Adobe integriert 70 Werkzeuge direkt in ChatGPT

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Bilder erzeugen konnte ChatGPT schon vorher. Neu ist, was Adobe dem wohl berühmtesten KI-Chatbot seit wenigen Wochen zur Verfügung stellt: ein Plugin, das mehr als 70 Tools aus Photoshop, Illustrator, InDesign, Acrobat und fünf weiteren Anwendungen vereint. Damit sollen Nutzer vorhandene Dateien bearbeiten, auf Creative-Cloud-Bestände zugreifen und Daten in formatierte PDFs umsetzen können, wie zum Beispiel Infografiken. Innerhalb des Chats soll mit dem Plugin nicht mehr nur ein Bild, sondern eine Produktionsdatei entstehen.

Vom Generieren zum Bearbeiten

Alles hängt davon ab, wie der Nutzer bzw. die Nutzerin startet. Während ein Bildgenerator von einem leeren Prompt aus startet, setzen die Adobe-Werkzeuge dort an, wo schon etwas liegt: Produktfotos, Vorlagen, Datensätze, Dateien aus der Creative Cloud. Als Anwendungsfälle für das neue Plugin nennt Adobe unter anderem:

  • Produktfotos im Stapel bearbeiten
  • Kampagnenmotive in einem durchgehenden Stil erzeugen
  • Designvorlagen suchen, anpassen und animieren
  • Videos für verschiedene Social-Media-Formate zuschneiden
  • Daten in formatierte PDFs überführen, etwa Veranstaltungsbadges, Kataloge oder Infografiken

Neu sind Adobe-Tools in ChatGPT allerdings nicht. Photoshop, Express und Acrobat waren bereits Ende 2025 als getrennte Apps in ChatGPT verfügbar. Das neue Plugin fasst die wichtigsten Funktionen nun aber zusammen und ergänzt sie um Tools aus Illustrator, InDesign, Premiere, Lightroom, Firefly und Stock. „Das Adobe-Plugin in ChatGPT vereint die Werkzeuge aus unseren zuvor veröffentlichten Adobe-Apps für ChatGPT“, heißt es in der Ankündigung.

Ein Teil der Tools funktioniert ohne Adobe-Konto. Nutzerinnen und Nutzer können laut Adobe sofort mit „einer breiten Auswahl an Adobe-Werkzeugen“ arbeiten. Wer jedoch die generativen Funktionen nutzen, auf eigene Creative-Cloud-Dateien zugreifen oder Ergebnisse über mehrere Sitzungen hinweg behalten will, muss sich mit einem Adobe-Konto anmelden.

Adobe zieht selbst eine Grenze

Forest Key, bei Adobe Vice President für Firefly und Agentic AI, hat der britischen Website „Design Week“ gegenüber den Umzug in den Chat mit einer einfachen Erkenntnis begründet: Dort entwickeln, recherchieren und lösen mehr Menschen ihre Aufgaben als je zuvor. In Sachen Reichweite verweist der Konzern auf hunderte Millionen Privatnutzer und zwei Millionen Unternehmen, die ChatGPT inzwischen einsetzen.

Wer glaubt, das neue Plugin werde oder könne die großen Anwendungen wie Photoshop oder Illustrator künftig ersetzen, der irrt. Wie der Entwickler erklärt, bediene das neue Plugin lediglich das schnelle Ausprobieren und den ersten Entwurf. Wer weiterhin die umfangreichen Funktionen und eine präzise Kontrolle über jedes Detail brauche, arbeite weiter am Desktop.

Auf einen Chatbot allein setzt der Konzern ohnehin nicht. In Claude läuft seit Ende April der Connector „Adobe for creativity“ mit gut 50 Werkzeugen aus Photoshop, Illustrator, Firefly, Express, Premiere, Lightroom, InDesign und Stock. Acrobat fehlt dort. Als Endpunkt für die möglichen Bearbeitungsfunktionen in Claude nennt Adobe entsprechend auch keine druckfähige Datei, sondern den Download des Designs mit anschließender Weiterbearbeitung in den eigenen Programmen. Eine Anbindung an Copilot besteht ebenfalls.

Warum das für Druckdienstleister zählt

Für Druckdienstleister spannend ist, wie letztlich die mit Hilfe des Plugins erstellte Datei ausgegeben wird. Ein generiertes Motiv bleibt ein Motiv. Doch ein einzeln generiertes Bild ist noch keine druckfähige Datei. Ein PDF mit Format, Text und Struktur ist eine Vorlage, die in die Produktion gehen kann. Genau darum sind Acrobat-Tools Teil des neuen Plugins, und auch deshalb nennt Adobe den Druck ausdrücklich als mögliches Ausgabeformat. Genauere Angaben hinsichtlich Beschnitt, Farbraum, Auflösung oder eingebettete Schriften sind aktuell noch nicht bekannt. Was also aus einem Prompt in der Vorstufe ankommt, wird sich in den Aufträgen zeigen.

Die Nachricht über das neue „Multi-Tool-Plugin“ von Adobe passt zu einer News, die ebenfalls Anfang August für Aufsehen sorgte, als Cimpress und Canva ihre Partnerschaft bekanntgaben: vom Design-Prompt zum Vistaprint-Produkt, ohne Canva zu verlassen. Los ging es in den USA und Kanada, bis Ende September sollen mehr als 25 Länder folgen.

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Bilder erzeugen konnte ChatGPT schon vorher. Neu ist, was Adobe dem wohl berühmtesten KI-Chatbot seit wenigen Wochen zur Verfügung stellt: ein Plugin, das mehr als 70 Tools aus Photoshop, Illustrator, InDesign, Acrobat und fünf weiteren Anwendungen vereint. Damit sollen Nutzer vorhandene Dateien bearbeiten, auf Creative-Cloud-Bestände zugreifen und Daten in formatierte PDFs umsetzen können, wie zum Beispiel Infografiken. Innerhalb des Chats soll mit dem Plugin nicht mehr nur ein Bild, sondern eine Produktionsdatei entstehen.
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