ 28 %). 

*Bei einigen Produkten können Grammzahl und Veredelung je nach Anbieter variieren.
© Photo by zipcon consulting / zipcon.de

Detailbetrachtung Flyer

Während es im Vergleichszeitraum Q3 noch bei mehreren Anbietern Anpassungen in den Preisen für Flyer gab, zeigten sie sich im Q4 verhaltener: Nur vier der elf Anbieter riefen andere Preise als im September auf, zwei davon höhere, zwei niedrigere. Bei allen anderen blieb das Preisniveau identisch.

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Den größten Sprung nach oben hat Onlinedrucken getan: Hier lagen die Preise für die 10.000 Flyer DIN A5 mit + 36 % um ganze sieben Prozentpunkte höher als noch im September (+ 29 %). Im Vergleich zum Indexwert des ZOPIs vom Sommer 2020 ist Unitedprint/print24 mit einem Plus von vier Prozentpunkten von + 76 % auf nun + 80 % der zweite Anbieter, der seine Preise im Segment erhöht hat. Unitedprint/print24 ist außerdem derjenige Anbieter, der seit der Erhebung des ZOPIs seine Preise für Flyer so stark angehoben hat wie kein anderer und somit weiterhin den Maximum-Wert bildet.

Die niedrigste Abweichung vom Indexwert findet sich bei Primus-Print mit erneut konstanten +5,0 %.

Gesenkt wurden die Preise im Segment Flyer hingegen von Vistaprint und Druckdiscount24: Während der Indexwert für die Bestellung bei Vistaprint bei + 17 % lag (September: + 21 %), rief Druckdiscount24 mit – 13 % nochmals deutlich niedrigere Preise auf als im September (- 6 %) und weniger als beim Start des ZOPIs im Sommer 2020.

Konstant geblieben sind die Preise im Vergleich zum September 2023 bei Saxoprint mit + 49 % gegenüber dem Indexwert, Onlineprinters mit + 37 %, der Redprintgroup mit + 35 %, Wir machen Druck mit + 34 %, Flyeralarm mit + 28 % und Print-Kit mit + 9 % gegenüber deren ersten Erhebung im Januar 2023.

Detailbetrachtung Warenkorb

Eine Tendenz nach unten zeigten hingegen die Preise, die für den Warenkorb mit 10.000 Flyern im Format DIN A5, Broschüren (32 Seiten, DIN A4, geheftet, beidseitig bedruckt) und Visitenkarten (4/4-farbig, ohne Veredelung) aufgerufen wurden. Die durchschnittliche Veränderung gegenüber der ersten Erhebung dieser Produktkategorie im November 2020 lag im Dezember 2023 bei + 23,73 %. Ende September hatte dieser Wert noch bei + 27 % gelegen, im Dezember 2022 bei + 33 %.

In der Detailbetrachtung zeichnet sich ein ähnliches Bild wie im Cluster Flyer, denn nur zwei Anbieter von zehn haben ihre Preise geändert, und das wiederum nach unten: Am größten fiel der Preisunterschied bei Onlineprinters aus, die für den Warenkorb im Dezember 2023 + 24 % gegenüber dem Indexwert vom November 2020 aufriefen, jedoch acht Prozentpunkte weniger als noch im September 2023 (+ 32 %). Und auch bei Druckdiscount24 war der Warenkorb im Dezember mit + 4 % gegenüber + 6 % im September etwas günstiger.

Nachdem bei Print-Kit im September und Oktober ein Produkt aus dem Warenkorb nicht mehr in der geforderten Konfiguration bestellt und daher keine vergleichstauglichen Werte erhoben werden konnten, funktionierte im November und Dezember wieder alles. Der Warenkorb notierte Ende des letzten Jahres hier bei + 8 % gegenüber seinem Indexwert vom Januar 2023.

Alle anderen Anbieter, die der ZOPI im Produktcluster Warenkorb erfasst, blieben im Dezember auf demselben Preisniveau wie schon drei Monate zuvor: Unitedprint/print24 ist mit + 69 % gegenüber dem Start der Erhebung des Warenkorbs im November 2020 übrigens auch in diesem Cluster Spitzenreiter, was die Erhöhung der aufgerufenen Preise angeht. Dahinter rangieren Saxoprint und Onlinedrucken mit jeweils + 38 %, Wir machen Druck mit + 37 %, die Redprintgroup mit + 11 %, Primus-Print mit + 4 % (Indexwert ist hier allerdings Januar 2023) sowie Flyeralarm mit + 3 %.

Ausblick

Nachdem ich im letzten ZOPI noch die Frage in den Raum gestellt habe, ob es unter den zuvor beschriebenen, wirtschaftlichen Umständen überhaupt zu einem üppigen Weihnachtsgeschäft kommen wird, fällt die Antwort darauf im Rückblick eher nüchtern aus. Denn Fakt ist, dass bei den meisten Onlinedruckereien das Weihnachtsgeschäft eher verhalten ausgefallen ist. Ob sich das mit dem neuen Jahr signifikant ändern wird, darf bezweifelt werden, denn auch die nächsten Monate bleiben allem Anschein nach volatil.

Spannend wird jedoch sein, inwiefern es Onlinedruckereien in diesem Jahr schaffen werden, die neuen Möglichkeiten, die durch KI-basierte Tools und Services entstehen, in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass genau in diesem Bereich viele neue Chancen für Onlinedruckereien schlummern. Wir müssen sie nur entdecken, formen und integrieren. Wie genau das funktionieren kann, wird übrigens des Leitthema auf dem diesjährigen Online Print Symposium sein, das am 14. und 15. März im Science Congress Center in München stattfindet. Wer da nicht dabei ist, ist selber schuld. Also, sehen wir uns in München?

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Beyond-print.de

Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Seine Fachgebiete sind u.a. Online-Print, Mass Customization, Strategie- und Technologie Assessment für Print, sowie die Entwicklung neuer Strategien im Print- und Mediaumfeld. Bernd Zipper ist Initiator und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. und neben seiner Beratertätigkeit Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen für die Druck- und Medienindustrie. (Profile auch bei Xing, LinkedIn).

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